Der Schweizer Musikmarkt brummt und es hat nichts mit dem revidierten Urheberrecht zu tun

Als der Vorgängerverein von Sonart, die Musikschaffenden Schweiz, im Jahr 2012 eine Revision des Urheberrechts gefordert hat (und diese dann schlussendlich auch bekommen hat), wurde vor allem das Argument ins Feld geführt, dass man “früher”, also vor dem digitalen Zeitalter, noch etwas verdient habe und dass das jetzt (2012) nicht mehr so sei. Darum muss das Urheberrecht revidiert werden, sonst würde die Musik in der Schweiz verstummen.

Mittlerweile ist das neue Urheberrecht in Kraft. Seit 2020 um genau zu sein und wir können lesen (Paywall), dass der Schweizer Musikmarkt so stark wachse, wie schon lange nicht mehr.

2021 wurden gegenüber dem Vorjahr sogar 10,5 Prozent mehr umgesetzt. Es ist das stärkste Wachstum seit 1993, der Hochzeit der CD, wie die Ifpi, der Branchenverband der Schweizer Labels, ausführt. Seit der Trendwende ist der Umsatz um fast die Hälfte gestiegen, um 144,7 Mio. auf 215,3 Mio. Franken.

Schweizer Musikmarkt wächst so stark wie in seinen besten Zeiten (Aargauer Zeitung, 22.2.2022, Paywall)

Die Trendwende startete bereits 2015, wie wir der Grafik aus der IFPI Medienmitteilung entnehmen können. Mit dem neuen Urheberrecht, welches erst seit 2020 in Kraft ist, hat diese Entwicklung also kaum etwas zu tun.

Musikmarkt Entwicklung Schweiz, Quelle IFPI Medienmitteilung 22.2.2022

PS: Dass früher alles besser war, stimmt wahrscheinlich auch nicht.

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