Das iPad ist nett, aber noch zu wenig cloudy…

Seit ein paar Tagen bin ich glücklicher Besitzer eines iPads. Da und dort habe ich es ja auch schon anderen in die Hände geben dürfen. Nach der ersten Euphorie macht sich nun allerdings etwas Ernüchterung bemerkbar; insbesondere was den Einsatz des Gerätes als Arbeitsinstrument angeht. Kurz gesagt: User Interface Top, Cloud Anbindung Flop!

Abgesehen von Evernote, gibt es noch für keine, der von mir eingesetzten Cloud Produkte native Apps. Das wäre ja eigentlich kein Problem, könnte man meinen, es gibt ja den Safari Browser und ein grosses Display. Nur ist das leider nur die halbe Wahrheit. Salesforce.com funktioniert zwar einigermaßen, doch bereits bei den Google Apps ist fertig Lustig. Die Google Apps funktionieren nur im Mobile Modus für das iPhone optimiert einigermaßen, mit allen Einschränkungen die es so auch beim kleine Bruder gibt. Mail und Reader sind akzeptabel, doch Google Docs und auch die von mir intensiv eingesetzten Google Sites können nicht editiert werden. Auch die Editoren von Squarespace und Posterous funktionieren im Safari Browser des iPad nicht.

Überhaupt, dieser Safari Browser. Auf dem iPhone ist mir bisher gar nicht aufgefallen, wie bescheuert eingeschränkt dieser eigentlich ist. So kann ich zwar auf der SBB Website ein Zugticket nach Deutschland kaufen, doch das PDF dass ich dann dort erhalte, ist zwar im Browser sichtbar, nur kann ich dort absolut nichts damit machen. Kann es nicht drucken, kann es nicht weiterschicken, kann es nirgends abspeichern. Meine geliebten und benötigten Bookmarklets für Twitter, Delicious, Yammer usw. kann man nicht installieren. Und weil Flash nicht geht, gehen natürlich auch diverse Cloud Apps wie Picnik, Mindmeister oder Creately nicht; das wusste ich zwar, aber nervt mich nun doch auch ein wenig.

Klar, ist alles noch früh und bald werden die native Apps kommen, die mir diese Probleme lösen. Aber eigentlich müsste dass alles nicht sein. Könnte ich nur einen Chrome Browser installieren und würde Flash gehen, hätte ich all diese kleinen Ärgerlichkeiten nicht zu vergegenwärtigen. 

Interessanterweise bin ich trotzdem und immer noch ziemlich begeistert. Die Bedienung ist ein wahrer Genuss, die Apps wie Pages, Evernote, Mindnote, SoundPaper, Soundhound usw. zeigen welche fantastischen neuen Möglichkeiten in diesem Teil stecken und ich werde wohl wie auch beim iPhone viele, viele Apps downloaden, in den nächsten Wochen und Monaten.

Ich muss mich einfach noch etwas gedulden, bis ich zur Hauptsache mit dem iPad durchkomme, dazu brauche ich dann sowieso ein 3G Gerät. Die Zugfahrt nach Berlin morgen, wird mir das iPad auf jeden Fall versüssen :-).

Und irgendwann gibt es dann mal ein Chromepad für die Arbeit oder so…

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Seit einiger Zeit experimentiere ich damit herum, die iTunes Library in der Cloud zu speichern und von dort zu nutzen. Endlich funktioniert es so wie es sollte, allerdings nicht so, wie ich ursprünglich wollte ;-).

Hier eine Kurzversion für die, die nur schnell wissen wollen wie es geht:

Die iTunes Library besteht einerseits aus den Musik und Video Files und der iTunes Datenbank, sowie den Album Covers und den iPhone / iPod Touch Apps. Der Speicherort der Musik und Videofiles kann in iTunes selbst geändert werden, während alle anderen Daten im selben verzeichnis wie das File iTunes Library.lib sein müssen.

Meine Lösung sieht nun so aus:

Das dezentrale Web im Kampf gegen Zentralisierung

Das Internet ist ja für viele das Beispiel für ein dezentrales Netzwerk. Man kann das mit guten Gründen in Frage stellen (siehe unten), doch vor allem die darüberliegende Schicht, das World Wide Web, konnte sich nicht zuletzt dank seiner nicht-hierarchischen Struktur in solch kurzer Zeit so schnell verbreiten und die gesellschaftlichen Umwälzungen anstossen, deren Zeugen, Betroffene und Akteure wir sein dürfen.

Seit einiger Zeit lassen sich aber verschiedene Entwicklungen beobachten, die dieser dezentralen Organisationsform entgegenwirken. Facebook vereinigt einen grossen Teil der aktiven Netzbevölkerung auf seiner Platform. Apple scheint das Ziel zu verfolgen, die Netzinhalte für Mobile Geräte über ihre zentralen Strukturen zu schleusen. Der weitaus grösste Teil der Online Videos wird auf YouTube gehostet, die Fotos auf Flickr usw. Auch Cloud Computing bedeutet, zumindest auf der Infrastrukturebene vor allem eines: Zentralisierung.

Responses

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  1. Also, ich freu mich schon auf mein zuknftiges Eee Tablet von Asus, das dann entweder mit Chrome oder Android (oder vielleicht doch lieber mit einem aufgebohrten Ubuntu?) laufen wird.

    Viel Spass in Berlin!

  2. Betreffend SBB und Online Ticket: Ist die PDF-Datei nicht auch ber eine URL aufrufbar? So knnte man dann doch die URL per Mail verschicken und so das Online Ticket auf einem anderen Computer ffenen & drucken.

  3. @Andreas, ja das Delicious Bookmarklet kann man in der Tat ber die App installieren.

    @Andreas Hobi, das wrde wohl schon gehen, aber dann kann ich mich auf dem anderen Computer auch gleich bei der SBB einloggen und es dort drucken 🙂