Top Navigation

Chrome Erweiterung ermöglicht Suche bei Amazon und Kauf beim lokalen Buchhändler

bookindy-screenshot

Bookindy in Action – Screenshot

Bisher war es ja eher so, dass die Buchhänder sich darüber geärgert haben, wenn ihre Kunden sich bei ihnen im Laden informiert und danach aber bei Amazon bestellt haben*. Jetzt schlagen die Indies zurück. Mit der Chrome Erweiterung Bookindy des britischen Online-Händlers Hive wird innerhalb der Amazon-Detailseite gleich noch der Preis und der Link zum nächstgelegenen Hive-Netzwerk-Buchhändler** angezeigt. Das ist ziemlich frech und ich bin gespannt, ob und was Amazon dagegen zu unternehmen gedenkt.

Bei medium.com gibt es noch etwas Hintergrund dazu vom Gründer von Hive und Bookindy:

I don’t want to buy books from Amazon anymore!

*Wie viele das tatsächlich machen, wissen wir nicht. Ich denke, dass das wenige Fälle sind.
** Funktioniert nur in Grossbritannien.

0

Während der Nationalrat den Staatstrojaner ermöglicht …

…fordern Amnesty International, die Electronic Frontier Foundation (EFF) und viele andere Organisationen der Zivilgesellschaft die UNO-Mitgliedstaaten dazu auf, sich für das Recht auf Verschlüsselung und Anonymität im Netz einzusetzen. Welch ironisches Zusammenfallen an diesem 17. Juni 2015. Weitere Infos dazu bei der EFF: Strong Encryption and Anonymity Are The Guardians Of Free Expression.

0

Das grundlegende Problem bei der Zusammensetzung der Eidgenössischen Medienkommission (EMEK)

head-663992

Nach dem intensiven Abstimmungskampf um die RTVG-Revision, der letzten Sonntag mit einem denkwürdig knappen Resultat zu seinem Ende kam, warten wir nun alle gespannt auf den Bericht zum Service Public der Eidgenössischen Medienkommission (EMEK). Die Mitglieder dieser Kommission sind ganz bestimmt alles gute Fachleute und eben Expertinnen und Experten auf ihren Gebieten. Doch genau das ist das Problem. Es ist aufgrund ihrer Zusammensetzung nahezu unwahrscheinlich, dass diese Kommission „out-of-the-box“ denken kann.

Der Erkenntnistheoretiker Ludwik Fleck hat in seinem wichtigen Klassiker «Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache» die Begriffe ‚Denkkollektiv‘ und ‚Denkstil‘ in die Wissenschaftstheorie eingeführt. Denkkollektive zeichnen sich dadurch aus, dass sie Opfer einer gewissen Beharrungstendenz in ihrem Denkstil sind. Das bedeutet, dass alles was nicht in das bestehende Erkenntnissystem passt, wenn überhaupt, dann nur gegen grösste Widerstände Beachtung finden kann. In der Regel schafft es ein Denkkollektiv nicht, den eigenen Denkstil zu hinterfragen, sondern wird von Aussenstehenden dazu gezwungen. Schöne Beispiele dafür finden wir in der Wissenschaftsgeschichte zuhauf, aber auch in anderen Gesellschaftsbereichen können wir den Effekt sehr gut beobachten. Zum Beispiel in der Wirtschaft, wenn so genannt disruptive Innovationen althergebrachte Geschäftsmodelle in ihren Grundfesten erschüttern.

Wenn wir uns nun die Zusammensetzung der EMEK sowie die Rollen der Personen, die zu den öffentlichen Anhörungen zum Thema Service Public eingeladen wurden, betrachten, so stellen wir fest, dass alle mit grosser Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Denkkollektivs agieren, welches die Medienwelt nur im Rahmen von vor-digitalen Kategorien analysieren und betrachten kann. Zu diesem Denkstil gehören Konzepte wie ‚Sender-Empfänger‘, ‚Massenmedium‘, ‚Genie‘, ‚Produzent-Konsument‘, ‚Handel mit Medienkopien und Lizenzen‘, ‚Geistiges Eigentum‘, usw.

Eine Neubeurteilung des Medien-Service-Public unter Berücksichtigung der digitalen Transformation unserer Gesellschaft kann aber nur dann wirklich Nutzen stiften, wenn das gesellschaftliche Kommunikationssystem ausserhalb solcher, im digitalen Zeitalter teilweise obsoleten, teilweise stark revisionsbedürftigen Kategorien, gedacht wird. Es wäre darum nötig, entweder die Kommission oder dann wenigstens die Anhörungen, zusätzlich mit Personen zu besetzen, die nicht in diesen Denkmustern gefangen sind. Dazu gehören insbesondere Menschen, die keine tragenden Rollen im bestehenden Mediensystem inne haben und keine Experten innerhalb der aktuellen Medienordnung sind, sondern ausserhalb dieses Denkkollektivs stehen und dadurch neue und andere Ansätze in den Diskurs einbringen können.

0

RTVG Ja: Jetzt braucht es freie SRG-Inhalte

srf-abstimmungsresultat-rtvg-20150614

Die Schweizer Stimmberechtigten haben heute, wenn auch knapp, mit 50.08% dem revidierten RTVG zugestimmt und damit u.A. die SRG-Inhalte als Öffentliche Dienstleistung (Service Public) deklariert. Für mich bedeutet dies, dass wir nun konsequenterweise, die durch die neue Abgabe für Radio und Fernsehen finanzierten Inhalte der Öffentlichkeit auch frei zur Verfügung stellen müssen. Das heisst konkret:

  1. Alle Produktionen*, die die SRG publiziert, werden unter einer Creative Commons BY-SA Lizenz ins Netz gestellt inkl. den Raw-Formaten, sowie allen Meta-Daten und den Daten und Dokumenten, die bei der Produktion angefallen sind (Footage, usw.).
  2. Das bedeutet, dass alle Personen und Organisationen weltweit diese Produktionen und Daten in ihren eigenen Kanälen beliebig einsetzen, verwerten und damit Geld verdienen dürfen, solange sie sich an die Bedingungen der CC-BY-SA Lizenz halten. Sprich, solange die, unter Beizug dieser Inhalte erstellten, neuen Produktionen mit den korrekten Quellenangaben versehen sind und auch wieder unter dieser Lizenz verfügbar gemacht werden.
  3. Das komplette Archiv der SRG wird unter denselben CC-BY-SA Lizenzbedingugen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Update (15.6.2015, 08:17)

*Ich habe mich hier zu wenig klar ausgedruckt. Es geht mir um die Eigenproduktionen, oder Auftragsproduktionen, welche weitgehend von der SRG finanziert werden.

0

Das irreführende Sicherheit vs. Freiheit Argument für den Schnüffelstaat

Immer wieder wird von Politikern, die sich für den Ausbau des Schnüffelstaates in der Schweiz einsetzen, erwähnt, dass sie sich zwischen mehr Sichern und mehr Freiheit entscheiden müssten, und dass sie in diese Falle für mehr Sicherheit seien. So auch heute wieder SP-Ständerat Roberto Zanetti in den Morgennachrichten von Radio SRF:

„Man muss ja da irgendwie zwischen Freiheits- und Sicherheitsbedürfnis abwägen und da fällt für mich die Waagschale ein bisschen mehr Richtung Sicherheit als Richtung Kampf gegen den gläsernen Bürger.“

Dieses Argument ist nicht haltbar, denn es ist eine bisher unbelegte Behauptung der Befürworter von mehr staatlicher Überwachung, dass sich die Sicherheit durch die massive Ausweitung der Befugnisse und Mittel der Geheimdienste und Ermittlungsbehörden erhöht.

 

2

Swisscom: Mit selbstfahrenden Autos gegen die Netzneutralität

 

AutonomosLabs Team with Cars

Seit heute fährt für 2 Wochen ein selbstfahrendes Auto der AutonomosLabs, einer Abteilung der Freien Universität Berlin auf Zürcher Strassen. Das ist eine tolle Sache, denn diese technologische Entwicklung bietet sehr viel Potential für effizienteren Strassenverkehr, auch bei uns.

Interessant ist bei dieser Geschichte aber nicht das selbstfahrende Fahrzeug, sondern wie die Swisscom dieses nutzt um mit ihrer geschickten PR-Strategie gegen die Netzneutralität Stimmung zu machen. Das beginnt schon damit, dass die Swisscom-Kommunikation zu diesem Testprojekt so aufgebaut ist, dass sie suggeriert, Swisscom gehöre in Sachen selbstfahrende Fahrzeuge zu der forschenden Elite, ganz so wie Google.

Und das hat auch gut funktioniert. Die Medien in der Schweiz berichten unisono vom „Swisscom-Auto“, obwohl völlig klar ist, dass es sich eben nicht um ein Swisscom-Auto handelt, sondern um ein AutonomosLabs-Auto. Die Swisscom hat wohl keine einzige Zeile Code, geschweige denn eine Schraube, dazu beigetragen, dass dieses Auto fährt, sondern einfach mit Geld und guten Kontakten ein Testprojekt in der Schweiz organisiert.

Das müsste mich ja auch nicht stören, und ich kann mir vorstellen, dass meine Kritik auf den ersten Blick ziemlich kleinkarriert wirkt. Ich bin allerdings so ziemlich das Gegenteil von einem Maschinenstürmer oder Kleingeist.

Man muss diese Swisscom-Aktion in einem grösseren Zusammenhang sehen: Wir stehen in der Schweiz vor einer der wichtigsten Weichenstellungen im Telekommunikatonsbereich. Das Fernmeldegesetz soll revidiert werden und immer lauter wird der Ruf nach einer gesetzlich verankerten Netzneutralität. Die Swisscom wehrt sich, zusammen mit den anderen grossen Internetzugangsanbietern vehement dagegen, genauso wie ihre Kollegen in den USA und in der EU. Es geht um sehr viel. Für die Telekommunikationsunternehmen um sehr viel Geld und für uns alle um die Zukunft des offenen und freien Internets.

Diejenigen die darüber entscheiden werden, ob die Netzneutralität im Fernmeldegesetz verankert werden wird oder nicht, sind unsere Parlamentarier und Parlamentarierinnen in Bern. Die Swisscom hat traditionsgemäss ein sehr wirksames Lobbying-Netzwerk sowohl im Parlament wie auch in den Behörden und trotzdem kann sie sich, seit den vereinzelten Erfolgen der Zivilgesellschaft, nicht mehr wirklich sicher sein, dass die Netzneutralität nicht doch noch Gesetz wird. Deswegen hat sie ihre Lobbying- und Kommunikations-Aktivitäten in den letzten Monaten massiv ausgebaut. Eine ganz wichtige Komponente ihrer Strategie ist, den Parlamentariern weiss zu machen, sie stehe im internationalen Wettbewerb mit den grossen Internet-Anbietern wie Netflix, Facebook usw. und sie sei eigentliche die natürliche Schweizer „Google“, bzw. die Alternative dazu.

Unter diesem Aspekt muss man auch die PR-Aktion mit den selbstfahrenden Autos sehen. Es geht überhaupt nicht darum, dass die Swisscom Erfahrungen für die Mobilität der Zukunft sammeln will, sondern darum bei den politischen Entscheidungsträgern als „Google“ der Schweiz in Erinnerung zu bleiben. Swisscom wird nach der Testfahrt in Zürich, das Auto auch noch nach Bern an die Juni-Session bringen und dort interessierten Parlamentariern und Parlamentarierinnen die Möglichkeit bieten, darin auf dem Bundesplatz herumzukurven.

Sie wird dann, und vor allem in Zukunft, keine Gelegenheit auslassen um zu Behaupten, dass eine gesetzlich garantierte Netzneutralität es unmöglich machen würde, solche Autos sicher zu betreiben und dass man darum heute auf keinen Fall einer solche Regulierung zustimmen darf, wenn wir nicht den Anschluss an diese neue Technologie verpassen wollen. Alleine darum, hat sich die Swisscom diese Aktion ausgedacht und weil die meisten Redaktionen nur noch Pressemitteilungen kuratieren, funktioniert das auch.

Dass wir für die Sicherheit der selbstfahrenden Autos vieles, aber keine Netzneutralität brauchen liegt auf der Hand, kann aber hier in diesem guten Video noch einmal gesehen werden.

Update, 13.5.2015, 07:53

Ich bin mit der Aussage konfrontiert worden, dass die PR-Kampagne der Swisscom, später eine weitere Begründung gegen die Netzneutralität untermauern soll, zu weit her geholt sei. Da bin ich natürlich entschieden anderer Meinung, denn das Verhindern einer gesetzlich sichergestellten Netzneutralität gehört zu den wichtigsten aktuellen politischen Projekten der Telekomindustrie weltweit. In der Schweiz kämpft die Swisscom an vorderster Front und nach allen Regeln der Kunst dagegen an. Dazu gehört insbesondere das „Behaupten“ von Anwendungsfällen in welchen die Neutzneutralität „Probleme“ bringen könnte. Ich betone, das sind Behauptungen, die alle jederzeit widerlegt werden können. Diese Behauptungen wirken aber bei vielen Politikern. Bisher beschränkten sich die „offiziellen“ Äusserungen auf Felder wie Alarmsysteme und Telemedizin. Ich denke aber, wir, besonders die Parlamentarier, werden im Verlauf der Debatte um die FMG-Revision von der Swisscom bestimmt zu hören bekommen, dass die selbstfahrenden Autos mit Netzneutralität nicht zu machen sein werden. So wie das bereits der EU-Digitalkommissar Günther Oettinger oder der Nokia Chef Rajeev Suri getan haben.

2

Videos aus den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen TV-Sender downloaden

MediathekView

Es ist zwar erfreulich, dass die öffentlich-rechtlichen TV-Stationen ihre Sendungen in ihren Online-Mediatheken im Netz bereit stellen. Doch leider werden die Ausstrahlungen bei den meisten Sendern nach ein paar Tagen wieder gelöscht (sogenannt depubliziert) und sie werden in der Regel nur als Stream, nicht zum Download angeboten.  Das ist vor allem dann ein Problem, wenn man eine Sendung zwecks späterer Referenz speichern möchte.

Die Software „MediathekView“ für Mac, Windows und Linux schafft hier Abhilfe. Es lassen sich Sendungen aus den Online-Mediatheken von SRF, ORF, ARD, ZDF, BR, HR, SR, MDR, NDR, SWR, WDR, RBB, Arte und 3Sat schnell und einfach downloaden.

0

Zuversicht in der Musik-Industrie

Digital-Music_Sales_Overtake_CDs_for_First_Time_-_WSJ

Zum ersten Mal haben die digitalen Einnahmen diejenigen der physischen Datenträger überholt, schreibt das Wall Street Journal. Und es scheint Zuversicht bei den grossen Musikkonzernen zu herrschen, dass sie einiges zu holen ist:

“If we keep the current trajectory, the industry will inevitably grow,” Sony Music International CEO Edgar Berger said…

Hmm… war da mal was?

0

Internet.org ist ein Witz, leider kein lustiger.

Blow_To_Internet_org_As_Indian_Internet_Companies_Begin_To_Withdraw

Die Internet.org Initiative von Facebook behauptet, sie bringe das Internet kostenlos in die armen Regionen dieser Welt. Das ist ein völliger Witz und es zeugt von einer unglaublichen Frechheit diesen „CompuServe“-Dienst als Internet zu bezeichnen. In einem Beitrag aus der Huffington Post Indien finden wir eine Liste der 38 Sites die aufrufbar sind. Ein System, welches einen kleinsten Bruchteil der verfügbaren Inhalte und Dienste bereit stellt und nur via Facebook als Gatekeeper überhaupt ermöglicht aufgeführt zu sein, als Internet-Zugang zu bezeichnen braucht schon eine gehörige Portion Unverfrorenheit. Aber wenigstens sehen wir wohin eine digitale Welt ohne Netzneutralität führt, in die totale Abhängigkeit von ein paar globalen Netzbetreibern.

Hier ist die Liste der 38 indischen Internet.org Services für das Archiv:

Aaj Tak: Read news in Hindi
AccuWeather: Get updated weather information
amarujala.com: Read news in Hindi
AP Speaks: Engage with local government
Babajob: Search for jobs
BabyCenter & MAMA: Learn about pregnancy and childcare
BBC News: Read news from around the world
Bing Search: Find information
Cleartrip: Check train and flight schedules & buy tickets
Daily Bhaskar: Read local news
Dictionary.com: Search for meanings of words
ESPN Cricinfo: Get cricket updates
Facebook: Communicate with friends and family
Facts for Life: Find health and hygiene information
Girl Effect: Read articles and tips for girls
HungamaPlay: Listen to music
IBNLive: Read news
iLearn: Learn from Women Entrepreneurs
India Today: Read local news
Internet Basics: Learn about the basics of the Internet
Jagran: Read local news
Jagran Josh: Get education and career information
Maalai Malar: Read news in Tamil
Maharashtra Times: Read news in Marathi
Malaria No More: Learn about malaria
manoramanews.com: Read local news
Messenger: Send messages to friends and family
NDTV: Read news
Newshunt: Read news in English
OLX: Buy and sell products and services
Reliance Astrology: Read your horoscope
Reuters Market Lite: Get farming and crop information
Socialblood: Register to donate blood
Times of India: Read news
TimesJobs: Search for jobs
Translator: Translate words and phrases
Wikipedia: Find information
wikiHow: Find information

0

Die Rolle von Microsoft im Kampf der EU gegen Google

Microsoft__Once_an_Antitrust_Target__Is_Now_Google’s_Regulatory_Scold_-_NYTimes_com

Ein aufschlussreicher Artikel über die Rolle von Microsoft im derzeitigen Kampf der EU gegen Google:

Microsoft has kept its coffers full for the fight, spending more on lobbying here than any European company. And Microsoft has founded or funded a cottage industry of splinter groups. The most prominent, the Initiative for a Competitive Online Marketplace, or Icomp, has waged a relentless public relations campaign promoting grievances against Google.

Hier gibt es die ganze Geschichte: Microsoft, Once an Antitrust Target, Is Now Google’s Regulatory Scold.:

0

Uber kollektivieren?

Ich bin kürzlich auf diesen interessanten Artikel aufmerksam gemacht worden  Der Autor schlägt vor, dass die Städte anstatt, dass sie Uber verbieten oder regulieren, vorschreiben, dass Fahrdienst-Unternehmen bzw. Fahrdienst-Vermittler nur erlaubt sind, wenn sie den Fahrern gehören. Ich finde, das ist ein bedenkenswerter Ansatz. In meiner idealen Welt, gibt es entweder keine Vermittler, also nur offene und für alle nutzbare Plattformen auf welcher sich echte P2P-Netzwerke etablieren können, oder wenn es solche gibt, gehören sie den Nutzern.

0

Die Telkos haben das Gemeinwohl komplett aus den Augen verloren

Eler Strip Net Neutrality

Bild: CC-BY-SA, http://geekz.co.uk/lovesraymond/archive/cope-a-feel

 

Die US-Telekom Unternehmen klagen gegen die kürzlich erlassene Regelung zur Netzneutralität in den USA. In der EU torpedieren sie jeden Versuch zu einer Europaweiten gesetzlichen Regelung zu kommen und auch in der Schweiz wehren sich die grossen Anbieter mit allen Mitteln gegen die Netzneutralität. Eine Branche läuft weltweit Amok gegen eine Regelung, die völlig unbestritten der Allgemeinheit dienen würde. Es ist richtig, dass dadurch diesen Konzernen ein bestimmtes Geschäftsmodell verwehrt würden. Sie könnten kein Geld von den Diensteanbietern verlangen. Doch es kann nicht sein, dass wir für das Wohlbefinden von ein paar Grosskonzernen der Telekommunikations-Industrie die grossartigen Chancen und Möglichkeiten, die ein offenes Internet ohne Datendiskriminierung mit sich bringen, aufgeben. Kommt dazu, dass es der Branche weltweit fantastisch geht und ihre Einnahmen gerade im Internet-Zeitalter nur so sprudeln.

Es mag sein, dass es Manager und Aktionäre gibt, die der Meinung sind, dass ein Unternehmen nichts anderes als seinen Profit maximieren muss. Diese Haltung ist aber absurd, denn mit dieser Begründung könnte man jede Schweinerei legitimieren. Auch wenn das einige nicht einsehen wollen, jeder Akteur in einer Gesellschaft, auch ein Unternehmen, muss sein Handeln im Spiegel der gesellschaftlichen Anforderungen rechtfertigen können, denn ohne diese Gesellschaft würde es den Markt gar nicht geben. Das bedeutet, dass man neben der Frage, wie man Gewinne machen kann auch die Frage, was der Gesellschaft dient beantworten muss. Und gerade die Telkos in Europa, die meistens aus staatlichen Betrieben hervorgegangen sind, und zum Teil, wie die Swisscom in der Schweiz noch in staatlichen Händen sind, sollten sich dieser Fragen ganz besonders annehmen. Nur scheint es so, wenn wir die Netzneutralitätsdebatte betrachten, dass diese Branche das Gemeinwohl komplett aus den Augen verloren hat. Sie behaupten, dass es in unserem Interesse sei, dass sie gegen die Netzneutralität verstossen dürfen. Zynischer geht es fast nicht mehr.

0

politico zu Victoria Woodhull

The_Strange_Tale_of_the_First_Woman_to_Run_for_President_-_Carol_Felsenthal_-_POLITICO_Magazine

Ich habe bei buch & netz eine Biographie der ersten Präsidentschaftskandidatin der USA im Programm. «Das Aufsehen erregende Leben der Victoria Woodhull» von Antje Schrupp ist eine spannend geschriebene Lebens- und Umfeldgeschichte über eine wahrhaft ausserordentliche Frau des 19. Jahrhunderts. Im Zusammenhang mit der Kandidatur 2016 von Hillary Clinton hat das Politico Magazin ein Portrait über Victoria Woodhull publiziert. (via buch & netz)

0