Markus Ruf zum Thema “Brainstormings”

Der Werber des Jahres 2006 und 2001 Markus Ruf antwortet in der Werbewoche Nr.2/2006 auf Seite 16 auf die Frage "Was bringen Sie zu einem guten Brainstorming mit?":

"Ich muss Sie enttäuschen: Ruf Lanz macht praktisch keine Brainstormings. Das wirkt zwar trendig in ARD-Vorabendserien, wenn die Arbeit in einer Werbeagentur dargestellt werden soll. In Realität jedoch stammen die allermeisten guten Ideen aus dem Hirn einer einzigen Person, allein erschwitzt in der stillen Klause. Zusammen sitzen wir erst, wenn jeder bereits einige guten Ideen ausgebrütet hat, um die besten davon zu perfektionieren."

Ich zitiere diese Aussage nicht um gemeinsame Ideenfindungsprozesse generell schlecht zu schreiben. Aber die oft überhöhten Erwartungen an Brainstormings und die mit dieser Kreativtechnik verbundenen Vorstellungen über eine "coole" Arbeitsatmosphäre führen in zu vielen Fällen dazu, dass zu solchen Meetings eingeladen wird obwohl man viel einfacher ein paar wache und aktive Mitmenschen gebeten hätte, sich ein paar Gedanken zu einem Thema zu machen.

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Das Internet ist ja für viele das Beispiel für ein dezentrales Netzwerk. Man kann das mit guten Gründen in Frage stellen (siehe unten), doch vor allem die darüberliegende Schicht, das World Wide Web, konnte sich nicht zuletzt dank seiner nicht-hierarchischen Struktur in solch kurzer Zeit so schnell verbreiten und die gesellschaftlichen Umwälzungen anstossen, deren Zeugen, Betroffene und Akteure wir sein dürfen.

Seit einiger Zeit lassen sich aber verschiedene Entwicklungen beobachten, die dieser dezentralen Organisationsform entgegenwirken. Facebook vereinigt einen grossen Teil der aktiven Netzbevölkerung auf seiner Platform. Apple scheint das Ziel zu verfolgen, die Netzinhalte für Mobile Geräte über ihre zentralen Strukturen zu schleusen. Der weitaus grösste Teil der Online Videos wird auf YouTube gehostet, die Fotos auf Flickr usw. Auch Cloud Computing bedeutet, zumindest auf der Infrastrukturebene vor allem eines: Zentralisierung.

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