SBVV Geschäftsführer bestätigt minimale Auswirkung der Buchpreisbindung

Die Buchpreisbindung wird uns hier in den nächsten Wochen wohl noch öfters beschäftigen.

In einem Interview auf Buchreport.de, publiziert am 16. Dezember 2011, bestätigt Daniel Landolf, der Geschäftsführer des Schweizerischen Buchhändler- und Verlegerverbandes (SBVV) und damit oberster Kampagnenführer der Befürworter der Buchpreisbindung, dass die Annahme des Gesetzes keine grossen Veränderungen mit sich bringen würde. 

Die letzte Frage des Gespräches lautete, ob die Branche einen Plan B vorbereitet hätte, falls das Volk im Referendum am 11. März 2012 das Gesetz ablehnt. Seine Antwort (Auszug):

….Wenn die Volksabstimmung Erfolg hat, verändert sich die Lage gegenüber heute ja nicht dramatisch. Und mit oder ohne Preisbindung, die Branche und damit der Verband stehen sowieso vor vielen großen Herausforderungen, Stichworte dazu sind Digitalisierung oder die für Schweizer Firmen ungünstigen Wechselkurse, um nur zwei zu nennen. Die Preisbindung aber würde Verlagen und Buchhandlungen helfen, diese Schwierigkeiten gestärkt anzugehen. 

Das Gesetz hast also wenig Auswirkungen. Nun, dann würde ich vorschlagen, lassen wir das Gesetz doch bleiben. Denn wenn es nur wenig, also fast nichts bringt, ist es doch völlig übertrieben, einer ganzen Branche ein solches Korsett anzulegen. Dann haben wir zwar ein Gesetz mehr, aber nicht wirklich eine bessere Lage.

Und was in eine Richtung gelten soll, stimmt wohl auch in die andere. Wir können daher am 11. März auch als Freunde des Buches und des Buchhandels guten Gewissens „NEIN“ stimmen, denn „die Lage verändert sich ja gegenüber heute nicht dramatisch“.

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Wir stehen nun also ein paar Tage vor der Entscheidung ob in der Schweiz die Buchpreisbindung eingeführt wird oder nicht. Ich finde dieses Gesetz vor allem falsch, weil es all das, was die Befürworter versprechen, nähmlich die Förderung des Kulturgutes Buch und des Schweizer Literaturschaffens nicht unterstützt, sondern verhindert.

Mir und vielen anderen Gegnern dieses Gesetzes geht es doch nicht darum, dass irgendein Bestseller beim Ex-Libris ein paar Franken günstiger eingekauft werden kann. Nein, man kann auch gegen dieses Gesetz sein, weil man genau das erreichen will, was das Gesetz verspricht. Ich will Vielfalt, Vielfalt der Werke, der Autoren, der Verlage, der Distributionsprozesse, der Buchhändler und der Verkaufsstellen, weil nur eine solche Vielfalt eine reiche Kultur des Buches und der Autoren hervorbringen kann.

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