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Programmieren als erste Fremdsprache in der Primarschule

Mir ist diese Tage wieder klar geworden, wie wichtig es eigentlich wäre, dass den Kindern so früh wie möglich und so umfassend wie möglich beigebracht wird, wie sie Herrscherinnen über die Maschinen werden.

Da reicht es nicht zu lernen, dass die Computer die Daten binär speichern oder wie man Formatvorlagen in Text­verarbeitungs­programmen nutzt. Das Wissen über die Art und Weise, wie die Informatik-Infrastruktur, die letztendlich jeden unserer Lebensbereiche betrifft, zu beherrschen ist, ist grundlegend für den Erhalt der Freiheit.

Wenn dieses Wissen nur in den Händen einer relativ kleinen Technologie-Elite liegt, ist die Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr in der Lage fundierte und mündige politische Entscheidungen zu treffen.

Dabei sind immer mehr politische Fragen mit informationstechnischen Aspektkten verbunden. Wenn wir zum Beispiel diese Tage über den Überwachunsgsstaat Schweiz sprechen, der durch die Revision des BÜPF und die Einführung eines neuen Nachrichtendienstgesetztes massiv ausgebaut werden soll, wenn wir über die Einrichtung von Netzssperren und einer Zensurinfrastruktur sprechen, welche die Arbeitsgruppe AGUR12 vorschlägt, wenn wir über die Verletzungen der Netzneutralität durch die Zugangsprovider debattieren, dann sind das alles höchst relevante gesellschaftspolitische Fragen, die ohne grundlegende Informatikverständnisse schwierig zu fassen sind. Und es sieht sehr danach aus, dass die Liste der Themen, für welche dies auch der Fall ist, weiterhin zunehmen wird.

In Estland wird offenbar ab der 1. Klasse programmiert, das sollten wir uns auch überlegen. Wenn die Kinder Programmieren lernen, werden sie zu mündigen Menschen, die ihre Gesellschaft gestalten können, wenn sie blos lernen eine Textverarbeitung zu nutzen, werden sie einfach zu Humankapital.

(Bild: © Leo – Fotolia.com) 

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