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Ohne Netz steht die Welt still – Ostschweiz am Sonntag Online

ohne netz steht die welt still - ostschweiz am sonntag - 20160529

Wir sind immer online und wir können nicht mehr ohne. Das haben Tausende Angestellte vergangene Woche persönlich erfahren, als das Netz der Swisscom während Stunden nicht verfügbar war. Natürlich waren danach sofort allerlei Netzverächter zur Stelle, um darauf hinzuweisen, wie abhängig wir armen Kreaturen uns von diesem Internet gemacht hätten und dass es uns ganz gut tue, wieder mal offline sein zu müssen. Dabei ist es ein wunderbar ironischer Zufall, dass ausgerechnet die Swisscom, deren CEO sich für den Ausfall öffentlich entschuldigen musste, uns ein paar Tage zuvor – etwas heuchlerisch – dazu ermuntern wollte, auch mal eine Auszeit von diesem Internet zu nehmen.

Ach diese Offliner. Sie sollen natürlich so lange vom Internet fernbleiben dürfen, wie sie wollen. Aber warum haben sie dieses missionarische Bedürfnis, auch alle anderen zur digitalen Abstinenz zu bekehren? Ich gönne ihnen die Schadenfreude, doch meine Analyse des Falles führt nicht zum Schluss, dass wir unsere sogenannte «Netzabhängigkeit» hinterfragen sollten, sondern dass wir dafür sorgen müssen, dass solche Ausfälle möglichst kleinen Schaden anrichten.

Ich selber habe schon längst vorgesorgt und nutze seit Jahren zwei unabhängige Internetzugänge. Früher einen über TV-Kabel und einen ISDN-Backup. Heute ist der ISDN-Anschluss dem fetten Mobile-Abo gewichen. Wir leben nicht mehr als Pfahlbauer, sondern in einer hochtechnischen, vernetzten Welt, und wir sind von verschiedensten Infrastrukturen und Netzen abhängig. Legt ein Unfall die A1 oder die SBB-Strecke Bern–Zürich lahm, gehen ebenfalls Abertausende während Stunden nicht zur Arbeit. Niemandem kommt es dann in den Sinn, das System in Frage zu stellen. Im Gegenteil, die Losung heisst sofort: «ausbauen». Die Stromversorgung fällt so selten aus, dass wir es geradezu herzig finden, wenn die Ladengeschäfte in der Stadt Kerzen anzünden müssen, weil das Licht nicht mehr geht. Aber auch dann gehen wir, sobald der Strom wieder da ist, zurück in den Alltag und fordern nicht plötzlich, dass wir doch hin und wieder den Strom abschalten sollten, um uns auf unser Menschsein zu besinnen. Warum bloss soll das beim Internet sinnvoll sein?

Der Fall ist klar: Wir brauchen eine möglichst stabile Internetversorgung. Dies erreichen wir am besten durch ein dezentrales System mit vielen verschiedenen Marktteilnehmern. Es ist ungesund, wenn ein paar wenige Konzerne unsere Internetinfrastruktur beherrschen. Denn je grösser eine Organisation ist, desto grösser ist ihr Schadenspotenzial. Deshalb müssen wir unter anderem dafür sorgen, dass jedes Gebäude in diesem Land direkt mit einem Glasfaseranschluss ausgerüstet wird und dass der Zugang zu dieser Glasfaserinfrastruktur jedem Anbieter offen ist. Das Leben ist zu kurz, um offline zu sein.

Ursprünglich erschienen in der Ostschweiz am Sonntag vom 29. Mai 2016 (PDF der Seite)

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Reading List vom 24. März 2016

Living_Books_About_History

Automatische Datenverarbeitung in der Bundesverwaltung (1969) Living Books About History

 

https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Standortfoerderung/KMU-Politik/E-Economy_E-Government/E-Economy.html„Evaluation der Beobachtung der digitalen Wirtschaft durch den Bund“. E-Economy

 

http://www.nzz.ch/finanzen/schwarm-finanzierung-noch-in-den-kinderschuhen-1.18717914Noch viel Potential für Crowdfunding in der Schweiz. Crowdfunding: Schwarm-Finanzierung noch in den Kinderschuhen – NZZ Finanzen

 

http://www.woz.ch/1612/sozialpolitik/die-zwei-gesichter-des-grundeinkommensLinks ist es schwierig mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen BGE. Die zwei Gesichter des Grundeinkommens | WOZ Die Wochenzeitung

 

http://www.thebookseller.com/news/self-published-titles-22-e-book-market-325152Verlage werden immer unwichtiger, zumindest im E-Book Markt. Self-published titles ‚22% of UK e-book market‘ | The Bookseller

 

Les_Misérables__gloomy_French_writers_face_crisis_as_incomes_plummet___World_news___The_Guardian

Auch ein restriktives Urheberrecht bringt den Autoren kein Geld. Les Misrables: gloomy French writers face crisis as incomes plummet | World news | The Guardian

 

http://publishingperspectives.com/2016/03/will-ebooks-ever-circulate-freely-in-europe/Warum es in Europa keinen freien Markt für E-Books gibt Will Ebooks Ever Circulate Freely in Europe?

 

https://airtable.com/Ein interessantes Spreadsheet-Collaboration bzw. Database as a Service Produkt Airtable

 

https://ccnetzblog.wordpress.com/2016/03/24/swisscom-nicht-aufteilen/Das musste ich natürlich kommentieren 🙂 Swisscom nicht aufteilen! | CARNOT-COURNOT-NETZWERK BLOG

 

http://designmodo.com/slides/Ein Framework für ansprechende, statische Präsentations-Websites Slides Framework: Beautiful Website Builder – Designmodo

 

http://www.swico.ch/de/aktuell-medien/aktuell/buepf-referendum-kommt/4702Ein wichtiger Partner im Kampf gegen den Schnüffelstaat. BÜPF-Referendum kommt! | Swico

 

http://stopbuepf.ch/buepf-referendum-kommt/Yep BÜPF-Referendum kommt! | Wir stoppen das BÜPF

 

http://www.watson.ch/!629650253Mich würde ja vor allem interessieren, von welchem Anbieter die E-Mail Konten stammen. Cyber-Angriffe auf Shops und E-Mail-Konten-Hack hängen zusammen – watson

 

http://boingboing.net/2016/03/22/learn-all-about-your-new-commo.html2 Stunden Commodore 64 Kurs 🙂 Learn all about your new Commodore 64 computer / Boing Boing

 

http://www.woz.ch/-5892Ratlosigkeit… Terrorisiere sie, bis sie ihren Glauben überdenken | WOZ Die Wochenzeitung

 

http://contentools.com/Interessant, auch nicht so kostspielig, wie andere Lösungen für dieses Problem. Content Marketing Platform for Growing Companies

 

https://cloud.google.com/products/machine-learning/Hier werden bestimmt bald weitere interessante API’s dazu kommen. Google Cloud Machine Learning at Scale Google Cloud Platform

 

https://cloud.google.com/speech/?ref=producthuntGoogle Spracherkennung als API Speech API – Speech Recognition Google Cloud Platform

 

http://store.steampowered.com/app/382110Bald sitzen wir mit dem Helm am Computer. Bzw. der Helm wird der Computer sein, natürlich dann wahrscheinlich mit einem völlig anderen User-Interface. Virtual on Steam

 

https://knowyourcor.com/Wow, Blutanalyse at Home Cor | Home

 

http://templatetoaster.com/how-it-worksDie Idee wäre schon gut, wenn das nur nicht so Old-Skool Microsoft Style aussehen würde. How it Works – TemplateToaster

 

http://paperlit.com/App Builder für E-Books und Publisher Digital publishing software for magazines & brands | Paperlit

 

https://wikileaks.org/clinton-emails/?ref=producthuntWer über Ostern nichts zu tun hat, findet hier sicher noch das eine oder andere Interessante. WikiLeaks – Hillary Clinton Email Archive

 

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/pTrotz-Bruessel-Komitee-kaempft-gegen-mehr-Ueberwachungp/story/24190094Wir dürfen uns nicht durch solche tragischen Ereignisse blenden lassen. Trotz Brüssel: Komitee kämpft gegen mehr Überwachung – Schweiz: Standard – tagesanzeiger.ch

 

http://verfassung.li/Über_dieses_ProjektVorbildliches Modell für die Publikation von juristischen Kommentaren. über dieses Projekt Verfassungskommentar

 

http://www.nzz.ch/schweiz/aktuelle-themen/verfassungsrecht-der-kommentar-zu-liechtenstein-ld.9191Bei uns erscheinen Kommentare immer noch in teuren Büchern Fürst, Volk und Verfassung: Der Kommentar zu Liechtenstein – NZZ Aktuelle Themen

 

https://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=deVielleicht sind die Ziele falsch? www.news.admin.ch – Standardanzeige

 

http://www.swissict.ch/im-fokus/seitenblick/?emst=9Dxcn2OLmA_297_1743268_723Der SwissICT Chef hat offenbar Sympathien für das Bedingungslose Grundeinkommen Seitenblick 3 16 :: Der Verband für den Informatiker & für die Informatik

 

http://www.newscron.com/news/2016/03/niuws-meets-slack-von-experten-handkuratierte-fachinhalte-direkt-in-slack-lesen/Auch die von mir kuratierte Box „Netzpolitik“ ist natürlich neu via Slack abonnierbar. Newscron | Niuws meets Slack: Von Experten handkuratierte Fachinhalte direkt in Slack lesen

 

http://www.musicbusinessworldwide.com/youtube-wants-you-to-stop-comparing-it-to-spotify-and-apple-music/Die Kampagne der Musik-Industrie gegen YouTube. YouTube wants you to stop comparing it to Spotify and Apple Music – Music Business Worldwide

 

http://www.musicbusinessworldwide.com/streaming-trumps-cd-and-download-income-as-us-music-market-grows-0-9/Das Musik-Business scheint sich in den USA erholt zu haben. Streaming trumps CD and download income as US music market grows 0.9% – Music Business Worldwide

 

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Swisscom gibt zu, dass sie zu Wegelagerern des Internets werden wollen.

swisscom-2seitiger-markt-wegelagerer-20160323

Im Zusammenhang mit dem Swisscom/Netflix Debakel hat Watson ein paar interessante Fragen an die Swisscom gestellt und noch interessantere Antworten erhalten. Eine davon wollen wir hier kurz beleuchten.

Grundsätzlich ist es so, dass wir bei einem Internet-Zugangsanbieter ein Internet-Abo bestellen und bezahlen und dafür im Gegenzug erwarten, dass wir für den bezahlten Betrag, alles was im Internet angeboten wird, im Rahmen der bezahlten Bandbreite oder Datenmenge, uneingerschränkt nutzen können. Für Anbieter von Diensten im Internet, ist es ähnlich einfach. Man mietet irgendwo in einem Datenzenter einen Internet-Anschluss und bezahlt für die Datenmenge pro Sekunde, die von diesem Server abgerufen wird. Je erfolgreicher ein Angebot ist, desto mehr Bandbreite muss ein Anbieter mieten. Der Anbieter bezahlt also genauso für die Möglichkeit, Daten ins Internet zu senden und zu empfangen, wie der Nutzer. Wenn ein Anbieter sehr erfolgreich ist, dann schliesst er zusätzlich weitere Server in verschiedenen Ländern ans Internet und bezahlt auch da dafür.

Bis vor wenigen Jahren, war dieses System völlig unbestritten und die verschiedenen Internet-Provider haben ihrer Netze miteinander zusammengeschlossen, denn nur so, konnten alle davon profitieren. Irgendwann haben die Telekommunikationsabieter, denen auch die Kabel und die Antennen gehören, die die Nutzer mit dem Internet verbinden, gemerkt, dass sie eigentlich auf einer unermesslichen Goldgrube sitzen. Sie besitzen nämlich alle Passtrassen, Brücken und Tunnels der digitalen Kommunikationsinfrastruktur, und nicht nur das, sie besitzen den Zugang zum Internet-Nutzer. Da braucht es natürlich nicht viel, bis jemand auf die Idee kommt, diese Brücken und Zugänge nur noch gegen Geld passieren zu lassen. Genauso, wie das früher Wegelagerer und andere Abzocker an schwer passierbaren Stellen mit wenig Ausweichmöglichkeiten gemacht haben.

Warum soll uns das Geld der Internet-Nutzer und das Geld der Internet-Anbieter für die Nutzung der Infrastruktur ausreichen, wenn wir doch nun die Möglichkeit haben, nochmals sehr viel mehr Geld für die Durchleitung zu verlangen, sagt sich offenbar die Swisscom und mit ihr, auch die anderen Telkos, die die Netzneutralität mit allen Mitteln bekämpfen. Es sei nichts anderes als ein zweiseitiger Markt, meint der Mediensprecher von Swisscom indem er sein Unternehmen mit einem Zeitungsverlag vergleicht. Damit gibt er zu, dass es der Swisscom darum geht, sich neu als Wegelagerer im Internet zu positionieren und nicht mehr als Zugangsanbieter für Internet-Nutzer und -Anbieter.

swisscom-zitat-zweiseitiger-markt-watson

Es ist richtig, dass eine Zeitung als schönes Beispiel für einen zweiseitigen Markt herhalten kann. Es gibt hier allerdings zwei ganz wichtige Unterschiede. Erstens bezahle ich die Zeitung dafür, dass sie für mich auswählt, während ich den Internet-Zugangsanbieter dafür bezahle, dass ich ohne Einschränkungen alles, was es im Internet gibt, nutzen kann. Und zweitens ist das Internet ist eine offene Plattform von immenser gesellschaftlicher Bedeutung für alle und gehört weder der Swisscom noch irgendeinem anderen Anbieter. Es ist darum völlig vermessen und unverfroren, sich hier so darzustellen, als sei es quasi nichts anderes als ihr gutes Recht, noch einmal die Hand aufzuhalten.

Wir müssen uns klar darüber sein, dass der gesellschaftliche und gesamtwirtschaftliche Schaden für die Schweiz enorm sein wird, wenn wir es zulassen, dass die Swisscom und ihre paar Mitbewerber dieses Geschäftsmodell ausbauen können. Richtig, die Swisscom wird krass fette Gewinne schreiben, aber wir alle werden darunter leiden. Wir werden nur noch den Teil des Internets zu sehen bekommen, den die Telkos als Internet definieren. Sie sagen dann einfach: «Och, Skype oder Netflix, das ist nicht Internet, das ist ein Spezialdienst, und wenn Du bei uns Kunde bist, gibt es nur die Spezialdienste, die wir für richtig halten, sorry». Und weil das dann jeder so macht, wirst Du keinen Anbieter mehr finden, der Dir das volle Internet gibt (ausser vielleicht Init7, deren Angebot Fiber7 es aber, wahrscheinlich noch für Jahrzehnte, nur in den grösseren Stadt-Regionen geben wird). Noch schlimmer, es werden mit der Zeit auch keine neuen Angebote mehr entstehen, weil es ja für jeden Newcomer, der ein bestehendes Produkt besser machen will, unmöglich sein wird, zu den potentiellen Endkunden durch zukommen. Nicht nur, weil er dafür eine Telko-Wegelagerer-Steuer bezahlen muss, sondern weil die Telkos schon gar nicht erst einen Vertrag abschliessen werden, mit jemanden der ihre wichtigen Kunden mit einem Konkurrenzprodukt verärgert.

Abschliessend sei noch erwähnt, dass der zweite Teil der obigen Antwort, dass das quasi schon immer so war, so nicht stimmt, aber dazu werde ich mich in einem späteren Beitrag noch äussern.

Vorerst sei einfach noch einmal klargestellt: Ohne die gesetzliche Verankerung der Netzneutralität werden die Swisscom und die anderen Telkos in Zukunft einfach laufend Internet-Angebote als Spezialdienste definieren und dann dafür ihre Wegelagerer-Steuer bei den Anbieter eintreiben. Das wird dazu führen, dass unser offenes Internet Vergangenheit sein wird und Du aus deutlich weniger Alternativen wählen können wirst. Und falls Du mal mit dem Gedanken gespielt hast ein Unternehmen zu gründen, um ein besseres Produkt im Netz anzubieten, dann würde ich sagen, vergiss das und heuere am besten bei der Swisscom oder der UPC Cablecom an.

(Disclosure: Ich bin, abgesehen vom Netzneutralitäts-Problem, zufriedener Swisscom-Mobile und UPC Cablecom Kunde. Als Mitglied der Digitalen Gesellschaft und als Staatsbürger setze ich mich für die gesetzliche Verankerung der Netzneutralität ein und ich kenne Fredy Künzler, den Gründer und Geschäftsführer von Init7, persönlich.)

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Reading List vom 22. März 2016

http://expoarchiv.ch/index.htmlEin interessantes Archiv zu den Landesausstellungen der Schweiz. expoarchiv.ch – Virtuelles Museum – Muse Virtuel – Virtual Museum

 

https://netzpolitik.org/2016/studie-online-ueberwachung-bringt-abweichende-meinungen-zum-schweigen/Überwachung unbescholtener Bürger ist so oder so problematisch. Studie: Online-Überwachung bringt abweichende Meinungen zum Schweigen | netzpolitik.org

 

https://anvil.works/Python Platform as a Service (PaaS) Anvil

 

https://www.ean-now.com/index.htmlIch weiss zwar nicht warum, aber ich habe das Gefühl, dass könnte ich mal brauchen. ||| ||EAN NOW – Your EAN Instant Store

 

http://www.computerworld.ch/news/it-branche/artikel/exklusiv-netflix-vs-swisscom-swisscom-knickt-ein-peering-vertrag-unterzeichnet-69890/Das ging jetzt aber schnell. Das letzte Wort wird hier allerdings kaum gesprochen sein. Exklusiv: Netflix vs. Swisscom: Swisscom knickt ein, Peering-Vertrag unterzeichnet – computerworld.ch

 

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-03/bruessel-anschlaege-terrorOhne Kommentar. Anschläge in Brüssel: Angriff auf Europa

 

http://www.nzz.ch/meinung/blogs/medienblog/710/2016/03/22/zur-schau-gestellte-terror-opferWer die Opfer solcher Anschläge zur Schau stellt, hilft den Terroristen bei der Verbreitung ihrer Botschaft. Zur Schau gestellte Terror-Opfer – In Medias Ras – NZZ Blogs

 

http://www.computerworld.ch/news/it-branche/artikel/netflix-vs-swisscom-es-geht-um-viel-mehr-als-stockende-uebertragungen-es-geht-um-die-kontrolle-im/Hintergrund zum Swisscom / Netflix / Netzneutralität Debakel Netflix vs Swisscom: Es geht um viel mehr, als stockende übertragungen. Es geht um die Dominanz im Internet. – computerworld.ch

 

http://www.nzz.ch/meinung/debatte/fuer-soziale-unternehmer-1.18716549Klaus Schwab empfiehlt Unternehmen sozialer zu werden, wenn sie den Kapitalismus retten wollen. Legitimationsprobleme im kaltlaufenden Kapitalismus: Für soziale Unternehmer – NZZ Gastkommentare

 

http://www.nzz.ch/zuerich/lokale-staerke-soll-nicht-mehr-genuegen-1.18716803Dass dies die SP unterstützt ist falsch. Zürcher Kantonsrat: Lokale Stärke soll nicht mehr genügen – NZZ Zürich

 

http://www.nzz.ch/finanzen/anleihen/geldpolitik-macht-reiche-noch-reicher-1.18716685Den weniger Begüterten fehlen schlicht die Mittel für Diversifikation oder für ein grösseres Risiko. Steigende Ungleichheit durch risikoscheues Anlageverhalten: Geldpolitik macht Reiche noch reicher – NZZ Anleihen

 

http://www.watson.ch/!547072095?utm_medium=ownedExplosionen am Flughafen und in zwei Metrostationen in Brssel +++ Medien berichten von 23 Toten – watson

 

http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/eu-vermag-kritiker-nicht-zu-ueberzeugen-1.18716659Zu recht, denn es ist klar, dass die Grosskonzerne dadurch eine weitere Möglichkeit erhalten, den Gesetzgebungsprozess zu beeinflussen. TTIP-Verhandlungen: EU vermag Kritiker nicht zu überzeugen – NZZ Wirtschaftspolitik

 

https://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=deE-Books können nun auch von Self-Publishing Autoren und Kleinverlagen an die Nationalbibliothek geliefert werden. www.news.admin.ch – Standardanzeige

 

http://harpers.org/archive/2016/04/legalize-it-all/Die Geschichte, die zur weltweiten Repression von Drogen, angeführt durch die USA geführt hat. Mit einem unglaublichen Zitat eines ehemaligen Nixon-Beraters:

“The Nixon campaign in 1968, and the Nixon White House after that, had two enemies: the antiwar left and black people. You understand what I’m saying? We knew we couldn’t make it illegal to be either against the war or black, but by getting the public to associate the hippies with marijuana and blacks with heroin, and then criminalizing both heavily, we could disrupt those communities. We could arrest their leaders, raid their homes, break up their meetings, and vilify them night after night on the evening news. Did we know we were lying about the drugs? Of course we did.” [Report] | Legalize It All, by Dan Baum | Harper’s Magazine

 

https://www.digitale-gesellschaft.ch/2016/03/21/buepf-2-0-schlecht-ist-nicht-gut-genug/Eine Zusammenstellung aller Verbesserungsvorschläge der Digitalen Gesellschaft zum BÜPF und inwiefern sie (nicht) berücksichtigt wurden. Digitale Gesellschaft BÜPF 2.0: Schlecht ist nicht gut genug

 

http://www.theguardian.com/money/commentisfree/2016/mar/21/fear-cashless-world-contactlessEin weiterer Artikel, der die Gefahren der Bargeldlosen Gesellschaft beschreibt. Ich bin ja alles andere, als ein Maschinenstürmer, aber in dieser Frage bin ich klar der Meinung, dass wir diesen Schritt nicht tun sollten. Why we should fear a cashless world | Dominic Frisby | Opinion | The Guardian

 

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Glättlis Vorschlag gibt den richtigen Weg vor: Wir müssen die Netze von den Services trennen

swisscom-netze-trennen-20160322

Der Vorstoss war ja zu erwarten gewesen: Der Bund soll, nach dem Willen bürgerlicher Politiker, seine Mehrheit an der Swisscom abgeben. Balthasar Glättli bringt nun als Antwort auf diese Forderung eine Lösung ins Spiel, die genau in die richtige Richtung zielt. Wir müssen bei der Swisscom (und evtl. auch bei der UPC Cablecom) die Services von der Internet-Zugangs-Infrastruktur trennen. Dabei muss es nicht einmal so sein, dass die Zugangs-Infrastruktur verstaatlicht sein muss. Sie kann durchaus privat organisiert sein, aber sie muss anders reguliert werden.

1.) Eine Anbieterin von Internet-Zugangsinfrastruktur soll keine OTT-Services mehr anbieten dürfen. OTT bedeutet Over the Top und damit sind alle Dienste gemeint, die über das Internet angeboten werden. Telefonie, Fernsehen, Bezahlsysteme, Cloud-Dienste und vieles mehr.

2). Eine Anbieterin von Internet-Zugangsinfrastruktur ist zur vollen Einhaltung der Netzneutralität verpflichtet.

3.) Eine Anbieterin von Internet-Zugangsinfrastruktur ist dazu verpflichtet symmetrische Breitband-Internet-Zugänge für alle bereitzustellen. Diese müssen mindestens 90% der Geschwindigkeit des bestplatzierten Landes im weltweiten Vergleich der Breitband-Anschlüsse erreichen.

4.) Die Anbieterinnen von Internet-Zugangsinfrastruktur zahlen in einen gemeinsamen Fonds ein, der die höheren Kosten für die Erschliessung in ländlichen Gebieten deckt.

Im Falle der Swisscom würde das bedeuten, dass wir sie in zwei Gesellschaften trennen. Eine, nennen wir sie Swisscom Netz AG, betreibt die Glasfaser-, die Kupferkabel- und die Mobilfunk-Infrastruktur. An dieser Firma kann der Bund weiterhin beteiligt bleiben, auch wenn ich eigentlich der Meinung bin, dass der Staat nicht Unternehmer sein sollte. Die zweite, nennen wir sie Swisscom OTT AG, bietet Telefonie, Fernsehen, Videokonferenzen, Payment, E-Commerce-Lösungen, Cloud- und andere Informatikdienstleistungen, auf dem freien Wettbewerb an und ist vollkommen privatisiert.

Durch eine solche Trennung wird sichergestellt, dass das Internet in der Schweiz weiterhin seine emanzipatorischen Kräfte entwickeln und zugleich als Innovationsmotor unserer Wirtschaft funktionieren kann.

Die Behauptung der Swisscom, dass eine Trennung von Netz und Diensten nicht möglich oder nicht sinnvoll sei, ist eine reine Schutzbehauptung. Das mag vielleicht 2006 noch einigermassen richtig gewesen sein, aber zehn Jahre später gibt es für diese Aussage keine Evidenz mehr. Alle Dienste werden heute über das IP-Protokoll, sprich über das Internet bereit gestellt. Der Beweis hierfür ist ja, dass es keinen einzigen Dienst der Swisscom gibt, der nicht bereits von Dritten ohne direkten Netzzugang einfach als Internet-Service ebenso gut, und in machen Fällen sogar besser, angeboten wird. Die Verzettelung der Swisscom in alle möglichen Bereiche und die unsägliche Verknüpfung von Diensten und Netzzugang führt zu einer innovationshemmenden und wettbewerbsfeindlichen Konzentration in der Medien- und Informatikbranche. Wenn wir auf dem bestehenden Weg weitergehen, droht ein schädliches Oligopol nicht nur auf dem Zugangsmarkt, wo das leider unvermeidlich ist, und darum reguliert werden muss, sondern eben auch auf dem OTT-Markt.

Die zweite Behauptung, dass man dann auch andere Anbieter, wie die UPC Cablecom so behandeln und damit enteignen müsste, ist eine weitere Schutzbehauptung. Wir können die Internet-Zugangsanbieter durchaus, und ohne Enteignung, wie oben skizziert, regulieren. Es liegt dann an der UPC Cablecom und den anderen, wie sie die Trennung ihrer Gesellschaften organisatorisch lösen.

Ein solches Vorgehen ist auf keinen Fall ein Weg zurück zur PTT, sondern ein Weg in die Zukunft, in eine bessere Zukunft für uns alle. Die Internet-Zugangsinfrastruktur ist für die Menschen in diesem Land genauso wichtig, wie die Verkehrsinfrastruktur, oder die Bildung und das Gesundheitswesen. Sie darf nicht zum Spielball derjenigen Kräfte werden, die sich eine, als Oligopol organisierte, konzentrierte Medien- und Informatikinfrastruktur in der Schweiz wünschen. Wenn wir Vielfalt und bestmögliche Entwicklungsmöglichkeiten für alle Menschen in diesem Land wollen, müssen wir diese grundsätzliche Diskussion führen. Und es ist keineswegs zu spät dafür, diese Weiche neu zu stellen, wie der Swisscom Sprecher erklärt, im Gegenteil. Weichen kann man immer Stellen und für diese ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt.

 

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Reading List vom 21. März 2016

http://www.snipandshare.com/Das kann man vielleicht mal brauchen. Websites zu Kurzvideos bzw. animierten Gifs zusammen schnippseln. Video Trailer by Snipandshare

 

https://visual-recognition-demo.mybluemix.net/Nach Google bringt nun auch IBM ein A.I. Image Recognition API Visual Recognition Demo

 

http://pushforpress.com/Das ist eine wirklich gute Umsetzung eines Presserverteiler-Service. Push for Press |

 

https://workstack.io/Das Planen ist meistens nicht das Problem, sondern das sich an den Plan halten zu können. Workstack hat aber auf jeden Fall einen interessanten Ansatz. Workstack 2.0 – Planning Made Easy

 

https://medium.com/@johnbiggs/what-happens-when-you-write-11-000-blog-posts-bf97e2e522c2Ein Pläydoyer für den Blog. 11’000 Blogposts, krass. What happens when you write 11,000 blog posts? Medium

 

https://wpengine.com/blog/two-factor-authentication/WP Engine ist nach wie vor die beste Managed WordPress Hosting Umgebung am Markt. Gut, dass nun das User Portal auch besser geschützt ist. Two-Factor Authentication: A Second Line Of Defense | WordPress Hosting by @WPEngine

 

http://www.infosperber.ch/Artikel/Wirtschaft/Abschaffung-Bargeld-Banken-Auf-die-BarrikadenMit dem Argument, Terrorismus und Geldwäscherei bekämpfen, lässt sich scheinbar jede politische Forderung zu verkaufen und sei sie noch so falsch. Für Bargeld auf die Barrikaden

 

http://www.e-book-news.de/hartes-drm-segen-oder-schmarrn/Eigentlich ist es tragisch, dass man das so vielen Verlagen und Autoren immer noch erklären muss. e-book-news.de Hartes DRM Segen oder Schmarrn?

 

https://www.washingtonpost.com/news/the-switch/wp/2016/03/18/what-a-deal-between-google-and-t-mobile-says-about-the-future-of-internet-access/Auch wenn die Video-Provider nichts bezahlen müssen und auch wenn das Programm für alle offen steht, es ist eine bedrohliche Entwicklung für das offene Netz, denn statt die Kapazitäten auszubauen greift T-Mobile in den Datenstrom ein. What a deal between Google and T-Mobile says about the future of Internet access – The Washington Post

 

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Wer-viele-SMS-bekommt-ist-kreditwuerdiger/story/25348702Die Beurteilung eines Individuums aufgrund statistischer Daten ist äusserst fragwürdig. Wer viele SMS bekommt, ist kreditwürdiger – News Wirtschaft: Unternehmen – tagesanzeiger.ch

 

http://www.computerworld.ch/news/kommunikation/artikel/netzneutralitaet-kritik-an-schweizer-providern-69875/Der Code of Conduct der Provider ist schlicht wertlos. Die Netzneutralität kann offensichtlich nur durch gesetzliche Verankerung sichergestellt werden. Netzneutralität: Kritik an Schweizer Providern – computerworld.ch

http://www.netzwoche.ch/News/2016/03/18/Swisscom-sucht-Start-ups.aspxIch frage mich, ob es gut ist, wenn Startups sich in so früher Phase schon in die Arme der Grosskonzerne werfen. Swisscom sucht Start-ups – Netzwoche

 

http://sbb-zufriedenheit.ch/Kann ich bestimmt mal brauchen. Ihre Meinung bringt uns weiter. | SBB Zufriedenheit

 

http://www.inc.com/glenn-leibowitz/meet-the-ceo-running-a-billion-dollar-company-with-no-offices-or-email.htmlAutomattic ist für mich in vielerlei Hinsicht vorbildlich und interessant. Erstens zeigen sie, wie man auf Basis einer Kombination von Open Source Software und Cloud Computing ein Geschäftsmodell aufbauen kann, zweitens wie man Dezentralisierung fördern kann und drittens, wie man eine Firma mit mehr als 400 Leuten ohne eigene Büro-Infrastruktur über das Internet organisieren und erfolgreich führen kann. This CEO Runs a Billion-Dollar Company With No Offices or Email | Inc.com

 

http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/fenaco-bringt-tesla-batterie-powerwall-die-schweiz-1000666«Wir bringen den Bauern einen Tesla in die Scheune.». Interessant, dass ausgerechnet die Fenaco hier Vorreiterin in der Schweiz ist. Fenaco bringt Tesla-Batterie Powerwall in die Schweiz | Handelszeitung.ch

 

http://www.zeit.de/2016/10/schweiz-medien-nzz-weltwoche-rechtsruck/komplettansichtDie Vielfalt der Meinungen ist in der Schweiz noch lange nicht in Gefahr. Etwas gar pessimistisch diese Einschätzung hier. Schweiz: Die Stimmung wird gekippt |ZEIT ONLINE

 

http://www.blick.ch/news/politik/33-stunden-arbeiten-9000-franken-kassieren-null-stress-im-stoeckli-id4825317.htmlKleinliche Kritik. Der Verdienst der Parlamentarier ist nicht übermässig und man muss bei diesem Thema, wenn schon die Leistung über das ganze Jahr betrachten. 33 Stunden arbeiten, 9000 Franken kassieren: Null Stress im Stöckli – Blick

http://www.nzz.ch/islamisten-in-der-schweiz-42-fragen-zu-radikalisierung-ld.8938Ob das eine Methode ist, die dem Einzelfall gerecht wird?. Islamisten in der Schweiz: 42 Fragen zu Radikalisierung – NZZ

 

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Reading List vom 20. März 2016

http://www.nzz.ch/schweiz/bedingungsloses-grundeinkommen-es-hat-genug-fuer-alle-ld.8712Ein sympathisches Portrait über die Initianten und Unterstützer der Volksinitiative. Bedingungsloses Grundeinkommen: Es hat genug für alle! – NZZ Schweiz

http://www.nzz.ch/feuilleton/was-von-der-frankfurter-schule-uebrig-ist-das-grosse-nein-ist-passe-ld.8666Jede Idee braucht ihren Zeitgeist. Was von der Frankfurter Schule übrig ist: Das grosse Nein ist pass – NZZ Feuilleton

http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/eu-mitglied-zu-sein-ist-angenehmer-wirbel-um-aussagen-des-schweizer-botschafters-in-bruessel-130146131Problematische sind natürlich auch diese sogenannten „Hintergrundgespräche“, aus welchen Journalisten dann nichts zitieren dürfen. EU-Mitglied zu sein, ist angenehmer: Wirbel um Aussagen des Schweizer Botschafters in Brüssel – Schweiz – az Aargauer Zeitung

https://torrentfreak.com/sxsw-2016-on-bittorrent-10-33-gb-of-free-music-160318/Etwas für Jäger und Sammler.
«All the tracks released for the previous editions are also still available for those people who want to fill up their harddrives without having to invest thousands of dollars. The 2005 – 2016 archives now total more than 69 gigabytes.»
SXSW 2016 on BitTorrent: 10.33 GB of Free Music – TorrentFreak

http://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/Megatrends-Gesellschaft-EntwicklungInteressante Gegenüberstellung der 10 Megatrends, die John Naisbitt in seinem Buch 1982 publiziert hat, mit der Realität. Die 10 Megatrends! Haben sie sich bewahrheitet?

http://www.simplicissimus.info/index.php?id=5Die Satire-Zeitschrift „Simplicissimus“, die in Deutschland zwischen 1896 bis 1944 erschienen ist, ist komplett online verfügbar. Alle Hefte können als PDF heruntergeladen werden. Die Inhalte sind durch eine umfangreiche Personen- und Schlagwörterliste zugänglich gemacht. Ein vorbildliches Projekt. Simplicissimus die historische Satirezeitschrift

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/kampf-der-welten/story/23484275

Constantin Seibt: «Was nicht hilft, ist Jammern: etwa über Stilverletzungen oder Demagogie. Schon, weil der grösste Stolz der neuen Rechten die eigene Rohheit ist. Aber vor allem, weil in nebligen Zeiten nicht Klagen zählt, sondern ein Kurs. Das Erfreuliche ist, dass Langweile kein Problem mehr ist. Pragmatismus, egal von welchem Lager, braucht wieder Mut und Ideen. Es ist Zeit, den Kragen hochzuschlagen, die Segel zu setzen und zu sehen, was der Sturm bringt.» Kampf der Welten – News International: Europa – tagesanzeiger.ch

http://isp-blog.ch/das-netflix-paradoxon-bei-swisscom/Die technischen Hintergründe zum Swisscom / Netflix Problem und eine Erklärung warum Netzneutralität auch etwas mit Peering zu tun hat. Offenbar ist es für die Swisscom gar nicht so einfach, das Netflix Problem zu lösen. Aber in diese Lage hat sie sich selber manövriert. Das Netflix-Paradoxon bei Swisscom Swiss ISP Blog

https://filmstro.com/Die Filmmusik, die mit diesem Programm mehr oder weniger automatisiert und zu lächerlich tiefen Preise generiert werden kann, ist zwar nicht mit künstlicher Intelligenz entstanden, wie die bei JukeDesk, aber es ist letztendlich trotzdem Software, die den Filmkomponisten hier überflüssig macht. Krass. Filmstro

http://philpapers.org/rec/KANAPA-4?ref=mailHier hat offenbar jemand einen ähnlichen Aufbau wie ich in „Intellectual Property is Common Property“ gewählt, ohne allerdings zum selben Schluss zu gelangen. Michael A. Kanning, A Philosophical Analysis of Intellectual Property: In Defense of Instrumentalism – PhilPapers

http://guides.library.harvard.edu/Finding_Images

Die Harvard Law School Library hat eine kurze Einführung zu den Begriffen ‚Creative Commons‘ und ‚Public Domain‘, sowie eine ausführliche Liste mit verschiedenen Quellen für gemeinfreie und Creative Commons Inhalte. What Do Public Domain & Creative Commons Mean? – Finding Public Domain & Creative Commons Media – Research Guides at Harvard Library

 

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Nein, die Schweizer Telkos bekennen sich nicht zur Netzneutralität – Der Code of Conduct ist nach wie vor eine Farce

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Im November 2014 haben die grossen Schweizer Internet-Zugangsanbieter wie Swisscom und UPC Cablecom die erste Version ihres, ziemlich frech als Verhaltensrichtlinien zur Netzneutralität bezeichneten, Code of Conduct vorgestellt. Heute nun teilt die Swisscom mit, dass die beteiligten Unternehmen und Verbände ihr Engagement für ein offenes Internet bekräftigen. Das ist natürlich ein unglaublicher Euphemismus und es ist daher falsch, wenn ein Teil der Informatik-Medien daraus die Titelzeile ableitet, dass sich die Schweizer Anbieter zur Netzneutralität bekennen würden. Es handelt sich dabei einmal mehr um reine Augenwischerei. Aber schauen wir uns doch im Detail an, warum der Fisch stinkt.

Bereits auf der ersten Seite beschreiben die Internet-Zugangsanbieter wie sie mit Zero-Rating gegen die Netzneutralität verstossen dürfen wollen.

«Einzelne Dienste können dabei preislich oder bezüglich Netzkapazitäten gesondert behandelt werden. Insbesondere soll im Einvernehmen mit dem Kunden der Internetzugang so gestaltet werden können, dass für gewisse Dienste vertraglich vereinbarte Datenlimiten nicht angerechnet werden (zero rating, auch sponsored data genannt) oder dass gewisse Dienste lediglich mit reduzierter Übertragungskapazität und/oder mit Datenlimiten zur Verfügung stehen. Bedingungen der Ausgestaltung der Angebote werden dem Kunden vorgängig klar und transparent kommuniziert.»

Eine solche Sonderbehandlung von einzelnen Diensten stellt ohne Wenn und Aber eine gravierende Verletzung der Netzneutralität dar und bildet eine der Grundlagen für die Zerstörung des offenen Netzes. Zero-Rating behindert den Wettbwerb und ist schädlich für die Internet-Nutzer und für die Wirtschaft. Neu ist, dass man hier nun behauptet Kundenwünsche umzusetzen. Obwohl natürlich nie eine Kundin gefragt wurde, ob sie eine Welt bevorzuge, in welcher die Swisscom entscheide, welche Internet-Dienste erfolgreich sein dürfen oder ob sie das weiterhin selber, durch ihre Auswahl entscheiden möchte. Zero-Rating führt dazu, dass am Ende des Prozesses nur noch ein paar wenige Dienstanbieter überleben, nämlich die von Swisscoms und UPC Cablecoms Gnaden und dass in den Bereichen, die mit Zero-Rating-Angeboten bedient werden, Innovationen kaum mehr entstehen werden. Die nicht so gute alte Zeit der gemächlichen PTT lässt grüssen. Back to ‚Videotex‚ heisst offenbar die Devise.

Dann wird im zweiten Punkt auf der nächsten Seite behauptet, dass keine Internetdienste und -anwendungen behindert werden, um dann etwas weiter unter unten aber zu beschreiben:

«Zulässig sind Verkehrsmanagementmassnahmen, die dazu dienen die Dienstqualität von Telefonie, TV oder anderen Diensten wie Videokonferenzen, Internet of Things, etc. (sog. „managed services“) zu gewährleisten»

Diese ‚managed services‘ genannten Dienste bilden die Grundlage des rhetorischen Tricks der Tekos. Indem sie behaupten, dass gewisse Dienste wie Videokonferenzen oder Internet of Things nicht zum Internet gehören, sondern etwas anderes seien, nämlich spezielle ‚Quality of Service‘- Dienste, entziehen sie diese Angebote ihrem Versprechen, das Internet offen zu halten. Dabei ist es ziemlich absurd zu behaupten, dass Videokonferenzen oder das Internet der Dinge nicht zum Internet gehörten. Wir alle nutzen Skype und Google Hangouts und diese sind nicht bei Swisscom oder UPC Cablecom entstanden, sondern im Internet und sie basieren auch auf dem IP-Protokoll, so wie alle Internet-Dienste auf dem IP-Protokoll aufbauen. Der Fall ist völlig einfach und klar: Es gibt nur verschiedene Internet-Dienste im IP-Netz und keine „Spezialdienste“ oder „Quality-of-Service“-Dienste. Diese Unterscheidung wurde von den Telkos einzig und alleine dazu erfunden, um uns und den politischen Entscheidungsträgern in Sachen Netzneutralität Sand in die Augen zu streuen.

Und zu guter Letzt behaupten die Telkos noch, dass sie transparent sein wollen, mit einer Ausnahme:

«Die unterzeichnenden Netzbetreiber werden derartige Verkehrsmanagementmassnahmen an geeigneter Stelle auf ihren Webseiten bekannt geben, sofern sie nicht aus Wettbewerbs- oder anderen, übergeordneten Gründen geheim gehalten werden müssen.»

Das bedeutet, dass wir nie erfahren werden, was wirklich passiert im Hintergrund, weil es bei all diesen Verträgen immer üblich ist, dass diese mit einer Geheimhaltungsklausel versehen sind. Einmal mehr, ein grosser Witz, der mich allerdings nicht zum Lachen bringt.

Wir stellen fest, es hat sich nichts geändert. Im Gegenteil der neue Code of Conduct ist eine Ohrfeige für alle Internet-Nutzer. Die Telkos wollen uns für doof verkaufen und behaupten einfach, dass Dienste, die aus dem Internet geboren wurden, plötzlich nicht mehr zum Internet gehören und dass wir auf diese keine Zugangsberechtigung mit unserem Internet-Abo haben. Aber sonst, soll das Internet natürlich offen bleiben. Die Frage ist nur, was denn davon noch übrig bleiben wird.

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