Top Navigation

Videos aus den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen TV-Sender downloaden

MediathekView

Es ist zwar erfreulich, dass die öffentlich-rechtlichen TV-Stationen ihre Sendungen in ihren Online-Mediatheken im Netz bereit stellen. Doch leider werden die Ausstrahlungen bei den meisten Sendern nach ein paar Tagen wieder gelöscht (sogenannt depubliziert) und sie werden in der Regel nur als Stream, nicht zum Download angeboten.  Das ist vor allem dann ein Problem, wenn man eine Sendung zwecks späterer Referenz speichern möchte.

Die Software “MediathekView” für Mac, Windows und Linux schafft hier Abhilfe. Es lassen sich Sendungen aus den Online-Mediatheken von SRF, ORF, ARD, ZDF, BR, HR, SR, MDR, NDR, SWR, WDR, RBB, Arte und 3Sat schnell und einfach downloaden.

0

Zuversicht in der Musik-Industrie

Digital-Music_Sales_Overtake_CDs_for_First_Time_-_WSJ

Zum ersten Mal haben die digitalen Einnahmen diejenigen der physischen Datenträger überholt, schreibt das Wall Street Journal. Und es scheint Zuversicht bei den grossen Musikkonzernen zu herrschen, dass sie einiges zu holen ist:

“If we keep the current trajectory, the industry will inevitably grow,” Sony Music International CEO Edgar Berger said…

Hmm… war da mal was?

0

Internet.org ist ein Witz, leider kein lustiger.

Blow_To_Internet_org_As_Indian_Internet_Companies_Begin_To_Withdraw

Die Internet.org Initiative von Facebook behauptet, sie bringe das Internet kostenlos in die armen Regionen dieser Welt. Das ist ein völliger Witz und es zeugt von einer unglaublichen Frechheit diesen “CompuServe”-Dienst als Internet zu bezeichnen. In einem Beitrag aus der Huffington Post Indien finden wir eine Liste der 38 Sites die aufrufbar sind. Ein System, welches einen kleinsten Bruchteil der verfügbaren Inhalte und Dienste bereit stellt und nur via Facebook als Gatekeeper überhaupt ermöglicht aufgeführt zu sein, als Internet-Zugang zu bezeichnen braucht schon eine gehörige Portion Unverfrorenheit. Aber wenigstens sehen wir wohin eine digitale Welt ohne Netzneutralität führt, in die totale Abhängigkeit von ein paar globalen Netzbetreibern.

Hier ist die Liste der 38 indischen Internet.org Services für das Archiv:

Aaj Tak: Read news in Hindi
AccuWeather: Get updated weather information
amarujala.com: Read news in Hindi
AP Speaks: Engage with local government
Babajob: Search for jobs
BabyCenter & MAMA: Learn about pregnancy and childcare
BBC News: Read news from around the world
Bing Search: Find information
Cleartrip: Check train and flight schedules & buy tickets
Daily Bhaskar: Read local news
Dictionary.com: Search for meanings of words
ESPN Cricinfo: Get cricket updates
Facebook: Communicate with friends and family
Facts for Life: Find health and hygiene information
Girl Effect: Read articles and tips for girls
HungamaPlay: Listen to music
IBNLive: Read news
iLearn: Learn from Women Entrepreneurs
India Today: Read local news
Internet Basics: Learn about the basics of the Internet
Jagran: Read local news
Jagran Josh: Get education and career information
Maalai Malar: Read news in Tamil
Maharashtra Times: Read news in Marathi
Malaria No More: Learn about malaria
manoramanews.com: Read local news
Messenger: Send messages to friends and family
NDTV: Read news
Newshunt: Read news in English
OLX: Buy and sell products and services
Reliance Astrology: Read your horoscope
Reuters Market Lite: Get farming and crop information
Socialblood: Register to donate blood
Times of India: Read news
TimesJobs: Search for jobs
Translator: Translate words and phrases
Wikipedia: Find information
wikiHow: Find information

0

Die Rolle von Microsoft im Kampf der EU gegen Google

Microsoft__Once_an_Antitrust_Target__Is_Now_Google’s_Regulatory_Scold_-_NYTimes_com

Ein aufschlussreicher Artikel über die Rolle von Microsoft im derzeitigen Kampf der EU gegen Google:

Microsoft has kept its coffers full for the fight, spending more on lobbying here than any European company. And Microsoft has founded or funded a cottage industry of splinter groups. The most prominent, the Initiative for a Competitive Online Marketplace, or Icomp, has waged a relentless public relations campaign promoting grievances against Google.

Hier gibt es die ganze Geschichte: Microsoft, Once an Antitrust Target, Is Now Google’s Regulatory Scold.:

0

Uber kollektivieren?

Ich bin kürzlich auf diesen interessanten Artikel aufmerksam gemacht worden  Der Autor schlägt vor, dass die Städte anstatt, dass sie Uber verbieten oder regulieren, vorschreiben, dass Fahrdienst-Unternehmen bzw. Fahrdienst-Vermittler nur erlaubt sind, wenn sie den Fahrern gehören. Ich finde, das ist ein bedenkenswerter Ansatz. In meiner idealen Welt, gibt es entweder keine Vermittler, also nur offene und für alle nutzbare Plattformen auf welcher sich echte P2P-Netzwerke etablieren können, oder wenn es solche gibt, gehören sie den Nutzern.

0

Die Telkos haben das Gemeinwohl komplett aus den Augen verloren

Eler Strip Net Neutrality

Bild: CC-BY-SA, http://geekz.co.uk/lovesraymond/archive/cope-a-feel

 

Die US-Telekom Unternehmen klagen gegen die kürzlich erlassene Regelung zur Netzneutralität in den USA. In der EU torpedieren sie jeden Versuch zu einer Europaweiten gesetzlichen Regelung zu kommen und auch in der Schweiz wehren sich die grossen Anbieter mit allen Mitteln gegen die Netzneutralität. Eine Branche läuft weltweit Amok gegen eine Regelung, die völlig unbestritten der Allgemeinheit dienen würde. Es ist richtig, dass dadurch diesen Konzernen ein bestimmtes Geschäftsmodell verwehrt würden. Sie könnten kein Geld von den Diensteanbietern verlangen. Doch es kann nicht sein, dass wir für das Wohlbefinden von ein paar Grosskonzernen der Telekommunikations-Industrie die grossartigen Chancen und Möglichkeiten, die ein offenes Internet ohne Datendiskriminierung mit sich bringen, aufgeben. Kommt dazu, dass es der Branche weltweit fantastisch geht und ihre Einnahmen gerade im Internet-Zeitalter nur so sprudeln.

Es mag sein, dass es Manager und Aktionäre gibt, die der Meinung sind, dass ein Unternehmen nichts anderes als seinen Profit maximieren muss. Diese Haltung ist aber absurd, denn mit dieser Begründung könnte man jede Schweinerei legitimieren. Auch wenn das einige nicht einsehen wollen, jeder Akteur in einer Gesellschaft, auch ein Unternehmen, muss sein Handeln im Spiegel der gesellschaftlichen Anforderungen rechtfertigen können, denn ohne diese Gesellschaft würde es den Markt gar nicht geben. Das bedeutet, dass man neben der Frage, wie man Gewinne machen kann auch die Frage, was der Gesellschaft dient beantworten muss. Und gerade die Telkos in Europa, die meistens aus staatlichen Betrieben hervorgegangen sind, und zum Teil, wie die Swisscom in der Schweiz noch in staatlichen Händen sind, sollten sich dieser Fragen ganz besonders annehmen. Nur scheint es so, wenn wir die Netzneutralitätsdebatte betrachten, dass diese Branche das Gemeinwohl komplett aus den Augen verloren hat. Sie behaupten, dass es in unserem Interesse sei, dass sie gegen die Netzneutralität verstossen dürfen. Zynischer geht es fast nicht mehr.

0

politico zu Victoria Woodhull

The_Strange_Tale_of_the_First_Woman_to_Run_for_President_-_Carol_Felsenthal_-_POLITICO_Magazine

Ich habe bei buch & netz eine Biographie der ersten Präsidentschaftskandidatin der USA im Programm. «Das Aufsehen erregende Leben der Victoria Woodhull» von Antje Schrupp ist eine spannend geschriebene Lebens- und Umfeldgeschichte über eine wahrhaft ausserordentliche Frau des 19. Jahrhunderts. Im Zusammenhang mit der Kandidatur 2016 von Hillary Clinton hat das Politico Magazin ein Portrait über Victoria Woodhull publiziert. (via buch & netz)

0

Die Schweizer Nationalbibliothek stellt über 1000 Bilder der “Schweizer Kleinmeister” auf Wikimedia Commons zur freien Verfügung

CH-NB_-_Aargau_-_Collection_Gugelmann_-_GS-GUGE-BIRMANN-UND-FILS-C-13_tif

Bildquelle: Schweizerische Nationalbibliothek, GS-GUGE-BIRMANN-UND-FILS-C-13, WIkimedia Commons

Grossartige Neuigkeiten erreichen uns heute aus der Bundesverwaltung. Mehr als 1000 Bilder der “Schweizer Kleinmeister” aus der Sammlung der Geschwister Gugelmann sind ab sofort bei Wikimedia Commons in hervorragender Qualität und Auflösung zur freien Verfügung online.

 

 

0

Wichtiges Crowdfunding-Projekt für mehr Transparenz der Wissenschaftsverlagsverträge mit Bibliotheken

Transparenz_bei_Bibliotheken_—_Crowdfunding_auf_wemakeit

Hier gilt es wieder einmal ein wichtiges Projekt auf wemakeit.com zu unterstützen. Christian Gutknecht will erreichen, dass die Schweizer Hochschulbibliotheken ihre Verträge mit den grossen Wissenschaftsverlagskonzernen öffentlich machen müssen. Es ist ein offenes Geheimnis dass sich diese Verlage an öffentlichen Geldern dumm und dämlich verdienen und es an der Zeit ist, dass wir darüber auch öffentlich diskutieren können. Dazu müssen aber die Fakten auf den Tisch. Dieses Projekt kann vielleicht dazu beitragen. Dein Engagement ist gefragt.

0

Inbound-Marketing und andere Links bei Niuws.

Niuws-201501119

Seit heute ist die Niuws App für IOS und Android Smartphones, aus der Küche des Startups Newscron, welches von Peter Hogenkamp geführt wird, offiziell verfügbar. Die Idee der App ist, dass ausgewählte Kuratoren interessante Links aus ihren Fachbereichen präsentieren und so den Lesern helfen die Spreu vom Weizen im grossen Strom der Netzinhalte zu trennen. Zu den ersten Kuratoren gehören viele Freunde, Kollegen und Bekannte aus der Webcrowd. Martin Steiger betreut die Box Digitales Recht, Martin Weigert die Internet-Ökonomie, Nick Lüthi den Medienwandel, Jan Tißler die Business Gadgets, Stefan Leuthold verlinkt zum Thema Digital Strategy und Lukas Stuber zu Search Marketing, um nur die zu nennen, die ich persönlich kenne.

Ich selbst kümmere mich um die Inbound-Marketing Box und werde dort relevante Links zu den Themen Content-Marketing, Lead Generation, Marketing-Automation, und anderen verwandten Topics verteilen. Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass es beim Inbound-Marketing nicht darum ginge, Kunden aus dem Netz zu fischen, sondern der Fisch zu sein, der von potentiellen Kunden geangelt wird. In diesem Sinne, wünsche ich allen Leserinnen und Lesern viele leckere Fische in den Boxen der Niuws-App.

 

 

0

E-Mail Top – Social Media Flop

Email and the internet top the list of important tools for online workers

In einer Online-Umfrage unter US-Angestellten hat das Pew Research Center erfahren, dass für 65% der amerikanischen Arbeitnehmern E-Mail sehr wichtig ist für ihre Arbeit, während dies für Social-Media-Services wie Twitter und Facebook nur gerade für 4% der Fall ist. 59% der Befragten finden Social Media für die Erledigung ihrer Arbeit überhaupt nicht wichtig. Was sie genau meinen, wenn 54% sagen, dass das Internet für sie sehr wichtig sei, bleibt aber unklar. Schade, dass Videoconferencing wie Skype, Google Hangouts oder Facetime nicht abgefragt wurden.

(via @gleonhard)

1

In der Schweiz müssen wir 70 Jahre warten, Kanada und Neuseeland nur 50

Class_of_2015___The_Public_Domain_Review

Dieses Jahr fallen in der Schweiz die Werke von Künstlern wie Edvard Munch, Wassily Kandinsky, Glenn Miller oder Antoine de Saint-Exupéry in die Public Domain, weil sie alle vor mehr als 70 Jahren gestorben sind. In der Schweiz, wie auch in vielen anderen Ländern dauert die Schutzfrist für urheberrechtlich geschützte Werk absurd lange 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.

Diese 70 Jahres-Frist wäre eigentlich durch die Internationalen Abkommen zum Schutz geistigen Eigentums nicht vorgeschrieben. In diesen Abkommen wird die Mindestschutzdauer auf 50 Jahre nach dem Tod festgesetzt, was immer noch viel zu lange ist, aber immerhin wären es 20 Jahre weniger. In Kanada, Neuseeland, Japan und vielen anderen Ländern hat man sich z.B. auf diese 50 Jahre beschränkt und ich denke nicht, dass diese Länder deswegen ein Problem im Bezug auf ihre kulturelle Produktion haben.

Wenn wir uns dann nächstes Jahr mit der Revision des Urheberrechts in der Schweiz und den Verschärfungsforderungen der Unterhaltungsindustrie herumschlagen, sollten wir daran denken, dass wir in der Frage der Schutzdauer bereits weiter gehen als nötig.

0

DRM-Free Hörbuch-Anbieter downpour

Downpour_boxed_logo1

Audible, ein Amazon Unternehmen, beherrscht auch bei uns den Online-Hörbuch-Markt. Da ist jeder Wettbewerber willkommen, insbesondere wenn er, wie downpour, auf die unsäglichen Kopierschutzmassnahmen (DRM) verzichtet, die im Buchmarkt immer noch State-of-the-Art zu sein scheinen. Cory Doctorow hält auf BoingBoing eine kurze und heftige Laudatio auf downpour. Hoffen wir, dass dieser Anbieter dereinst auch den deutschsprachigen Hörbuch-Markt bedienen wird.

0

Was die NSA und ihre Partner können und was nicht

Inside_the_NSA_s_War_on_Internet_Security_-_SPIEGEL_ONLINE

In der englischen Ausgabe von Spiegel-Online wurde kürzlich ausführlich zusammengefasst und aufgeführt, welche Dienste und Verschlüsselungskonzepte von der NSA und ihren Partnern geknackt werden können und welche nicht. Wer wirklich sicher sein will, dass niemand mitlesen kann, muss aber schon einiges an Aufwand betreiben:

Things become “catastrophic” for the NSA at level five – when, for example, a subject uses a combination of Tor, another anonymization service, the instant messaging system CSpace and a system for Internet telephony (voice over IP) called ZRTP. This type of combination results in a “near-total loss/lack of insight to target communications, presence,” the NSA document states.

0

“Züri brännt” und andere Dokumente zur Zürcher 80er-Bewegung

zuribrannt

Der Film “Züri bränt” wird digitalisiert, damit er auch in Zukunft in Kinos gezeigt werden kann. Finanziert wurde das Vorhaben via Crowdfunding auf wemakeit.ch. Ich hoffe, dass der Film, dann dereinst auch online verfügbar gemacht wird. Er ist zwar hier bei artfilm.ch auch im VOD-Angebot, aber das dort eingesetzte System (Filmkey) ist umständlich und überhaupt nicht mehr zeitgemäss.

Es gibt bereits einiges an Archivmaterial zur 80er Bewegung in Zürich im Netz zu finden:

Stadt in Bewegung, Ausschnitte aus 16 Videos aus dem Videoarchiv ‘Stadt in Bewegung’. Zusammengestellt von Stöff Burkhard und Heinz Nigg.

Das Video war auf der DVD zum vergriffenen Buch “Wir wollen alles, und zwar subito!” aus dem Limmat-Verlag, welches erfreulicherweise als DRM-freies PDF E-Book beim Verlag verfügbar ist.

Die Videos liegen im Sozialarchiv und sind hier alle online.

Und natürlich die berühmte CH-Magazin Sendung vom 15. Juli 1980 mit Herr und Frau Müller.

1

Bloggende Unternehmen generieren 55% mehr Web-Traffic und 70% mehr Leads als Unternehmen, die nicht bloggen

typewriter-512149_1280

Hubspot ist natürlich nicht ganz unvoreingenommen, wenn sie diese Behauptung in die Welt stellen und leider geben sie keine Quellen für die Zahlen an:

Bloggende Unternehmen generieren 55% mehr Web-Traffic und 70% mehr Leads als Unternehmen, die nicht bloggen.

Doch es leuchtet ganz einfach ein, dass Unternehmen die Interessante Inhalte für Ihre Zielgruppen ins Netz publizieren, mehr Besucher organisieren und wenn das Produktportfolio attraktiv und die Landingpages gut gemacht sind, auch mehr Leads generieren. Es ist darum erstaunlich, wie wenig Unternehmen nach wie vor auf dieses mächtige Inbound-Marketing-Instrument verzichten.

(Bildquelle: Pixabay, Public Domain)

2

Die «The New Republic» Story und ihre Missverständnisse

tnrheadline

Mit 2 Wochen Abstand, hat die Story um den jüngsten Radau beim geschichtsträchtigen US-Politikmagazin «The New Republic» auch die Feuilleton-Redaktion der NZZ erreicht. Eine Geschichte, die uns zwar nicht konkret aber immerhin konzeptionell betrifft, etwas später zu verarbeiten ist nichts schlechtes. Im Gegenteil: Die zeitliche Distanz kann helfen, die Emotionen der Betroffenheit etwas abzubauen, um dann umso scharfsinniger die Situation zu analysieren. Dies ist der Autorin des Beitrages “Relaunch oder Ruin” allerdings nicht gelungen. Hat sie doch nur zusammengetragen, was wir seit den turbulenten Tagen Anfang Dezember im Netz an vielen anderen Stellen bereits lesen konnten.

Die kurze Zusammenfassung der Geschichte ist: Ein Investor übernimmt ein gedrucktes Magazin, welches einmal wichtig für die politische Meinungsbildung in den USA war, aber seit Jahren Verluste schreibt, und entscheidet sich dann ein paar Dinge zu ändern, in der Hoffnung dadurch die Verluste in Gewinne zu verwandeln. Der Redaktion gefällt Strategie und CEO des Investors überhaupt nicht und nimmt kollektiv den Hut. Daraufhin wird der Investor von allen anderen Journalisten, ausser den politisch am rechten Rand stehenden, denen «The New Republic» schon immer ein Dorn im Auge war, gedisst und es wird allgemein bejammert dass der neue Technologie-Geldadel sich nun auch noch daran macht, die letzte Bastion politischer Anständigkeit und journalistischem Tiefgang den allgegenwärtigen Listicles und Animierten Gif’s zu opfern.

Missverständnis Nummer 1: Investoren, die Geld verschenken.

Chris Hughes, der im 2012 «The New Republic» gekauft hat, hat dies in der Rolle des Investors und Unternehmers getan, nicht in der des Mäzenen. Ein Investor hat das Ziel, sein Investment mit einem Gewinn wieder zurück zu holen, ein Mäzen verschenkt Geld.

Missverständnis Nummer 2: Mitarbeiter, die mitreden dürfen.

Mitarbeiter haben in einer Aktiengesellschaft nicht die Möglichkeit über die Details der Strategie und der Führungsriege zu entscheiden. Sie können sich systembedingt nur für oder gegen eine von den Eignern gewählte Strategie entscheiden. Zu kündigen ist ihr gutes Recht und ihre einzige sinnvolle Handlungsoption, wenn sie mit dem eingeschlagenen Weg nicht einverstanden sind.

Missverständnis Nummer 3: Wenn alle Mitarbeiter kündigen, ist die gewählte Strategie schlecht.

Wenn (fast) alle Mitarbeiter kündigen wird nur bekundet, dass diese nicht mit der gewählten Strategie einverstanden sind und nicht, ob diese gut oder schlecht an sich ist. Diese Frage wird erst die Zukunft beantworten können. Wobei wir, wenn wir ehrlich sind, diese Frage eigentlich nie werden beantworten können. Denn ob «The New Republic» in 3 Jahren besser oder schlechter dasteht als heute, wird von vielen weiteren Faktoren abhängig sein und ob sie besser dastehen würde, wenn Chris Hughes nicht so gehandelt hätte, werden wir nicht testen können.

Missverständnis Nummer 4: Der Strategiewechsel des «The New Republic» Herausgebers ist gleichzusetzen mit dem Untergang des politischen Journalismus in den USA

Es ist durchaus möglich, wenn auch eher unwahrscheinlich, dass auch in der zukünftigen «The New Republic» aufwändig produzierter, politischer Journalismus verbreitet wird. Wenn nicht, ist das aber kein Weltuntergang denn die politische Debatte ist nicht an einen bestimmten Titel oder an ein bestimmtes Medium gebunden. Wenn «The New Republic» nicht mehr ist werden sich andere Kanäle für die politische Diskussion entwickeln, sofern der Gesellschaft an solchen Debatten überhaupt etwas liegt, was aber eine andere Frage ist.

Missverständnis Nummer 5: Das Internet ist schuld

«The New Republic» hat eine turbulente Geschichte hinter sich und verliert bereits seit 15 Jahren mehr oder weniger kontinuierlich an Leserinnen und Lesern. Die Gründe dafür sind Vielfältig und auf jeden Fall ist in jüngster Zeit auch der Umstand, dass immer mehr Inhalte via Internet verteilt werden, ein wichtiger Faktor, aber wohl kaum der einzige und auch nicht der wichtigste.

Missverständnis Nummer 6: Die Demokratie funktioniert nicht ohne Medienbrands mit grosser Reichweite.

Solange wir dafür sorgen, dass das Internet für alle auch als Publikationsmedium offen bleibt und wir nicht den Fehler machen und den Wunsch der grossen Telekommunikations- und Medienkonzerne zu erfüllen, uns alle wieder zu reinen Konsumenten zu degradieren, müssen wir uns nicht um die Debattierfähigkeit der Öffentlichkeit fürchten. Gesetzlich verankerte Netzneutralität und der demokratisierte Zugang zu Produktions- und Vertriebstechnologie sorgen dafür, dass Demokratie und Politik im Netz stattfinden können.

Hier sind noch ein paar lesenswerte Links zu den Turbulenzen bei «The New Republic»

0