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Content Curation – Wo ein neuer Hype ist, sind auch neue Tools

Foto: Fanboy30Um gleich zu Beginn ein mögliches Missverständnis auszuräumen: Nur weil ein Thema gehyped wird, bedeutet das für mich noch lange nicht, dass dieses Thema nicht wichtig wäre oder blos eine temporäre Erscheinung darstellen würde.

Vor ein paar Monaten habe ich mich hier im Zusammenhang mit Steve Jobs’ Anspruch das Netz kuratieren zu wollen, mit dem Begriff “Curation” das erste mal auseinander gesetzt, und in diesem Zusammenhang eine immer noch gültige Linkliste zum Thema “Content Curation” zusamengestellt. Neu hinzufügen würde ich die beiden in den letzten Wochen erschienen Beiträge von Ulrike Lager auf Medial Digital:

Content Curation ist eine journalistische Tätigkeit
Content Curation, das Kuratieren von Inhalten, war schon immer eine wichtige Funktion des Journalismus. Durch die wachsende Informationsflut der Online- und Sozialen-Medien hat die Tätigkeit des Filterns und Organisierens von Inhalten, des Herstellens von Kontexten durch das Verlinken und Zitieren von bereits publizierten Stoffen, stark an bedeutung gewonnen.

Das Zusammentragen von Tweets, und Facebook Statusmeldungen, von Ausschnitten aus Blogbeiträgen und Newsartikeln, das Anreichern durch eigene Kommentare und hinzufügen von Hinweisen auf Videos und Fotos, das Geschichten Erzählen mit Zitaten und Links also, ist allerdings mit den bestehenden Mitteln & Werkeugen ziemlich mühsam und aufwendig. Duzende von offenen Browserfenstern, Cut & Paste da und dort, Formatierungen anpassen, Quellenlinks richtig setzen, usw.

Es liegt darum auf der Hand, dass sich mittlerweile diverse Startups mit der Lösung dieses Problems befassen.
 

Storify & Curated.by
Derzeit in aller Munde sind die beiden Produkte curated.by und Storify. Curated.by ist mittlerweile in der Public Beta Phase, während der Zugang zu Storify nach wie vor nur über Invites möglich ist. Wer sich bei Storify allerdings um eine Einladung bemüht, sollte auch problemlos eine erhalten.

Beide Produkte sehen sich, in der Art und Weise wie die kuratierten Inhalte publiziert werden, sehr ähnlich. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die beiden Startups intensiv beobachten. Es vergeht kaum eine Woche in welcher nicht der eine eine Funktion, welche der andere bereits implementiert hatte, ausrollt.

 
Wie Storify funktioniert, wird in diesem kurzen Video gezeigt (Vimeo Video):

Curated.by hat ein getting startet Bundle mit Screenshots und kurzen erläuterungen publiziert:

Curated.by Screenshot
Zwei verschiedene Konzepte
Obwohl die beiden Produkte derzeit fast immer gemeinsam genannt werden und sie sich auf den ersten Blick recht ähnlich sehen, stehen sich zwei relativ verschiedene Konzepte gegenüber.

Bei Curated.by werden die kuratierten Inhalte in sogennanten Bundles zusammengefasst. Diese Bundles, denen man als Curated.by User ähnlich wie bei Twitter folgen kann, sind in der Regel mit einem Thema wie “Cloud Computing”, “Ipad News”, “Micropayment” oder “Apple” bezeichnet. Die Autoren der Bundles fügen dann laufend Content, meistens Tweets, hinzu, sodass ein ein Stream von kuratierten Inhalten zu einem bestimmten Thema entsteht.


Hier stellt sich natürlich die Frage, wie gross der Unterschied zu bereits etablierten Platformen wir Tumblr oder Posterous letztendlich ist. Mal abgesehen von der einfachen Twitter Integration, die curated.by durch ihre Bookmarklets und Browser Erweiterung bietet.

Während also ein Curated.by Bundle eher einem Themenblog als einem einzelnen Blogpost ähnlich ist, liegt bei Storify das Gewicht wie der Name schon sagt, auf dem einzelnen Artikel, der Geschichte, die mit Hilfe der kuratierten Inhalte erzählt werden kann.

Mit Storify können beliebig viele Stories, die sowohl aus eigenen Texten als auch aus Web Inhalten bestehen, organisiert und publiziert werden. Immer dann, wenn ein Beitrag viele Zitate aus dem Web enthält, erleichtert Storify die Arbeit.


Natürlich kann das alles auch wie bisher mit jedem üblichen Blog- bzw. Conten Management System erledigt werden, doch mit Storify geht das schlicht viel einfacher und schneller (siehe Video, oben).
Besonders interessant ist dabei, dass einer bereits publizierten Story mit Hilfe eines Bookmarklets oder einer Browser Erweiterung jederzeit weitere Elemente hinzugefügt werden können, sodass eine Geschichte über längere Zeit entwickelt und fortgeschrieben werden kann. Ich habe hier zur Illustration eines möglichen Anwendungsfalles einen Blogbeitrag zum Fall Bernard Rappaz mit Hilfe von Storify erstellt

Weitere Online Service mit ähnlicher Ausrichtung
Keepstream, ein weiterer Service ähnelt vom Konzept her eher curated.by als Storify. Die Bundles heissen hier Collections und auch diesen kann gefolgt werden.
 
Hier ein Demo Video zu Keepstream (Vimeo Video):

BagTheWeb will sich von den anderen Anbietern dadurch abheben, dass die Containers mit den kuratierten Inhalten, die hier Bags heissen, untereinander verlinkt werden können. Hier zur Abwechslung mal eine Präsentation statt eines Videos.

Fazit
Alle diese Tools sind nützlich wenn es darum geht, Inhalte aus verschiedenen Quellen zu einem neuen Ganzen zusammenzufügen. Sehr wahrscheinlich werden die Funktionalitäten dieser Lösungen bald als Feature in die bestehenden Content Management und Blogging Systeme integriert werden. Bis das soweit ist werde ich wohl am ehesten mit Storify arbeiten. Für meine Curation Bedürfnisse scheint mir dieses Produkt die sinnvollsten Werkzeuge zur Verfügung zu stellen. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, das eine oder andere Curated.by Bundle oder Memonic Set zu erstellen und zu pflegen. Keepstream lasse ich vorläufig wieder an mir vorbeiziehen und auch für BagTheWeb habe ich keine Verwendung im Moment.  Aber wir wissen ja alle, wie schnell sich die Erde online dreht. Sind wir mal gespannt, wie ich das in ein paar Monaten sehen werde.
Und zum Abschluss noch ein paar zusätzliche Links zum Thema:

 

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