bauforschungonline.ch – “the long tail” lässt grüssen

bfologo.gifEin Freund von mir ist an einem Projekt beteiligt, dass ich allen, die an Architektur und Städtebau interessiert sind, wärmstens empfehlen möchte.

Die Website heisst bauforschungonline.ch und "präsentiert Aufsätze, Lizentiatsarbeiten, Dissertationen und aktuelle Forschungsprojekte im Bereich Architekturgeschichte, Denkmalpflege, Archäologie, Städtebau und Architekturkritik" (eigene Beschreibung der Betreiber).

Schon jetzt sind diverse interessante Beiträge wie zum Beispiel "Der steinige Weg zum ersten Hochhaus der Schweiz" von Robert Walker online, und es werden laufend mehr.

Die Plattform hat auch schon einige Resonanz in den entsprechenden Fachmedien erfahren dürfen, wie im lezten Newsletter berichtet wurde. So wurde zum Beispiel in der renomierten Zeitschrift "Hochparterre" oder auch in "Kunst & Architektur in der Schweiz" darüber geschrieben.

Wir haben es hier mit einem typischen "long tail" Phänomen zu tun. Das Fachgebiet von bauforschungonline.ch ist eine Nische. Vor dem Internet Zeitalter, konnten solche Arbeiten nur mit viel höheren Kosten veröffentlicht werden und die "Reibungsverluste", um die potentiel interessiere Leserschaft zu erreichen, waren enorm. Das heisst viele interessante Arbeiten wurden nicht veröffentlicht oder dann nur in Kleinstauflagen für die Fachbibliotheken, wo sie für den interessieten Laien nur schwer erreichbar waren.

Das ist doch ein wunderbares Beispiel dafür, was passiert, wenn initiativen Menschen die Publikationsmittel direkt in die Hände gelegt werden und die "Gatekeeper" in Form von Kapital und Autorität verschwinden. 

Ich liebe diese anarchische Seite des Mediums mit dem Namen Word Wide Web 🙂

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Das dezentrale Web im Kampf gegen Zentralisierung

Das Internet ist ja für viele das Beispiel für ein dezentrales Netzwerk. Man kann das mit guten Gründen in Frage stellen (siehe unten), doch vor allem die darüberliegende Schicht, das World Wide Web, konnte sich nicht zuletzt dank seiner nicht-hierarchischen Struktur in solch kurzer Zeit so schnell verbreiten und die gesellschaftlichen Umwälzungen anstossen, deren Zeugen, Betroffene und Akteure wir sein dürfen.

Seit einiger Zeit lassen sich aber verschiedene Entwicklungen beobachten, die dieser dezentralen Organisationsform entgegenwirken. Facebook vereinigt einen grossen Teil der aktiven Netzbevölkerung auf seiner Platform. Apple scheint das Ziel zu verfolgen, die Netzinhalte für Mobile Geräte über ihre zentralen Strukturen zu schleusen. Der weitaus grösste Teil der Online Videos wird auf YouTube gehostet, die Fotos auf Flickr usw. Auch Cloud Computing bedeutet, zumindest auf der Infrastrukturebene vor allem eines: Zentralisierung.

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