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Altersbeschränkung im Kino, Sackgebühr und Kantönligeist

Unsere Gesellschaften sind durch Pluralität und Diversität gekennzeichnet sind. Trotzdem versuchen wir dauernd Konformität herzustellen. Auf der einen Seite halten wir hoch, dass wir Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen integrieren können, und gleichzeitig wollen wir immer mehr Regeln auf alle Menschen angewandt wissen.

Keine Regelung kann der individuellen Situation des einzelnen Menschen gerecht werden. Das Alter, ab wann z.B. ein Film im Kino zugänglich sein darf, ist völlig willkürlich. Gerade im Teenager-Alter gibt es sehr grosse Unterschiede im Bezug auf die geistige Reife eines Menschen. Dass man solche Altersgrenzen setzen will, ist das eine, dass man aber auch will, dass diese überall gleich sein sollen, führt dazu, dass nicht einmal mehr mit verschiedenen Ansichten experimentiert werden kann. In Zürich gelten vorerst noch die eigenen Regeln, zwar eher aus ökonimischen, denn aus politischen Gründen, aber immerhin.

Mit dem negativ besetzten Begriff „Kantönligeist“ wird jede Individualität der Regionen platt gemacht. Immer öfter wird gefordert, dass irgendeine politische Idee, überall Geltung haben soll, vielfach auch gegen den Willen der betroffenen Bevölkerung vor Ort. So muss nun auch im Kanton Nidwalden die Sackgebühr eingeführt werden.

Ich glaube, dass das falsch ist und dass es uns besser geht, wenn wir die Verschiedenheit hochleben lassen und sie fördern. Föderalismus und Subsidiaritätsprinzip sind äusserst wichtige Grundlagen um der Demokratie eine möglichst hohe Akzeptanz in der Bevölkerung zu ermöglichen und um verschiedenen Konzepten und Ideen die Chancen zu geben, sich zu bewähren oder zu scheitern. Wenn wir schon der Meinung sind, in immer mehr private Lebensbereiche des Einzelnen eingreifen zu müssen, dann sollten wir wenigstens eine Vielfalt der Lösungen zulassen.

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