Wenn Frankreich für die US-Musikindustrie für Upload-Filter weibelt.

Es war ein geschickter Zug der Unterhaltungsindustrie, einen ihrer grössten Konzerne in Frankreich anzusiedeln. Vivendi ist zwar ein französischer Konzern, der an der Pariser Börse gehandelt wird, aber er gehört natürlich trotzdem zum Klub der amerikanischen Unterhaltungskonzerne, denn Vivendi ist die Besitzerin des weltweit grössten Musikkonzerns der kalifornischen Universal Music Group.

Auf jeden Fall ist es die Musikbranche, die im Rahmen der EU Urheberrechtsreform, und auch hierzulande, für die sogenannten Upload-Filter im Urheberrecht weibelt. Und weil Deutschland für einen kurzen Moment zu kippen drohte, hat der Herr Macron kurzerhand zum Telefon gegriffen und Frau Merkel angerufen. Sie scheinen sich geeinigt zu haben. Natürlich wissen wir noch nicht, was sie vereinbart haben, aber es wird ziemlich sicher nichts Gutes sein.

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Das dezentrale Web im Kampf gegen Zentralisierung

Das Internet ist ja für viele das Beispiel für ein dezentrales Netzwerk. Man kann das mit guten Gründen in Frage stellen (siehe unten), doch vor allem die darüberliegende Schicht, das World Wide Web, konnte sich nicht zuletzt dank seiner nicht-hierarchischen Struktur in solch kurzer Zeit so schnell verbreiten und die gesellschaftlichen Umwälzungen anstossen, deren Zeugen, Betroffene und Akteure wir sein dürfen.

Seit einiger Zeit lassen sich aber verschiedene Entwicklungen beobachten, die dieser dezentralen Organisationsform entgegenwirken. Facebook vereinigt einen grossen Teil der aktiven Netzbevölkerung auf seiner Platform. Apple scheint das Ziel zu verfolgen, die Netzinhalte für Mobile Geräte über ihre zentralen Strukturen zu schleusen. Der weitaus grösste Teil der Online Videos wird auf YouTube gehostet, die Fotos auf Flickr usw. Auch Cloud Computing bedeutet, zumindest auf der Infrastrukturebene vor allem eines: Zentralisierung.

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