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Es kommt nicht auf die Anzahl Leads an, sondern auf die Abschlussquote

 

Wie_viele_Leads_benötigt_Ihr_Vertriebsteam_

Hier gibt es einen nützlichen Beitrag zum Umgang mit Leads und den Vorteilen von Inbound-Marketing.

  • Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Leads zu generieren, sondern soviel wie der Verkauf verarbeiten kann.
  • Leads aus Inbound-Marketing-Kampagnen sind qualitativ hochwertiger als aus anderen Lead-Gewinnungs-Methoden, darum führen sie eher zu Abschlüssen, verursachen aber auch mehr Arbeit bei der Bearbeitung.
  • Nicht die Anzahl Leads sind entscheidend, sondern die Abschlussquote.

Den ganzen Artikel “Wie viele Leads benötigt Ihr Vertriebsteam?” gibt es im Hubspot Blog

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Es gibt keine “Spezialdienste” im Internet

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Die Deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel will offenbar keine Netzneutralität in Deutschland und in der EU. Sie will ein Zwei-Klassen-Internet welches neben den “normalen” Internet auch eine sogenannte Überholspur für Spezialdienste zulässt. Auch die grossen ISP’s in der Schweiz, an vorderster Front die Swisscom, die zu 51% dem Schweizer Volk gehört, haben ähnliche Vorstellungen von der Zukunft des Netzes. Die Bundeskanzlerin sagte:

und es geht um das wichtige Thema Netzneutralität. Hierbei hat sich die Bundesregierung zu einem gemeinsamen Verständnis zusammengerauft, wie ich einmal sagen will. Dabei geht es um zwei Dinge: sowohl um das freie, gut zugängliche Internet als auch um das innovationsfreundliche Internet.
Was heißt „innovationsfreundliches“ Internet? Es bedeutet, dass es eine bestimmte Sicherheit für Spezialdienste gibt. Diese Spezialdienste werden zunehmen, aber sie können sich nur entwickeln, wenn auch berechenbare Qualitätsstandards zur Verfügung stehen. Diese beiden Seiten muss man zusammenbringen. Ich glaube, dass uns das in den Verhandlungen in Brüssel in kurzer Zeit gelingen kann. Deutschland drückt hierbei sehr auf das Tempo. Denn wenn Sie das fahrerlose Auto haben wollen oder wenn Sie bestimmte telemedizinische Anwendungen haben wollen – um nur zwei Beispiele zu nennen –, dann müssen Sie natürlich eine fehlerfreie und immer gesicherte Datenübertragung haben. Ansonsten können Sie diese Anwendungen überhaupt nicht durchführen. Deshalb brauchen wir beides, das freie Internet und das qualitätssichere Internet für Spezialdienste.

An dieser Sichtweise sind zwei Dinge grundlegend falsch:

1) Es gibt keine Spezialdienste, sondern es gibt einfach verschiedene Dienste im Internet. Der Witz der Netzneutralität ist ja genau, dass es hier keine Unterscheidung gibt. Und diese braucht es auch nicht, denn wenn genügend Bandbreite verfügbar ist, funktioniert jeder Dienst einwandfrei.

2) Es gibt keinen Gegensatz zwischen einem freiem Internet und einem innovationsfreundlichen Internet. Diese Geschichte wurde von den grossen ISP’s erfunden um die Politik dazu bringen, sich in ihrem Sinne zu verhalten. In einem neutralen Internet können sowohl die grossen Provider wie auch alle anderen Unternehmen und Menschen auf dieser Welt Innovationen entwickeln. Im Merkelnetz können dies nur noch Vodafone und die Deutsche Telekom.

(Bild: CC-BY-SA 3.0, Bearbeitung von By א (Aleph) (Own work) [CC-BY-SA-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons)

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Preisunterschiede von über 250% für Getränke am HB Zürich – oder der Preis ist nicht das einzige Differenzierungsmerkmal

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Eine 0.5l Flasche Cola Zero kostet am HB Zürich beim Buffet-Express CHF 4.60. Exakt dasselbe Produkt kostet nur 300 Meter weiter, bzw. zwei Geschosse tiefer in der Migros CHF 1.30, was einer Differenz von 254% (vom tieferen Preis aus gerechnet) entspricht.

Das ist für mich überhaupt kein Problem, denn es liegt ja an mir zu entscheiden, wo ich meine Getränke kaufe.

Der Grund warum ich hier darauf aufmerksam mache liegt darin, dass ja immer wieder behauptet wird, dass der eine Anbieter auf einem Markt gegenüber einem anderen mit einem tieferen Preis chancenlos sei. Oder, dass derjenige Käufer der sich nicht nach dem tiefsten Preis richtet nicht rational im Sinne der Ökonomen handelt.

Wie mein Beispiel hier zeigt, sind beide Aussagen falsch. In der Regel gibt es neben dem Preis noch viele weitere Gründe, die ein Käufer für den Kaufentscheid in Betracht zieht, das ist auch im Internet so. Das ist zwar eigentlich eine Binsenwahrheit, die aber oft, insbesondere wenn Menschen über Online-Märkte sprechen, vergessen geht.

(Bildquelle: Pixabay – Public Domain)

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Warum Teleclub Play von Swisscom nicht mit Netflix vergleichbar ist, aber Swisscom möchte, dass wir das glauben.

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Die Swisscom hat heute Ihr Videostreaming-Angebot Teleclub Play lanciert. Das Angebot soll, genauso wie MyPrime von UPC Cableom, ein Konkurrenzprodukt zu Netflix sein. Bei diesem Vergleich ist aber einiges schief und die beiden ISP’s wissen das auch.

Netflix kann ich völlig unabhängig vom Internet-Anbieter beziehen. Die beiden neuen Angebote sind aber jeweils nur in Zusammenhang mit dem Internet-Abo der Provider erhältlich. Ein UPC Cablecom Kunde kann kein Teleclub Play Abo wählen und ein Swisscom Kunde kann kein MyPrime Abo nutzen.

Wenn sie ernsthaft in Konkurrenz auf dem Flatrate-Videomarkt treten wollten, würden diese Produkte als reine IP-Lösungen unabhängig vom Internet-Anschluss vermarktet. Das ist aber nicht der Fall.

Der Grund liegt darin, dass die grossen ISP’s eine Welt schaffen wollen in welcher der Internet-Zugang mit Inhalten und Diensten gekoppelt ist, weil in einem solchen Markt ein viel stärkerer Lock-In-Effekt spielt.

Darum wehren sie sich auch mit Händen und Füssen gegen eine gesetzlich regulierte Netzneutralität.

Die Geschichte, dass Swisscom in Konkurrenz zu Netflix und anderen US-Anbietern stehen ist geschickt aufgebaut, um den Heimatschutzreflex der Politik zu triggern.

 

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Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) und ihre Bedeutung für die Schweiz

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Und gleich noch ein Hinweis in Sachen EMRK. Das Zentrum für Menschenrechtsbildung der Pädagogischen Hochschule Luzern hat das Lehrmittel “Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) und ihre Bedeutung für de Schweiz – Eine Einführung für junge Leute” veröffentlicht. Die Broschüre kann hier im PDF Format heruntergeladen werden. Das Büchlein ist längst nicht nur für Schülerinnen und Schüler interessant und bietet einen kurzen und informativen Überblick über die Geschichte und die wichtigsten Artikel der EMRK. Einziger Wermutstropfen ist, dass die Inhalte nicht als open Content publiziert wurden, bzw. sich aus dem Impressum nicht erschliessen lässt, wie diese genutzt werden können.

(via @SchutzfaktorM)

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Helen Keller im Tagesgespräch und humanrights.ch

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Heute war die Schweizer Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Helen Keller, anlässlich des 40-Jahre Jubiläums des Schweizerischen Beitritts zur Europäischen Menschenrechtskonvention zu Gast im Tagesgespräch von SRF. Sie hat sehr eindrücklich dargestellt, warum die EMRK wichtig ist.

Wer sich über die Menschenrechte in der Schweiz informieren möchte, ist mit der Informationsplattform humanrights.ch bestens bedient. Hier findet man z.B. auch eine Liste aller Urteile die Schweiz betreffend seit 1979. Wir lesen dort:

Von 1974 bis Ende 2013 wurden vom EGMR insgesamt 5’611 Beschwerden aus der Schweiz entschieden. Die überwiegende Anzahl dieser Beschwerden wurde vom EGMR für ungültig erklärt. In nur 86 der zugelassenen Fälle hat der Gerichtshof eine Verletzung der Konvention durch die Schweiz festgestellt. Dies entspricht in etwa 1.5% der eingereichten Beschwerden.

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Für Taxis gibt es keine Zukunft, denn das Netz ist die Plattform

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Es ist derzeit en vogue, sich über den sogenannten Plattform-Kapitalismus auszulassen. Uber, Airbnb, aber letztendlich auch Facebook, Twitter, Google oder Amazon werden als Totengräber unserer Gesellschaft gebrandmarkt. Disruption wird allmählich zum Unwort. Innovation wird ihm wohl bald folgen. Dabei wäre es aus gesellschaftspolitischer Sicht wünschbar, dass die Chancen für einen grundlegenden Wandel der sozialen Ordnung erkannt würden, anstatt sich auf Nebenschauplätzen für den Erhalt von bestehenden Herrschaftsstrukturen einzusetzen.

Es ist natürlich richtig, jede technologische Entwicklung kritisch und politisch zu begleiten. Dabei ist es aber angebracht, dass wir versuchen zu verstehen, wie diese Entwicklung die strukturellen Grundlagen verändert. Das Internet, oder besser die totale digitale Vernetzung von allen Dingen, die der Mensch herstellt und nutzt, inklusive seiner technischen Hilfsmittel zur Kommunikation, zeigt in ihrer prinzipiellen Konzeption vor allem in eine Richtung: Entmachtung der Zentren. Dezentralisierung und Ent-Hierachisierung. Diese Entwicklung ist zu begrüssen, sie hilft den Menschen sich zu befreien; sie hat das Potential in ferner Zukunft den Kapitalismus und den Nationalismus zu überwinden.

Es sieht zwar im Moment in vielerlei Hinsicht danach aus, dass eine gegenteilige Entwicklung im Gang ist. Sowohl die technisch/wirtschaftlichen als auch die politischen Zentren scheinen an Macht zu gewinnen und sich laufend zu vergrössern. Wir sollten allerdings davon ausgehen, dass dies eine vorübergehende Erscheinung ist, die vor allem damit zu tun hat, dass die neuen dezentralen, dynamischen und netzwerkartigen Strukturen erst am Entstehen sind.

Die bestehenden Machtsysteme versuchen natürlich einer solchen Veränderung entgegen zu treten. Dabei sind kapitalistische und politische Interessen in der Regel gleichgeschaltet. Auch wenn die Uber-Macher ihre staatskritische, rechts-libertäre Haltung in den Vordergrund stellen und auch wenn die politischen Mandatsträger und ihre Beamten in Europa sich für die Erhaltung des Status-Quo für die Taxifahrer einsetzen, wollen beide im Prinzip dasselbe: Herrschaftsverhältnisse entweder aufrecht erhalten oder neue schaffen.

Eine Gesellschaft hingegen, die auf hierarchiefreier, dezentraler Organisation aufbaut, bietet den Menschen neue Möglichkeiten sich ebendiesen Herrschaftsverhältnissen zu entledigen. Der Hauptgrund liegt darin, dass sich durch die neuen Kommunikationsmöglichkeiten Menschen mit Bedürfnissen und Menschen, die diese befriedigen wollen, ohne Vermittler finden und ihre Transaktion durchführen können. Auf dieser Basis können sowohl wirtschaftliche wie auch politische Strukturen so gestaltet werden, dass sie den Menschen als mündiges und autonomes Wesen respektieren.

Damit keine Missverständnisse aufkommen. Autonome, mündige Menschen sind nicht per se Egoisten. Ich rede hier weder einer Entsolidarisierung mit den Schwächeren, noch einem Sozialdarwinismus das Wort, sondern einer besseren und gerechteren Verteilung der Macht und damit einhergehend einer Befähigung der Menschen, sich zu entwickeln, sich als aktiven Teil ihrer politischen Gesellschaft einzubringen und sich an deliberativen Prozessen zu beteiligen. Dabei werden natürlich einige bestehende Strukturen und Konzepte über die Klippen springen müssen. Und auch wenn wir erst ganz am Anfang dieser Entwicklung stehen, sind wir laufend Zeugen davon, wie diese grundlegenden Veränderungen wirken.

Taxi-Fahrer wird es wahrscheinlich bald nicht mehr geben, damit sollten wir uns abfinden. Das hat aber nichts mit Uber oder anderen Plattformen zu tun, sondern damit, dass durch die Vernetzung die Kommunikation zwischen den Menschen neu organisiert werden kann.

Angebote, wie die von Uber und anderen ‘Plattform-Kapitalisten’ werden wohl in Bälde als echte dezentrale Alternativ-Lösungen verfügbar sein und sich dabei ähnlichen Konzepten bedienen wie Bitcoin. Dann gibt es keinen mehr, der dazwischen die Hand aufhält, sondern nur noch das Netzwerk als Plattform. Trotzdem werden die Taxis das wohl nicht überleben.

Denn was spricht dagegen, dass Menschen, die in ihren Autos von A nach B fahren noch jemanden mit nehmen, der auch nach B fahren will? Ob sie sich dann untereinander darüber einigen, ob der Eine dem Anderen dafür eine Entschädigung schuldig ist, geht ausser die beiden betroffenen Transaktionspartner niemanden etwas an.

Taxis gibt es nur aus dem Grund, weil es vor der digitalen Vernetzung der Menschen nicht so einfach möglich war, dass sich die, die gerade ein Fahrzeug fahren mit denen die gerne mitfahren würden, finden und absprechen können. Jetzt ist das möglich und darum brauchen wir keine Taxis mehr.

Ich verstehe gut, dass das für die Betroffenen Taxi-Fahrer unangenehm ist und ich bin auch der Meinung, dass es zu den Aufgaben einer Gesellschaft gehört, Menschen in Bedrängnis zu helfen. Nur ist den Taxi-Fahrern nicht geholfen, wenn wir Ihnen vorgaukeln, dass schon alles gut kommt, wenn nur ‘Uber’ ein wenig reguliert wird. Es wäre viel sinnvoller und auch im Sinne der Taxi-Fahrer, wenn wir Ihnen klar machen würden, dass es dereinst keine Taxi-Fahrer mehr brauchen wird und dass wir Ihnen helfen wollen, dass sie trotzdem zu ihrem Einkommen kommen. Das bedeutet, dass sie befähigt werden sollen, in der veränderten Umgebung ein Einkommen zu erwirtschaften und nicht sie zu Abhängigen einer Regulatoren-Bürokratie zu machen. Auch hier bietet das Internet neue Möglichkeiten für die Weiterbildung und persönliche Entwicklung des Einzelnen. Dass die Gemeinschaft die notwendigen Ressourcen für die individuelle Begleitung der direkt Betroffenen dieses Veränderungsprozesses solidarisch aufbringen muss, versteht sich von selbst.

Die Tendenz jeder Veränderung die durch die digitale Vernetzung ausgelöst wird, mit einer sofortigen Regulierung zur Erhaltung der bestehenden Strukturen zu begegnen, führt dazu, dass die aktuellen Macht- und Herrschaftsverhältnisse gefestigt werden. Eine Regulierung der Plattformen verhindert oder erschwert zumindest den späteren Eintritt der dezentralen Lösungen, die diese Plattform-Anbieter wieder zum Verschwinden bringen würden. Die Gesetze, die wir heute zum Schutz der betroffenen des Wandels erlassen, werden morgen von den beherrschenden Plattform-Anbietern dazu benutzt, sich die dezentrale Konkurrenz vom Leibe zu halten.

Man kann das natürlich alles als naiven Technik-Utopimus vom Tisch fegen. Denn es ist in der Tat so, dass Technik und damit auch die Digitalisierung sowohl für Wünschbares als auch für Unerwünschtes eingesetzt werden kann. Auch richtig ist, dass wir keine Voraussagen über die Zukunft machen können, denn der handelnde Mensch bestimmt, was geschehen wird. Doch gerade deshalb ist es wichtig, darüber zu diskutieren, welche positiven Aspekte der digitalen Revolution erkennbar sind und wie wir diesen zum Durchbruch verhelfen wollen. Wenn wir uns hauptsächliche auf die Vermeidung oder Verminderung der negativen Auswirkungen konzentrieren, werden wir keine grundlegenden Verbesserungen erreichen, sondern nur die bestehende soziale Ordnung auf einem anderen Niveau erhalten.

Den Wandel zu gestalten heisst zuallererst, ihn zu begrüssen, denn es bietet sich die seltene Gelegenheit für eine grundlegende Neugestaltung der sozialen Strukturen. Das bedeutet nicht, nicht zu regulieren, sondern es bedeutet so zu regulieren, dass einer positiven Zukunftsvision zum Durchbruch verholfen werden kann. Das Ziel heisst: “Mehr Freiheit und mehr Gerechtigkeit für mehr Menschen” und nicht “keine Veränderung für Taxi-Fahrer”.


Diesen Beitrag habe ich am 11. September 2014 erstmals auf medium.com publiziert. Er wird hier zu archivzwecken reposted.
Bildquelle: Pixabay

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Veranstaltungshinweis: Recht auf Vergessen? – Philosophisches Seminar Universität Luzern

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Ich kann da leider nicht hingehen, aber das verspricht eine interessante Veranstaltung zu werden. Dienstag 9. Dezember 17:15h bis 19:00h, Hörsaal 4.B54 Universität Luzern

Dr. ChriIm Mai 2014 wurde am Europäischen Gerichtshof ein Urteil gefällt, welches von der Kommission für Datenschutz der EU und auch in den Medien stets als ‚Recht auf Vergessen’ bzw. ‚Right to be Forgotten’ bezeichnet wird. In meinem Vortrag frage ich einerseits nach dem Verständnis von ‚Vergessen’, welches in diesem Kontext Verwendung findet und diskutiere andererseits den Entscheid des EuGH und einzelne Fragen, die sich daraus in Bezug auf den Umgang mit persönlichen Daten im Netz ergeben.

Zur Person Christine Abbt ist Lehrbeauftragte an den Universitäten Zürich, Luzern und Klagenfurt. Sie arbeitet zu Theorien des Gedächtnisses, zur politischen Theorie und Demokratietheorie. Ab Frühjahr 2015 wird sie eine SNF-Förderprofessur in Philosophie an der Universität Luzern antreten.

(via philosophie.ch)

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Seine eigenen Daten verkaufen mit Datacoup

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Es wird ja immer wieder behauptet, dass unsere persönlichen Daten etwas Wert seien und dass wir diese nicht einfach an die verschiedenen ‘Datenkraken’ verschenken sollten. Ich bezweifle zwar die Richtigkeit dieser Aussage, vor allem in der Vehemenz in der sie geäussert wird, was mich aber nicht davon abgehalten hat, mich vor 3 Monaten einmal bei einem dieser neuen Marktplätze zu registrieren.

Bei Datacoup kannst Du die verschiedenen Datencontainer aus Deinem täglichen Online-Leben andocken und dann wählen, welche Attribute bzw. Datentypen Du auf dem Markt anbieten möchtest. Im Moment gibt es allerdings noch keine Käufer, ausser Datacoup selbst und die haben mir bis jetzt immerhin USD 5.80 überwiesen. Meine Daten sind derzeit für USD 0.58 pro Woche zu haben.

Es kann durchaus sein, dass ich falsch liege mit meiner Vermutung, dass die Daten einer Person zwar durchaus einen monetären Wert haben können, dieser aber so klein ist, dass er für den Einzelnen nahezu irrelevant ist. Ich habe mir aber ehrlich gesagt noch zu wenig Gedanken dazu gemacht. Was ich attraktiv finde an der Idee der Datenmarktplätze ist, dass ich selbst entscheide, ob ich meine Daten zur Verfügung stellen will oder nicht.

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Die kurze Geschichte des ersten Personal Computers – MITS Altair 8800

Wie durch eine beinahe bankrotte Taschenrechner-Firma, die aus der Not den ersten Computer-Bausatz auf dem Markt brachte, der Grundstein für die spätere Home Computer bzw. Personal Computer Revolution gelegt wurde. In einem kurzen 17 Minuten Video, welches wohl selbst bereits als historisches Dokument eingestuft werden kann:

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Definition von offenem Wissen (Open Knowledge)

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Wann können Inhalte und Daten als “offen” bezeichnet werden? Die Open Definition, ein Projekt der Open Knowledge Foundation gibt eine klare und präzise Antwort darauf:

“Open data and content can be freely used, modified, and shared by anyone for any purpose”

Wer es genauer wissen will, liest am besten die längere Beschreibung.

Von den Creative-Commons-Lizenzen genügen nur die CC-BY und CC-BY-SA dieser Definition. Die Non-Derivates (ND) und die Non-Commercial (NC) Lizenzen können nicht genutzt werden, wenn die Inhalte “offen” sein sollen.

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Chaosseminar: AGUR12 und Urheberrechtsentwicklungen (Inputreferate, Podiumsdiskussion + Debatte)

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Ein wichtiges und empfehlenswertes Seminar, organisiert vom Chaos Computer Club Zürich am 11. Dezember 2014 19:00h

  • Wie hat sich das Urheberrecht entwickelt und wie steht es heute, im Kontext des Internets, da?
  • Besteht überhaupt Bedarf das Urheberrecht zu novellieren?
  • Welchen Interessen wird damit gedient?
  • Wo sind die Gefahren «technischer Massnahmen» im Internet zur Durchsetzung von Urheberrechtsansprüchen?
  • Wie können (alternativ) Kulturschaffende gerecht für ihre Arbeit entschädigt werden?

Unter anderem mit meinem Kollegen aus der Digitalen Allmend und Autor Hartwig Thomas, der in seinem Buch “Erster Entwurf eines Versuchs über den Zusammenstoss des Urheberrechts mit dem Internet” einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Urheberrechtsdebatte leistet und mit Prof. Dr. Monika Dommann, die mit Ihrem Werk “Autoren und Apparate” eine überraschende und aufschlussreiche Geschichte des Urheberrechts veröffentlicht hat.

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Charlie App – Automatisierte Meeting-Briefings

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In der Regel bereite ich mich auf ein Meeting vor. Dazu gehört heutzutage auch die verschiedenen Informationen im Internet, insbesondere den Social Media, über die Person(en) die man trifft schnell zu überfliegen. Die Charlie App verspricht diesen Teil zu automatisieren. Die App wird einfach mit dem Google Kalender verbunden und eine Stunde vor dem Meeting bekommt man ein “Briefing” zu den Menschen, die man trifft. Die wichtigsten Informationen aus den verschiedenen Social Media Profilen übersichtlich zusammengestellt auf einer Seite. Das Ding funktioniert recht gut, einzig bei den Informationen zu den Unternehmen gibt es noch zu viele Zuordnungsfehler.

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Fernmeldebericht des Bundesrates: Es sieht nicht gut aus für die Netzneutralität in der Schweiz

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Heute hat der Bundesrat seinen neuen Fernmeldebericht veröffentlicht und eine Revision des Fernmeldegesetzes angekündigt. Der Bericht ist 80 Seiten stark. Ich habe ihn noch nicht lesen können, einzig das Kapitel zur Netzneutralität (S. 43 ff) habe ich durchgesehen.

Der Bundesrat sieht zwar die Probleme, die ohne gesetzlich sichergestellte Netzneutralität auf uns zu kommen:

Es bestehe aber insofern ein Diskriminierungspotenzial, als Netzbetreiber versucht sein könnten, ihrer Kundschaft ei- gene Inhalte, Anwendungen oder Dienste mit deutlich besserer Qualität zu übermitteln als Inhalte, Anwendungen oder Dienste anderer Herkunft. (S.43)

Und zeigt auch welche Massnahmen nötig wären:

Denkbar wäre, dass eine neue Bestimmung in das Fernmeldegesetz aufgenommen würde, wonach die Kundinnen und Kunden generell ein Anrecht auf Nutzung der Dienste, Anwendungen, Inhalte und Endgeräte ihrer Wahl hätten (Abstrakte Netzfreiheiten). Damit würde sichergestellt, dass die Kund- schaft weiterhin die Wahlfreiheit bei der für die Kommunikation verwendeten Mittel behielte und nicht in Blockadesituationen geraten könnte. (S.45)

und:

Als weitere Massnahme zur Sicherstellung der Wahlfreiheit der Kundschaft und der Aufrechterhaltung der dem Internet eigenen Innovationskraft wäre die Aufnahme eines Verbots der ungerechtfertigten Behinderung oder Schlechterstellung von Diensten Dritter und damit ein Nichtdiskriminierungsgebot möglich. Dies würde verhindern, dass einzelne Dienste blockiert oder in ihrer Qualität verschlechtert würden, ausser zur Abwehr von Angriffen auf die Integrität der Netze und zur Einhaltung staatlicher Vorgaben wie etwa der Filterung von Inhalten aus gesetzlich festgelegten Schutzinteressen. Einzelne Dienste würden bei dieser Regelung gegenüber anderen Diensten nicht bevorzugt werden, es sei denn, die Kundschaft willigte dazu im Einzelfall explizit ein. Die Rücknahme einer einmal gegebenen Zustimmung müsste dabei möglich sein. (S. 45)

kommt dann aber erstaunlicherweise trotzdem zum Schluss:

Im gegenwärtigen Zeitpunkt fehlen Anhaltspunkte, welche die Einführung der oben genannten Regelungen erheischen würden. (S.46)

Offenbar hat der Bundesrat nicht zur Kenntnis genommen, dass bereits heute diskriminierende Verletzungen der Netzneutralität durch Swisscom und Organge in der Schweiz Realität sind.

Immerhin will er eine Transparenzpflicht einführen:

Hingegen ist der Markt zu beobachten, um allfällige Tendenzen von diskriminierenden Praktiken früh- zeitig zu erkennen. Die Anbieterinnen von Fernmeldediensten sollen denn auch neu einer Informati- onspflicht gegenüber der Kundschaft und den zuständigen Behörden bezüglich vorgenommener Diffe- renzierungen unterliegen. Damit wird die notwendige Transparenz geschaffen. Die dem Bundesrat im FMG bereits heute eingeräumte Kompetenz, die Anbieterinnen von Fernmeldediensten per Verord- nung dazu zu verpflichten, Informationen über die Qualität der angebotenen Fernmeldedienste zu veröffentlichen, ist deshalb zu einer umfassenderen Transparenzverpflichtung auszubauen. (S.46)

Und so ganz geheuer scheint es ihm dann doch nicht zu sein, wenn er am Schluss dann festhält:

Da die Fernmeldedienstanbieterinnen häufig sowohl als Internetdienstleisterinnen als auch als Pro- grammverbreiterinnen auftreten und entsprechend auch eigene Inhalte auf Abruf bereitstellen, könnte die Konkurrenzsituation dazu führen, dass sie die über das Internet zugeführten Inhalte der Veranstal- ter oder Dritter zugunsten eigener Angebote blockieren. Auf der anderen Seite ist es denkbar, dass die Veranstalter für entsprechende Angebote eine Privilegierung wie beispielsweise die Einrichtung einer garantierten Verbreitungspflicht verlangen. Beide Themenkomplexe wären im Kontext der Netz- neutralität zu betrachten und könnten eine entsprechende formellgesetzliche Verankerung notwendig machen. (S.46)

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Den «Schnüffelstaat Schweiz» während der BÜPF und NDG Debatte lesen

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Ich habe vor einiger Zeit bei mir im Büchergestell ein ziemlich abgegriffenes Exemplar des Buches “Schnüffelstaat Schweiz” gefunden und es nach bald 25 Jahren wieder gelesen. Das Buch ist heute noch interessant, weil es ein historisches Dokument darstellt, welches uns einen Blick zurück in eine Zeit erlaubt, die noch nicht so weit weg ist und doch in vielerlei Hinsicht sehr fremd wirkt. Und weil fast alles was drin steht, angesichts der geplanten massiven Ausweitung der staatlichen Überwachung der Menschen in der Schweiz, nach wie vor aktuell ist. Darum habe ich mich bei buch & netz darum gekümmert, dass der vergriffene «Schnüffelstaat Schweiz» wieder gelesen werden kann. Als Online-Buch und als E-Book.

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Wie Netzneutralität funktioniert

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Ist zwar nicht ganz korrekt, denn das Problem liegt nicht daran, dass ich mehr für meinen Internet-Zugang bezahlen muss, sondern, dass der Inhalte-Anbieter bezahlen muss, dass er durchkommt, aber der Grundsatz stimmt trotzdem. Entweder gibt es zwischen mir und dem Inhalt den ich nutzen will niemanden der entscheidet, ob das möglich ist (grün), oder es gibt eben jemanden (rot).

(via Scott Bateman on medium.com)

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Sigil lebt

Screenshot Sigil, Quelle: https://code.google.com/p/sigil/

Screenshot Sigil, Quelle: https://code.google.com/p/sigil/

Sigil, der beliebte und für die E-Book Produktion äusserst nützliche Open-Source Editor für E-Book-Files im epub Format wird offenbar doch weiter entwickelt. Nachdem der führende Entwickler des Editors Anfang Februar dieses Jahres in einem Blogpost geschrieben hat, dass Calibre als “Nachfolger” zu sehen sei, weil sein Projekt zuwenig Contributions hat, habe ich mich eigentlich schon damit abgefunden, dass Sigil Geschichte ist. Umso überraschter und erfreuter war ich, als ich nun gesehen habe, dass seit ein paar Wochen wieder neue Releases erscheinen.

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Die EU erschwert mit dem neuen MwSt.-Regime den Binnenmarktzugang für kleine Unternehmen.

Bildquelle: pixabay, Public Domain, CC0

Bildquelle: pixabay, Public Domain, CC0

Es war einmal eine Idee eines grossen Binnenmarktes innerhalb Europas, präziser innerhalb der Europäischen Union. Es sollte ein gemeinsamer Wirtschaftsraum geschaffen werden, in welchem ein dynamischer Wettbewerb zu mehr Innovation, tieferen Preisen und höherer Wertschöpfung führt.

Markt und Wettbewerb sind im Prinzip sinnvolle Organisationskonzepte, solange niemand daran gehindert wird, am Spiel teilzunehmen und dafür gesorgt wird, dass fair gespielt wird.

Einer der grundsätzlichen Konstruktionsfehler des EU-Binnenmarktes ist, dass die einzelnen Staaten verschiedene MwSt.-Sätze definieren können. Und weil bei der Besteuerung vom Konsumenten bisher das Ursprungs-Prinzip galt, dass also dort wo die Lieferung herkommt, auch die Steuer fällig bzw. eingezogen wird, haben sich viele Unternehmen, die im Internet Konsumgüter anbieten, in dem Land niedergelassen, wo die Steuer am tiefsten war.

Die richtige Lösung für dieses Problem wäre gewesen, dass man sich auf einen EU-weiten einheitlichen MwSt.-Satz geeinigt hätte. Eine andere Variante hätte eine Art Zahlungsausgleich innerhalb der EU sein können. Doch man hat sich für die schlechteste aller Optionen entschieden. Ab 1.1.2015 soll nun beim sogenannten Fernabsatz, also dem Online-Verkauf an einen privaten Konsumenten, die Steuer des Landes indem der Konsument lebt – das Bestimmunsglandprinzip gelten.

Das mag für auf den ersten Blick logisch und sinnvoll erscheinen bedeutet aber faktisch das der Binnenmarkt, wie er mal gedacht war, nur noch Grosskonzernen offen steht. Denn der Aufwand, den man betreiben muss, um bei jeder Bestellung die richtige Steuer des jeweiligen Landes des Kunden einzuziehen, ist für kleine Unternehmen nicht zu bewältigen.

Diese Regelung wird mit grosser Wahrscheinlichkeit zu zwei schädlichen Entwicklungen führen. Erstens werden im B2C-Sektor die europäischen Oligopole zunehmen und infolgedessen die Innovationen zurückgehen und die Preise höher sein, als nötig. Zweitens werden in kleineren Ländern viele Produkte gar nicht angeboten werden, weil der Aufwand für den Produzenten oder Händler zu gross ist.

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