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Volkssport Blocher-Bashing oder wie wir uns mit Scheinproblemen aufhalten

Er hat es wieder getan. Bundesrat Christoph Blocher hat es wieder geschafft einen grossen Teil unserer Politik- und Medienschaffenden aufzuscheuchen und sie in ihrer gemeinsamen Empörtheit zu vereinen. Seit Jahren geht das nun so und seit Herr Blocher Bundesrat ist, habe ich den Eindruck, ist es noch schlimmer geworden.

Immer derselbe Mechanismus spielt sich ab, sodass man fast zum Schluss kommen muss, dass Herr Blocher es tatsächlich fertig gebracht hat, einen Grossteil der politischen Öffentlichkeit so zu konditinionieren, dass sie einer Art allgemeiner Hysterie verfällt, sobald er sich regt.

Das gemeinsame Blocher-Bashing ist wie das ähnlich gelagerte Bush-Bashing zum Volsksport geworden. Dabei wird immer auf Mann gespielt und es werden diejenigen rhetorischen Mittel eingesetzt, die sonst immer beim Gegner kritisiert werden.

Dabei geht soviel Energie verloren, die eigentlich für die Diskussion der echten Probleme verwendet werden sollte.

Es geht doch nicht darum, wann und wo ein Bundesrat erklärt, dass er darüber nachdenkt eine allfällige Gesetzesänderung dem Gesamtbundesrat zur Diskussion vorzulegen. Sondern es geht darum, sich dann wenn die Gesestzesänderung tatsächlich zur Debatte steht, darüber systematisch und ernsthaft Gedanken zu machen um sich zu dieser Sache konstruktiv und kompetent äussern zu können.
  

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7 Responses to Volkssport Blocher-Bashing oder wie wir uns mit Scheinproblemen aufhalten

  1. tin 5. Oktober 2006 at 15:24 #

    Und zum unmglichen Verhalten von Herrn B. wird natrlich auch wieder alles verniedlicht und kleingeredet, so wie du eben – aber auch das ist so typisch. Statt wirklich mal SKANDAL zu rufen und Konsequenzen zu ziehen lsst man den Polteri weiter machen. Aber eben, wir haben offenbar ja die Bundesrte, die wir verdienen…

  2. Rafael 5. Oktober 2006 at 16:04 #

    Ich finde, jetzt reichts endgltig. Einen solchen Menschen kann man nicht mehr im Bundesrat dulden. Du hast einen sehr anregenden Post geschrieben.

  3. Michael 5. Oktober 2006 at 20:08 #

    Deine Erklrung ist hier einfach etwas zu simpel. Daselbe knntest du sagen wenn sich Frauen ber (verbale) sexuelle Belstigung aufregen, sollen sich doch die Frauen erst mal auf den Grundstzlichen Disput zwischen Mann und Frau, den Unterschied in der Physe und der Evolutionsbedingten Kommunikation beschrnken und nicht Ihre energie auf allgemeines Fluchen verschwenden.

    Es ist ein emotionales Thema wenn es um Menschen geht, um Rechte und vergangene Peinlichkeiten (Die Schweiz muss zum neuen Bild der Vergangenheit stehen und dieses auch beachten, Guisan hatte eben nicht recht) die die Schweiz, und somit die Bundesrte, in solchen Situationen wenigstens ein klein Wenig beachten mssen. Wenn als einer der 7 hchsten der Schweiz zu so einem umstrittenen Thema, als selber umstrittener Mensch, in einem Staat der unbestritten Menschenrechte mit den Fssen tritt einen solchen Kommentar abgibt, dann ist das nur dumm, und Kritik absolut berechtigt.

    Dein Kommentar ist schon in ordnung, oft ist es genau so wie du es sagst, aber in diesem Fall definitv nicht. Das war einfach dumm.

  4. Matthias 6. Oktober 2006 at 7:49 #

    Ich gehre auch zu denen, die sich seit Jahren ber das Blocher-Bashing aufregen, gerade etwa bei den Ringier-Blttern kann man hier nur von Paranoia sprechen.

    Doch hier haben wir es mit der Ausnahme von der Regel zu tun, und es darf nicht unkommentiert bleiben. Als Justizminister sich (gerade) in der Trkei so zu ussern, ist effektiv eine Ungeheuerlichkeit.

    Unbedingt empfehlenswert auch der Kommentar im Tages-Anzeiger von heute Freitag.

  5. Andreas Von Gunten 6. Oktober 2006 at 8:33 #

    @tin: Wir haben ja 7 davon und diese represntieren m.E. ziemlich gut die verschiedenen Meinungnen die in der Bevlkerung vorhanden sind.

    Es gibt Menschen die haben eine hnliche Meinung zu verschiedenen politischen Themen wie Herr Blocher und es gibt andere Menschen die wrden eher die Meinung von Herr Leuenberger teilen.

    Es geht mich nicht um Verniedlichung. Ich bin einfach der Meinung, dass nicht das Verhalten von Herrn Blocher zu Diskussion stehen sollte, sondern die politischen Inhalte die er vertritt.

    @rafael: Mchtest Du ihn nicht mehr dulden, wegen seines Verhaltens oder weil Du anderer politischer Meinung bist als er?

    @michael: Du hast sicher recht, dieser Fall ist nicht gerade das beste Beispiel. Wir knnen uns in der Tat zum Beispiel Fragen inwiefern es richtig ist, dass wir 7 Aussenminister haben. Wir knnen uns auch Fragen, ob es richtig ist, in einem solchen Rahmen, eine Gesetz welches die Meinungsusserungsfreiheit einschrnkt zu diskutieren. Es ist aber m.E. legitim jedes Gesetzt zur Diskussion zu stellen, immer und von jedermann.

    Zu Deinem Beispiel mchte ich noch anfgen, dass es mir nicht darum geht, alles nur im Grundsatz zu diskutieren. Auf keinen Fall. Die verbale sexuelle Belstigung ist ein inhaltlicher Sachverhalt. Auch die Fragen ob unsere Rassismusdiskriminierungsartikel so wie er zurzeit im STGB steht ist ein solcher.

    Aber wenn wir den Artikel befrworten oder ablehnen, oder eine ambivalente Stellung dazu beziehen wollen, sollten wir genau dass sagen und nicht Herr Blocher ist ein Trkenfreund schreien (siehe Blickaushang von heute!). Oder anders gesagt: Nachdem Herr Blocher uns mitgeteilt hat, dass er der Meinung ist, dass der besagte Artikel aus seiner Sicht problematisch ist (so habe ich es vertanden), knnen wir durchaus, und dies wenn wirklich ntig auch laut und heftig sagen, dass wir das nicht so sehen.

    Das wre m.M. eben das echte Problem: Ist der Gesetztesartikel zur Rassendiskriminierung neu zu diskutieren? Und das Scheinproblem dazu ist: Darf Herr Blocher in der Trkei seine Meinung zu dieser Frage ussern.

    @alle
    Der Blickaushang von heute: "Trkenfreund Blocher…" ist doch schon Fragwrding und Scheinheillig nicht?

  6. plauderi 6. Oktober 2006 at 10:25 #

    @Andreas Von Gunten

    Jedesmal wenn B. sich daneben benimmt, gehts nicht ums Verhalten sondern um die Inhalte? Genauso wie bei Schlingensiefs Pinkeln aufs Blocher-Portrit? Da gings ja auch nur um die Inhalte, nicht?

  7. Andreas Von Gunten 6. Oktober 2006 at 19:09 #

    @Matthias
    In der Tat ein hervorragender Kommentar von Daniel Jositsch im Tages-Anzeiger von Freitag 6. Oktober 2006, S.11. Danke fr den Tipp, den htte ich sonst wohl heute verpasst. Hervorragend weil er sich nchtern aber bestimmt und sauber argumentierend zur Sache ussert.

    @plauderi
    Ich bin nicht sicher, ob ich Dich richtig verstanden habe. Ich bin der Meinung bei Kunst geht es immer um Inhalte, bzw. Kunst ist Inhalt und daher hauptschlich auf dieser Ebene zu diskutieren.

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