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Die SuisseID ist eine Katastrophe für das offene Netz in der Schweiz

Ich habe mich ja bis vor kurzem nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt, weil ich davon ausgegangen bin, dass das sowieso nichts wird. Ich war der Meinung, dass das eine der vielen von Behörden getriebenen IT Initiativen sein wird, die im Sande verlaufen, weil sie am Markt vorbei entwickelt werden und es den Beteiligten hauptsächlich darum geht, das Projektgeld beim Bund und Kantonen abzuzügeln.

Jetzt scheint es den Leuten rund um die SuisseID aber ziemlich ernst zu sein und das Ganze wird auch nochmal mit Bundesgeldern subventioniert, damit sich das Unding möglichst rasch verbreitet.

In den Medien und Blogs wird das alles ziemlich kritiklos aufgenommen, wenn nicht sogar beklatscht. Was in Anbetracht der Konsequenzen für das offene Netz, sollte sich das System flächendeckend durchsetzen lassen, eigentlich tragisch ist.

Im Moment sieht das alles ganz Harmlos aus, es geht ja nur darum, dass man auf dem elektronischen Weg rechtsgültig Geschäfte machen kann. Es wird kolportiert, dass die SuisseID für den elektronischen Geschäftsverkehr und auch für eGovernment Geschäfte unabdingbar sei, usw.

Wenn wir aber genauer hinschauen, können wir schon jetzt sehen, wohin das führt.

Eine der Anwendungen, die zum Beispiel angegeben wird, ist die Überprüfung des Alters bei E-Commerce Kunden. Dadurch soll verhindert werden, dass etwa Jungendliche unter 18 Jahren keine Spiele oder Filme bestellen, die für sie nicht zugelassen sind.

Das ist doch Blödsinn. Mit dieser SuisseID wir kein einziger unter 18 Jähriger nicht an die Filme oder Spiele kommen, an die er ran will.

Was allerdings passieren könnte, und wenn wir nicht aufpassen passieren wird ist, dass die hiesigen E-Commerce Anbieter, um sich die Konkurrent aus dem Ausland vom Halse zu halten, sich dafür stark machen werden, dass die Überprüfung des Alters durch die SusseID für die Anbieter gesetzlich zur Pflicht wird.

Das würde dann bedeuten, dass vielleicht noch ein oder zwei grosse Anbieter wie Amazon oder eBay, sich die Mühe machen werden, extra für die Schweiz diese SuisseID Überprüfung einzubauen, alle anderen kleineren Unternehmen werden einfach nicht mehr in die Schweiz liefern. Es gibt jetzt schon viel zu viele Hürden um aus dem Ausland in die Schweiz zu liefern, die wir eigentlich abbauen sollten. Mit der SuisseID werden wir neue Aufbauen!

Plötzlich wird für jedes und alles was wir online so machen gesetzlich vorgeschrieben werden, dass wir uns mit der SuisseID ausweisen haben.

Es wird keine zwei Jahre vergehen, bis nicht die ersten Politiker und Beamte auf die Idee kommen, Betreiber von Social Media Websites müssen den Behörden jederzeit die Identität ihrer Mitglieder mitteilen können. So werden dann in Zukunft Medienwebsites dazu verpflichtet werden, diejenigen die Kommentieren mit der SuisseID zu identifizieren, damit allfällige Verstösse gegen das Anti-Rassismus Gesetz einfacher geahndet werden können, usw.

Und weil dann Spiegel Online usw. sich kaum die Mühe machen werden, ihr Angebot unserer kleinen Schweiz anzupassen, wird es dann noch häufiger als jetzt heissen: „Sorry, this Content is not avaliable in your Country“.

Wir schoten uns ab, wenn wir die SuisseID flächendeckend einführen und das wäre ganz schlecht für unser Land.

Wie seht Ihr das? Ich bin der Meinung im Moment muss die Losung heissen:

Kauft keine SuisseID, sie könnte das Ende des offenen Netzes in der Schweiz bedeuten!

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24 Responses to Die SuisseID ist eine Katastrophe für das offene Netz in der Schweiz

  1. Andr Schraner 29. April 2010 at 7:59 #

    Durch die Einfhrung einer eindeutigen Identifikationsmglichkeit werden online Services ja nicht gezwungen, dieses Mittel einzusetzen. Als Konsument wrde ich mich auch dagegen wehren, mich damit auf einer Plattform zu identifizieren, wenn mir nicht einleuchtet, weshalb ich das machen muss. Aber hier entscheidet ja vor allem der Konsument frei.

    Auf der andern Seite existiert fr mich als Konsument heute aber gar keine Mglichkeit, mich online eindeutig ausweisen und Geschfte rechtsgltig und sicher abschliessen zu knnen.

    Dass ein Staat jedem Brger analog dem Pass ein Mittel in die Hand gibt, sich online ausweisen zu knnen, finde ich absolut berfllig. Wie ein Brger dieses Mittel dann einsetzt, ist ihm berlassen. Wenn ein Restaurantbesitzer mir nur ein Essen servieren wrde, sofern ich ihn eine Farbkopie meines Passes machen lasse, wrde ich halt auch in ein anderes Restaurant gehen. Aus diesem Beispiel schliesse ich aber auch nicht, dass ein Pass ein unntiges Instrument ist.

    Siehst Du denn gar keinen Bedarf nach einer elektronischen ID? Oder wie wrdest Du sowas lsen?

    P.S. Ich kaufe mir im moment auch noch keine SuisseID, aber eher weil ich das Gefhl habe, dass ich sie noch praktisch fr nichts einsetzen kann..

  2. Ugugu 29. April 2010 at 8:15 #

    @AndrSchraner: Im schweizerischen Zivilrecht gilt im Vertragsrecht der Grundsatz der Formfreiheit. Nur wenige Vertrge oder Erklrungen sind vom Gesetzgeber einer bestimmten Form unterstellt, das heisst, grossmehrheitlich knnen Vertrge formfrei, ohne Einhaltung einer besonderen Form wie Schriftlichkeit oder der ffentlichen Beurkundung abgeschlossen werden und sind rechtsgltig. Sprich: Jedes via Handschlag eingegangene Geschft ist Rechtsgltig. Ebenso ist ein handschriflich via Mail oder E-Signatur unterzeichnetes Dokument rechtsgltig. Die SuissID ist eine komplett berflssige Kopfgeburt, aber sicher fr die Herstellerfirma knftig ein Millionengeschft.

  3. Andreas Von Gunten 29. April 2010 at 8:30 #

    @ Andr Schraner, das Problem ist, dass wir in Zukunft gezwungen werden uns zu Identifzieren. Es wird unheilige Allianzen geben zwischen Unternehmern, die Mhe haben mit dem internationalen Wettbewerb, wie Verlegern, Online Hndlern usw. sowie Etatisten die der Meinung sind, dass nur durch staatliche Kontrolle eine besser Welt mglich sei.

    Es ist wie @Ugugu sagt, es gibt in der Geschftswelt absolut keinen Bedarf an dieser SuisseID, ausser von denen, die aus einer abgeschotteten Schweiz einen Nutzen ziehen knnen. Ich habe schon soviele Geschfte online gettig, da gibt es keine Probleme. Wenn die These der Initianten stimmen wrde, dann wrde der Online Handel weltweit nicht derart blhen. Diese Idee stammt noch aus den Anfngen des Webs, dabei hat sich lngst gezeigt, dass es das nicht braucht um das E-Business voranzutreiben.

    Dass wir fr bestimmte eGovernment Geschfte eine Lsung brauchen, will ich nicht bestreiten. Aber wir die Tests in Zrich und anderswo zur Online Abstimmung zeigen, geht das auch ohne diese SuisseID.

  4. Hans-Dieter Zimmermann 29. April 2010 at 8:51 #

    Ein spannender Beitrag! Ich habe ehrlich gesagt auch nicht mehr daran geglaubt, dass es mit dieser eID etwas wird, nachdem man ja ja schon vor mehr als 15 Jahren erste Initiativen hatten, u.a. von der Telekurs – die alle bisher betriebswirtschaftlich nicht zum fliegen kamen und wieder eingestampft wurden, so viel zum Millionengeschft. Und die SuisseID muss auch erst einmal wirklich funktionieren.

    >Dass ein Staat jedem Brger analog dem Pass ein Mittel in die Hand gibt,
    >sich online ausweisen zu knnen, finde ich absolut berfllig.

    Das sehe ich auch so. Wenn wir wirklich eine digitale Wirtschaft und Gesellschaft wollen, braucht es diese Mechanismen. Das eBanking finde ich mit den unterschiedlichen Sicherheitskonzepten immer noch usserst mhsam, und ich finde es noch mhsam mails zu erhalten mit dem Inhalt "Bitte drucken Sie das mail aus und senden Sie es uns unterschrieben zurck", da es eben immer noch kein Surrogat fr die Unterschrift gibt.

    Neben diesen Notwendigkeiten bin ich durchaus bei Andreas mit seinen Befrchtungen; die aktuellen Entwicklungen gegen die Freiheit und Offenheit des Netzes lassen eben tatschlich nichts Gutes erahnen. Deswegen ist Aufklrung und Information zentral. Meine Wahrnehmung ist die, dass die Entscheider (=Politiker) immer noch viel zu wenig wissen, worum es eigentlich geht und dazu in sehr traditionellen Kategorien denken – das ist die eigentliche Gefahr.

  5. Alexander Skwar 29. April 2010 at 9:59 #

    Ich werde aus den offiziellen Seiten von SuisseID nicht schlau, aber knnen eigtl. Auslnder mit B oder gar nur L Bewilligung eigtl. auch eine SuisseID erhalten? Wenn nein, dann wren Unternehmen IMO schlecht beraten, SuIsseID verpflichtend zu machen, da so ein nicht unerheblicher Teil der pot. Kundschaft ausgeschlossen wrden.

    Wenn’s SuisseID natrlich fr alle in der Schweiz lebenden gibt (und nicht nur fr Schweizer), dann entfllt dieses Gegenargument natrlich.

  6. sprain 29. April 2010 at 10:04 #

    Warum sich die Mhe machen, sich jetzt Horrorszenarien auszudenken? Ich finde die SuisseID eine gute Idee und freue mich, dass ich irgendwann nur noch ein Mittel brauche fr Orte, wo man mich wirklich indentifizieren muss: Steuererklrung, Halbtaxabo kaufen, An- und Abmelden auf der Gemeinde, E-Banking, etc.

    Klar kommt der Minderjhrige an Material, das er nicht haben darf. Aber der Verkufer darfs nur Volljhrigen verkaufen. Ist halt so. Da ist doch die SuisseID ein tolles Mittel fr diesen, diese Regel einzuhalten.

    Ich finde, eine positivere Denkweise ist angebracht. Sonst htten wir das Internet boykottieren mssen. Damit kann man Terroranschlge planen und es es knnte sogar die Geschfte der Musikindustrie vermiesen, im Fall 😉

  7. Matthias 29. April 2010 at 10:14 #

    Verknpft mit Coop Supercard oder Migros Cumulus, im Idealfall auch mit der neuen Krankenkassen-Chipkarte, warum nicht auch Facebook Connect, tun sich da ungeahnte Mglichkeiten auf…

    Und wenn’s dann zum Identittsdiebstahl kommt, ist er wenigstens allumfassend :-).

    Tatsache ist aber: Weil sich Dienstleistungen und Shopping immer mehr aufs Internet verlagern, gibt es irgendwann kaum mehr einen Weg um solche globalen Identifikationssysteme herum, die das Ganze vereinfachen.

  8. Matthias 29. April 2010 at 10:16 #

    Als es um den biometrischen Pass ging, hat jemand gezeigt, wie leicht der zu knacken ist… und er wurde trotzdem angenommen. Die SuisseID ist sicherlich auch zu knacken, aber auch das wird kein Hinderungsgrund sein.

  9. Kevin 29. April 2010 at 10:34 #

    @sprain Wieso sollte man Bedenken ignorieren? Anstatt Lsungen fr die Bedenken zu bieten, sagst du einfach "denkt positiv"… So knnte man jeden Mist durchsetzen. Die Gegenargumente erscheinen realittsnah, wenn man bedenkt, dass bereits jetzt die berwachung am oberen Rande der gesetzlichen Mglichkeiten laufen.

  10. Ugugu 29. April 2010 at 10:57 #

    Ein zentrales Argument, weshalb selbst die NZZ die Einfhrung der biometrischen Psse bekmpft hat, war die zentrale Speicherung. Weil sie grundstzlich neue Begehrlichkeiten (Strafverfolgung usw.) weckt.

    Weshalb wir jetzt die gleichen Daten jeder dahergelaufenen Firma in die Hand drcken sollen, ist mir ein Rtsel. Angaben ber das Alter etwa. Die SuisseID-Lobby ist in ihrer Begeisterung fast nicht mehr zu bremsen, was man sonst noch alles darauf speichern knnte: Angaben zum Beruf etwa. N, ich sag da einfach mal nein.

  11. Andreas Von Gunten 29. April 2010 at 11:23 #

    @ Hans-Dieter, ich glaube nicht, dass die SuisseID fr eine Digitalisierung der Wirtschaft notwendig ist, sonst wren wir nicht soweit gekommen, ohne SuisseID. Telebanking funktioniert doch so, wie es ist, perfekt. Und die Firmen die dich bitten, einen Fax unterschrieben zurckzusenden, machen das nicht, weil das Internet nicht als Wirtschaftsplatform taugt, sondern weil sie neue Technologien nur langsam antizipieren.

    Die Nachteile die wir uns mit der SuisseID einfahren berwiegen aus meiner Sicht bei Weitem, den Vorteil, dass ein paar Ewiggestrige endlich ihr Faxgert entsorgen.

    Wie erwhnt, es ist mit grosser Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass fr immer mehr Transaktionen die SuisseID dann frher oder spter obligatorisch wird, oder das mindestens dauernd verlangt werden wird. Kommt dazu, dass das Netz Global ist und wir einfach aufpassen sollten, nicht noch eine weitere Mauer um uns herum aufzubauen.

    @Alexander, da kann ich Dir auch nicht helfen, ich weiss nicht, was da angedacht ist, wer alles eine SuisseID beziehen kann.

    @Sprain, ich bin die personifizierte positive Denke 🙂 Ich gehe grundstzlich optimistisch durch’s Leben, das hlt mich aber nicht davon ab, Entwicklungen die ich schlecht finde zu kritisieren.

    Ich sehe auch die Nachteile die eine dezentrale Infrastruktur wie beim Web, doch die Vorteile berwiegen meiner Meinung nach massiv.

    Zentralisierung ist eher negativ zu bewerten, sie fhrt tendenziell zu Machtkonzentration und Schwerflligkeit.

    Ich habe lieber 1000 User ID/ Passwort Kombinationen zu verwalten, als eine eingedampftes Internet nach Schweizer Art.

    Wenn wir uns zum Beispiel die Diskussionen um die Buchpreisbindung im Parlament in Erinnerung rufen, in welchem die Idee die auslndischen Buchhndler dazu zu verplichten sich an unsere Buchpreisbindung zu halten, fast durchgekommen wre, sind meine "Horrorszenarien" wie Du diese nennst, nicht so abwegig.

  12. Cello 29. April 2010 at 13:12 #

    Ob die SuisseID alle Probleme lsen kann, oder ob sie der richtige Weg sein knnte, mag ich nicht beurteilen.
    Fakt ist jedoch, das bei Onlinegeschften, sei es nun Privat, oder bei Behrdenformularen eine eindeutige Authentifizierung unverzichtbar werden wird. Dabei ist mir eine Infrastrukturlsung mit eindeutigen gesetzlichen Regelungen und unter Aufsicht des Staates bedeutend lieber, als 100 proprietre Lsungen von seitens der Privatindustrie aus aller Welt.

    Ich wage mal eine Prognose. Die SuisseID wird nichts anderes als eine Karte werden, wie sie bereits zu Hunderten im Umlauf sind. Einige Lden werden sie akzeptieren, andere nicht. Und die Behrden werden die Analoge Signatur noch Jahrzehnte lang unterstzen. Also kein Problem fr alle, die auf die Karte verzwichten wollen.

  13. Kaspar Zbinden 29. April 2010 at 20:20 #

    Die Suisse ID weist konzeptionelle Mngel auf, es wurde eindeutig zu Lasten der Sicherheit gespart. Der Schritt ins elektronische Zeitalter ist sicher richtig, aber hier werden Fr. 17 Mio. auf eine Karte gesetzt, die von der Konstruktion her unsicher und deshalb problematisch ist. Der Hauptkritikpunkt ist, dass die Karte als USB-Stick ohne Tastatur konzipiert wird und deshalb der PIN-Code auf der PC-Tastatur eingegeben werden muss. Das bedeutet, dass der PIN-Code ausgespht werden kann und dass der PC dann im Hintergrund ber
    das Internet Vertrge abschliessen kann, ohne dass der Eigner des
    Sticks davon etwas weiss.

    Meine Facebook-Gruppe dazu:
    Suisse ID ist unsicher und zu teuer

    http://www.facebook.com/home.php?#!/group.php?gid=120614107950343

  14. sprain 30. April 2010 at 14:59 #

    @Kevin
    Nicht Bedenken ignorieren. Aber auch nicht den Teufel an die Wand malen.

  15. Titus 30. April 2010 at 17:16 #

    Ich verstehe nicht, weshalb alle die Online-Welt immer ansehen, als handle es sich um ein anderes Land oder gar einen anderen Planeten, auf welchem andere oder gar keine Gesetze gelten wrden und man sich fr alles und jedes ausweisen msse.

    Ich kann doch auch in einer Beiz meinen Senf abgeben, ohne dass man mich dort beim Namen kennt. Warum also soll das online nicht mglich sein?

    Und warum sollte ich fr ein Online-Geschft mich ausweisen mssen, whrenddem im Coop, in der Migros oder im Manor niemand nach meiner Identitt fragt (nur nach meiner Kundenkarte 🙂 )?

    Warum sollen Menschen fr die gleiche Aktion, die sie online ttigen, sich anders verhalten mssen als in der physischen Welt?

    Und von wegen Alterprfung: Dafr reicht auch eine Kreditkarte und die ist dazu noch weltweit (online) einsetzbar.

    Was mich bei dem Ganzen etwas wundert: Was ist eigentlich die gesetzliche Grundlage fr diese staatlich herausgegebene ID?

  16. Sascha Krhenbhl 3. Mai 2010 at 19:12 #

    Wieso genau sollen Jugendliche trotz dieser Karte an Material kommen, an das sie nicht kommen drften? :-S

  17. Cello 4. Mai 2010 at 13:08 #

    @Titus
    Du vergisst, dass du im RL einem Menschen gegenberstehst und in der Regel in der Lage bist, dein Gegenber zumindest teilweise einzuschtzen (Alter, Geschlecht usw.)

    @Andreas Von Gunten
    Dein Artikel in der Weltwoche online bercksichtig zwar die E-Commerce-Seite der SuisseID, die Anwendungsbeispiele 1 bis 4 auf der offiziellen Webseite lsst du jedoch aussen vor.
    Und gerade dort zeigen sich einige Vorteile der Karte.
    E-Commerce ist aber auch aus meiner Sicht sicherlich nicht das geeignete Einsatzgebiet fr die Karte. Da ist sie wirklich berflssig.

  18. Heinrich 4. Mai 2010 at 22:56 #

    @ Von Gunten
    Wieso wollen Sie den Teilnehmern des elektr. Geschftsverkehrs ausreden, dass sie ein Problem mit der Identifikation haben? Wenn Sie fr Ihren Plausch mit Facebook, Twitter und anderen Hobbies kein Problem haben, umso besser. Aber sagen sie nicht einem KMU, es htte kein Problem mit sicherem, rechtsverbindlichem elektr. Geschftsverkehr.
    @ Titus
    Die SuisseID ist kein Produkt des Staates. Subventionierter Emmentaler ist kein staatlicher Emmentaler.
    @ Kaspar Zbinden
    Sie knnen die SuisseID als Karte kaufen und mit einem Reader mit eigener Tastatur fr den PIN verwenden. Sie mssen einfach nicht.
    @ Alexander Skwar
    Jeder, der einen vernnftigen Ausweis zeigen kann, kriegt eine SuisseID, ob Schweizer oder Auslnder (innerhalb und ausserhalb der Schweiz)

  19. Roger Ineichen 7. Mai 2010 at 12:47 #

    Ich finde es cool das es endlich mal eine Lsung gibt die fr sichere Authentifizierung verwendet werden kann. Klar gibt es Risiken und Nein ich mchte auch nicht, dass die SuisseID mit der Cumulus und Coop Supercard verknpft wird. Kann Sie ja auch nicht, weil ich keine solchen Karten habe 😉

  20. Roger Ineichen 7. Mai 2010 at 13:27 #

    Uhh, habe gerade weiter gelesen, da steht was von digitaler Mauer und auslndischen Anbieter werden SuisseID nicht untersttzen. Hm, klar werde die das nicht untersttzen, mssen sie auch nicht, denn SuisseID untersttzt SAML 2.0.
    Ich denke zu diesem Thema fehlt dem Author des Artikels definitiv das technische Know How anders kann ich diesenTeil der Schlussfolgerungen nicht nachvollziehen. Die SuisseID wird in Zukunft fr Authentifizierung bei Portalen die SAML 2.0 untersttzen verwendet werden knnen. D.h. globale Anbieter wie Google oder Facebook werden SAML 2.0 basierte Authentifizierung untersttzen und somit ist eine Authentifizierung bei Google oder Facebook mit SuisseID mglich. definitiv!
    Denn in diesem Konzept Authentifiziert man sich bei einem Identitts Provider (vertrauenswrdige Stelle, Herausgeber der SuisseID) und dieser sagt dann dem auslndischen Portal Betreiber das ich der bin als den ich mich ausgebe. Und das ganze via SAML 2.0. Da ist nichts SuisseID spezifisches dabei was die Schweizer selbst erfunden haben. Das sind offene Standards keine Ricolas.

  21. Jakob Stamm 7. Mai 2010 at 21:53 #

    Die Motivation fr den Bund fr die Subventionierung der SuisseID liegt in einem hausgemachten Problem. Die meisten Gesetze und Verordnungen, welchen die Beziehungen Unternehmen – Verwaltung bzw. Brger – Verwaltung regeln, setzen eine Orginalunterschrift voraus oder eine eineindeutige Identifikation. Genau dies ist der Grund, wieso die meisten Formulare zwar elektronisch zur Verfgung stehen, diese aber ausgedruckt, unterschrieben und via Post oder Fax zugestellt. Diese werden dann von der Verwaltung wieder mhsam weiterbearbeitet und verstauben in teuren Papierarchiven.
    Im Gesetz ber die Ausgestaltung der Digitalen Signatur (ZertES) wird die starke Authentifizierung der Originalunterschrift gleichgesetzt. Mit der SuisseID wird dies endlich geregelt. Im Weiteren werden in der Verwaltung Applikationen eingesetzt, welche von den Nutzern nur via starke Authentifizierung (also ein elektronisches Zertifikat = SuisseID) erfordert (z.B. im Justiz- und Polizeibereich). Heute stellt der Bund dafr selbst entsprechende Zertifikate aus.

    Die Verwendung der SuisseID fr andere Zwecke wie E-Mail Signatur, Online-Services (ausserhalb Verwaltung) sind aus meiner Sicht zwar verkaufsfrdernde Argumente – stehen aber fr den Bund nicht im Vordergrund.

  22. Andreas Von Gunten 11. Mai 2010 at 10:35 #

    Es ist richtig, dass die SuisseID nach dem SAML 2.0 Standard funktioniert, das heisst, dass ich mich mit der SuisseID auch bei auslndischen Diensten die SAML 2.0 untersttzen anmelden knnen msste. Der Standard wurde bereits 2005 verabschiedet und ausser bei einigen B2B Applikationen sehe ich aber keine Anwendungen die SAML 2.0 bereits untersttzen oder das vorgesehen haben. Selbst wenn das so wre, berwiegen aus meiner Sicht die Nachteile der Idee der sicheren Identifizierung im Internet gegenber den Vorteilen.

  23. Priska Schoch 16. Juli 2010 at 9:46 #

    Zwischenzeitlich habe ich die SwissID bestellt und mit ach und krach und sehr vielen e-Mails auch auf meinem Linux PC installiert.Der Support war sehr nett und immer am Ball, aber ich denke, dass ich die erste mit einem LINUX System war und mithalf ein paar Bugs zu korrigieren. Ich sende pro Monat eine grosse Anzahl an Rechnungen an KMU und wollte dies nun effizienter auf dem elektronischen Weg erledigen. Mein Treuhnder und der MwSt. Experte vom Bund sagten mir, dass ich das nur machen knne, wenn das PDF auch signiert sei, ansonsten knnen die KMU die MwSt. nicht zurckfordern. Doch leider ist das Signieren des PDF’s eine reine Qual. Ich bentige ca. 5-7 Schritte bis das PDF signiert ist. .Das signieren eines Mails geht im Gegenzug sehr einfach. Ich wollte effizienter werden und den admin Teil nicht noch mehr aufblhen. Die jetzige Implementierung lsst ein schnelles signieren von hunderten von PDF’s nicht zu. Zudem verstehe ich nach wie vor nicht, warum eine Rechnung auf dem elektr. Weg pltzlich signiert sein soll, dass ist sie per Post ja auch nicht. Fr mich ist die SwissID fr das signieren von PDF Rechnungen noch nicht geeigent. Hat da jemdand andere Erfahrungen gemacht?

  24. Peter Hochstrasser 29. Oktober 2014 at 6:58 #

    Die SuisseID ist für mich als auch-Mac-Benutzer die reine Qual: Beschafft, um mir bei Swissquote die Matrixkarte zu ersparen, funktioniert das Java Plugin nur auf 64bit Browsern (also nicht Chrome), und auch da nur ab und zu – sehr oft wird die eingesteckte SuisseID nicht erkannt, auch ein Einstecken erst später hilft nicht. Solange die „Erleichterung“ derartige Kinderkrankheiten hat, ist eine grosse Verbreitung eher unwahrscheinlich – ich liebe mittlerweile sie Matrixkarte…

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