Welcher Andreas Von Gunten darfs denn sein? – Das Identitätsproblem im Internet

Wer mit den verschiedenen Diensten, die im Web zur Verfügung stehen arbeitet, hinterlässt, wie wir ja alle wissen, unweigerlich seine Spuren. Je intensiver das Internet benützt wird, desto mehr persönliche Informationen sind vorhanden.

Wer, wie ich bei einer oder mehreren Websites involviert ist, ist natürlich durch die Suchmaschinen auffindbar. Aber auch einfach die Teilnahme an einem Sportanlass, für welchen eine Rangliste publiziert wurde, kann dazu führen, dass der eigene Name in den Suchresultaten erscheint. Ganz zu schweigen von den spezifischen Suchmöglichkeiten in Telefonbüchern, Handelsregistern, usw. 

Wir alle wissen, dass sich das "Googeln" nach Personennamen zu einem beliebten Volkssport entwickelt hat. Ich sehe das auch anhand der Suchanfragen in den verschiedenen Zugriffsstatistiken. Fast nach jedem Namen, der da irgendwo auf einer Website aufgeführt ist, wird auch gesucht.

Das Problem ist nun, dass nicht immer ohne weiteres ersichtlich ist, ob ein bestimmtes Suchresultat auch wirklich mit der Person in Verbindung zu bringen ist, nach der man gesucht hat.

Als Suchender bedeutet das, dass ich, bevor ich mir zum Beispiel ein Urteil über eine Person bilde, genau prüfe, ob das Ergebnis auch tatsächlich etwas mit dem gesuchten Menschen zu tun hat. Ist der Trunkenbold auf dem Foto tatsächlich der Bewerber für die Stelle XY, oder vielleicht jemand anderer der denselben Namen trägt? Man muss damit rechnen, dass allfällig gefundene öffentliche Profile auf Facebook, LinkedIn, Last.fm, usw. durchaus auch von völlig anderen, als der gesuchten Person sein können.

Grundsätzlich für uns alle bedeutet dies aber vor allem, dass wir damit rechnen müssen, verwechselt zu werden, mit keinen oder auch gravierenden Folgen, je nachdem.

Mit dem aufkommen der spezialisierten People Suchmaschienen wie Spoke und Wink kann das Problem wohl immer weniger ingoriert werden.

Seit einiger Zeit entstehen auch laufen neue ID- oder Profile-Dienste wie ClaimID, ProfileLinker, Profilactic oder ProfileBuilder . Diese Services wollen dabei helfen, die Verwechslungsgefahr zu verringern.

Die grundsätzlich Idee liegt darin, dass wir, wenn wir schon nicht verhindern können, dass über uns Personendaten im Internet zu finden sind, in die Offensive gehen und allen Suchenden unsere Identitätsdaten bereitstellen indem wir deklarieren, welche "virtuellen" Identäten mit uns etwas zu tun haben und welche nicht.

So kann ich auf ClaimID alle Weblinks die mit mir etwas zu tun haben, in Gruppen zusammengefasst, aufführen und so deklarieren, welche Ergebnisse mit mir im Zusammenhang stehen und welche nicht. Nur, sehen dass natürlich auch nur diejenigen, die sich mein ClaimID Profil ansehen.

Mit dem Dienst Profilactic kann ich mit ein paar wenigen Klicks eine Zusammenstellung aller Netzwerk und Profildienste bereitstellen, in welchen ich Registriert bin, sowie das ganze mit Angaben zu meiner Biographie usw. anreichern. Das sieht dann so aus: Link zu meinem Profilactic Mashup

Ein Problem bei diesen Services liegt vor allem bei der Pflege der Accounts. Ich habe weder Zeit noch Lust, mich dauernd um die Updates meiner diversen Profile zu kümmern. Ein weiteres, liegt darin, dass sich eigentlich niemand auch nur einen Deut darum kümmert. Ich denke nicht, dass sich jemand irgendeine dieser Profilseiten wirklich anschaut.  

Das Einzige was man meines Erachtens derzeit sinnvollerweise gegen die Verwechslungsgefahr in der virtuellen Welt machen kann, ist eine eigene Website mit den wichtigsten Daten und einem Foto zu betreiben und diese so mit Inhalten anzureichern, dass sie bei den Suchergebnissen möglichst weit oben erscheint. Funktioniert bei Andreas Von Gunten relativ gut, bei Peter Müller wohl nicht wirklich. Als Ergänzung können dann solche Dienste wie ClaimID oder Profilactic, auf welche auf der eigenen Website verlinkt wird, Sinn machen.

Ideal wäre es allerdings, ich könnte die Google Suchergebnisse direkt bei Google (natürlich auch bei den anderen Suchmaschinenanbietern) mit meiner digitalen Identität verknüpfen bzw. als von mir autorisiert deklarieren. So dass bei den Suchergebnissen jeweils ein Satz steht z.B: "this url target contains approved information about the person you ‘ve searched for". Ja, ja, ich weiss, dann müsste allerdings Google wissen, wann ein Suche nach einem Begriff eigentlich eine Suche nach Daten zu einer Person ist. Aber dafür gibt es bestimmt eine Lösung.

 

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Hier eine Kurzversion für die, die nur schnell wissen wollen wie es geht:

Die iTunes Library besteht einerseits aus den Musik und Video Files und der iTunes Datenbank, sowie den Album Covers und den iPhone / iPod Touch Apps. Der Speicherort der Musik und Videofiles kann in iTunes selbst geändert werden, während alle anderen Daten im selben verzeichnis wie das File iTunes Library.lib sein müssen.

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