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Die Schweizer Nationalbibliothek stellt über 1000 Bilder der “Schweizer Kleinmeister” auf Wikimedia Commons zur freien Verfügung

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Bildquelle: Schweizerische Nationalbibliothek, GS-GUGE-BIRMANN-UND-FILS-C-13, WIkimedia Commons

Grossartige Neuigkeiten erreichen uns heute aus der Bundesverwaltung. Mehr als 1000 Bilder der “Schweizer Kleinmeister” aus der Sammlung der Geschwister Gugelmann sind ab sofort bei Wikimedia Commons in hervorragender Qualität und Auflösung zur freien Verfügung online.

 

 

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Wichtiges Crowdfunding-Projekt für mehr Transparenz der Wissenschaftsverlagsverträge mit Bibliotheken

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Hier gilt es wieder einmal ein wichtiges Projekt auf wemakeit.com zu unterstützen. Christian Gutknecht will erreichen, dass die Schweizer Hochschulbibliotheken ihre Verträge mit den grossen Wissenschaftsverlagskonzernen öffentlich machen müssen. Es ist ein offenes Geheimnis dass sich diese Verlage an öffentlichen Geldern dumm und dämlich verdienen und es an der Zeit ist, dass wir darüber auch öffentlich diskutieren können. Dazu müssen aber die Fakten auf den Tisch. Dieses Projekt kann vielleicht dazu beitragen. Dein Engagement ist gefragt.

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Inbound-Marketing und andere Links bei Niuws.

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Seit heute ist die Niuws App für IOS und Android Smartphones, aus der Küche des Startups Newscron, welches von Peter Hogenkamp geführt wird, offiziell verfügbar. Die Idee der App ist, dass ausgewählte Kuratoren interessante Links aus ihren Fachbereichen präsentieren und so den Lesern helfen die Spreu vom Weizen im grossen Strom der Netzinhalte zu trennen. Zu den ersten Kuratoren gehören viele Freunde, Kollegen und Bekannte aus der Webcrowd. Martin Steiger betreut die Box Digitales Recht, Martin Weigert die Internet-Ökonomie, Nick Lüthi den Medienwandel, Jan Tißler die Business Gadgets, Stefan Leuthold verlinkt zum Thema Digital Strategy und Lukas Stuber zu Search Marketing, um nur die zu nennen, die ich persönlich kenne.

Ich selbst kümmere mich um die Inbound-Marketing Box und werde dort relevante Links zu den Themen Content-Marketing, Lead Generation, Marketing-Automation, und anderen verwandten Topics verteilen. Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass es beim Inbound-Marketing nicht darum ginge, Kunden aus dem Netz zu fischen, sondern der Fisch zu sein, der von potentiellen Kunden geangelt wird. In diesem Sinne, wünsche ich allen Leserinnen und Lesern viele leckere Fische in den Boxen der Niuws-App.

 

 

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E-Mail Top – Social Media Flop

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In einer Online-Umfrage unter US-Angestellten hat das Pew Research Center erfahren, dass für 65% der amerikanischen Arbeitnehmern E-Mail sehr wichtig ist für ihre Arbeit, während dies für Social-Media-Services wie Twitter und Facebook nur gerade für 4% der Fall ist. 59% der Befragten finden Social Media für die Erledigung ihrer Arbeit überhaupt nicht wichtig. Was sie genau meinen, wenn 54% sagen, dass das Internet für sie sehr wichtig sei, bleibt aber unklar. Schade, dass Videoconferencing wie Skype, Google Hangouts oder Facetime nicht abgefragt wurden.

(via @gleonhard)

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In der Schweiz müssen wir 70 Jahre warten, Kanada und Neuseeland nur 50

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Dieses Jahr fallen in der Schweiz die Werke von Künstlern wie Edvard Munch, Wassily Kandinsky, Glenn Miller oder Antoine de Saint-Exupéry in die Public Domain, weil sie alle vor mehr als 70 Jahren gestorben sind. In der Schweiz, wie auch in vielen anderen Ländern dauert die Schutzfrist für urheberrechtlich geschützte Werk absurd lange 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.

Diese 70 Jahres-Frist wäre eigentlich durch die Internationalen Abkommen zum Schutz geistigen Eigentums nicht vorgeschrieben. In diesen Abkommen wird die Mindestschutzdauer auf 50 Jahre nach dem Tod festgesetzt, was immer noch viel zu lange ist, aber immerhin wären es 20 Jahre weniger. In Kanada, Neuseeland, Japan und vielen anderen Ländern hat man sich z.B. auf diese 50 Jahre beschränkt und ich denke nicht, dass diese Länder deswegen ein Problem im Bezug auf ihre kulturelle Produktion haben.

Wenn wir uns dann nächstes Jahr mit der Revision des Urheberrechts in der Schweiz und den Verschärfungsforderungen der Unterhaltungsindustrie herumschlagen, sollten wir daran denken, dass wir in der Frage der Schutzdauer bereits weiter gehen als nötig.

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DRM-Free Hörbuch-Anbieter downpour

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Audible, ein Amazon Unternehmen, beherrscht auch bei uns den Online-Hörbuch-Markt. Da ist jeder Wettbewerber willkommen, insbesondere wenn er, wie downpour, auf die unsäglichen Kopierschutzmassnahmen (DRM) verzichtet, die im Buchmarkt immer noch State-of-the-Art zu sein scheinen. Cory Doctorow hält auf BoingBoing eine kurze und heftige Laudatio auf downpour. Hoffen wir, dass dieser Anbieter dereinst auch den deutschsprachigen Hörbuch-Markt bedienen wird.

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Was die NSA und ihre Partner können und was nicht

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In der englischen Ausgabe von Spiegel-Online wurde kürzlich ausführlich zusammengefasst und aufgeführt, welche Dienste und Verschlüsselungskonzepte von der NSA und ihren Partnern geknackt werden können und welche nicht. Wer wirklich sicher sein will, dass niemand mitlesen kann, muss aber schon einiges an Aufwand betreiben:

Things become “catastrophic” for the NSA at level five – when, for example, a subject uses a combination of Tor, another anonymization service, the instant messaging system CSpace and a system for Internet telephony (voice over IP) called ZRTP. This type of combination results in a “near-total loss/lack of insight to target communications, presence,” the NSA document states.

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“Züri brännt” und andere Dokumente zur Zürcher 80er-Bewegung

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Der Film “Züri bränt” wird digitalisiert, damit er auch in Zukunft in Kinos gezeigt werden kann. Finanziert wurde das Vorhaben via Crowdfunding auf wemakeit.ch. Ich hoffe, dass der Film, dann dereinst auch online verfügbar gemacht wird. Er ist zwar hier bei artfilm.ch auch im VOD-Angebot, aber das dort eingesetzte System (Filmkey) ist umständlich und überhaupt nicht mehr zeitgemäss.

Es gibt bereits einiges an Archivmaterial zur 80er Bewegung in Zürich im Netz zu finden:

Stadt in Bewegung, Ausschnitte aus 16 Videos aus dem Videoarchiv ‘Stadt in Bewegung’. Zusammengestellt von Stöff Burkhard und Heinz Nigg.

Das Video war auf der DVD zum vergriffenen Buch “Wir wollen alles, und zwar subito!” aus dem Limmat-Verlag, welches erfreulicherweise als DRM-freies PDF E-Book beim Verlag verfügbar ist.

Die Videos liegen im Sozialarchiv und sind hier alle online.

Und natürlich die berühmte CH-Magazin Sendung vom 15. Juli 1980 mit Herr und Frau Müller.

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Bloggende Unternehmen generieren 55% mehr Web-Traffic und 70% mehr Leads als Unternehmen, die nicht bloggen

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Hubspot ist natürlich nicht ganz unvoreingenommen, wenn sie diese Behauptung in die Welt stellen und leider geben sie keine Quellen für die Zahlen an:

Bloggende Unternehmen generieren 55% mehr Web-Traffic und 70% mehr Leads als Unternehmen, die nicht bloggen.

Doch es leuchtet ganz einfach ein, dass Unternehmen die Interessante Inhalte für Ihre Zielgruppen ins Netz publizieren, mehr Besucher organisieren und wenn das Produktportfolio attraktiv und die Landingpages gut gemacht sind, auch mehr Leads generieren. Es ist darum erstaunlich, wie wenig Unternehmen nach wie vor auf dieses mächtige Inbound-Marketing-Instrument verzichten.

(Bildquelle: Pixabay, Public Domain)

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Die «The New Republic» Story und ihre Missverständnisse

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Mit 2 Wochen Abstand, hat die Story um den jüngsten Radau beim geschichtsträchtigen US-Politikmagazin «The New Republic» auch die Feuilleton-Redaktion der NZZ erreicht. Eine Geschichte, die uns zwar nicht konkret aber immerhin konzeptionell betrifft, etwas später zu verarbeiten ist nichts schlechtes. Im Gegenteil: Die zeitliche Distanz kann helfen, die Emotionen der Betroffenheit etwas abzubauen, um dann umso scharfsinniger die Situation zu analysieren. Dies ist der Autorin des Beitrages “Relaunch oder Ruin” allerdings nicht gelungen. Hat sie doch nur zusammengetragen, was wir seit den turbulenten Tagen Anfang Dezember im Netz an vielen anderen Stellen bereits lesen konnten.

Die kurze Zusammenfassung der Geschichte ist: Ein Investor übernimmt ein gedrucktes Magazin, welches einmal wichtig für die politische Meinungsbildung in den USA war, aber seit Jahren Verluste schreibt, und entscheidet sich dann ein paar Dinge zu ändern, in der Hoffnung dadurch die Verluste in Gewinne zu verwandeln. Der Redaktion gefällt Strategie und CEO des Investors überhaupt nicht und nimmt kollektiv den Hut. Daraufhin wird der Investor von allen anderen Journalisten, ausser den politisch am rechten Rand stehenden, denen «The New Republic» schon immer ein Dorn im Auge war, gedisst und es wird allgemein bejammert dass der neue Technologie-Geldadel sich nun auch noch daran macht, die letzte Bastion politischer Anständigkeit und journalistischem Tiefgang den allgegenwärtigen Listicles und Animierten Gif’s zu opfern.

Missverständnis Nummer 1: Investoren, die Geld verschenken.

Chris Hughes, der im 2012 «The New Republic» gekauft hat, hat dies in der Rolle des Investors und Unternehmers getan, nicht in der des Mäzenen. Ein Investor hat das Ziel, sein Investment mit einem Gewinn wieder zurück zu holen, ein Mäzen verschenkt Geld.

Missverständnis Nummer 2: Mitarbeiter, die mitreden dürfen.

Mitarbeiter haben in einer Aktiengesellschaft nicht die Möglichkeit über die Details der Strategie und der Führungsriege zu entscheiden. Sie können sich systembedingt nur für oder gegen eine von den Eignern gewählte Strategie entscheiden. Zu kündigen ist ihr gutes Recht und ihre einzige sinnvolle Handlungsoption, wenn sie mit dem eingeschlagenen Weg nicht einverstanden sind.

Missverständnis Nummer 3: Wenn alle Mitarbeiter kündigen, ist die gewählte Strategie schlecht.

Wenn (fast) alle Mitarbeiter kündigen wird nur bekundet, dass diese nicht mit der gewählten Strategie einverstanden sind und nicht, ob diese gut oder schlecht an sich ist. Diese Frage wird erst die Zukunft beantworten können. Wobei wir, wenn wir ehrlich sind, diese Frage eigentlich nie werden beantworten können. Denn ob «The New Republic» in 3 Jahren besser oder schlechter dasteht als heute, wird von vielen weiteren Faktoren abhängig sein und ob sie besser dastehen würde, wenn Chris Hughes nicht so gehandelt hätte, werden wir nicht testen können.

Missverständnis Nummer 4: Der Strategiewechsel des «The New Republic» Herausgebers ist gleichzusetzen mit dem Untergang des politischen Journalismus in den USA

Es ist durchaus möglich, wenn auch eher unwahrscheinlich, dass auch in der zukünftigen «The New Republic» aufwändig produzierter, politischer Journalismus verbreitet wird. Wenn nicht, ist das aber kein Weltuntergang denn die politische Debatte ist nicht an einen bestimmten Titel oder an ein bestimmtes Medium gebunden. Wenn «The New Republic» nicht mehr ist werden sich andere Kanäle für die politische Diskussion entwickeln, sofern der Gesellschaft an solchen Debatten überhaupt etwas liegt, was aber eine andere Frage ist.

Missverständnis Nummer 5: Das Internet ist schuld

«The New Republic» hat eine turbulente Geschichte hinter sich und verliert bereits seit 15 Jahren mehr oder weniger kontinuierlich an Leserinnen und Lesern. Die Gründe dafür sind Vielfältig und auf jeden Fall ist in jüngster Zeit auch der Umstand, dass immer mehr Inhalte via Internet verteilt werden, ein wichtiger Faktor, aber wohl kaum der einzige und auch nicht der wichtigste.

Missverständnis Nummer 6: Die Demokratie funktioniert nicht ohne Medienbrands mit grosser Reichweite.

Solange wir dafür sorgen, dass das Internet für alle auch als Publikationsmedium offen bleibt und wir nicht den Fehler machen und den Wunsch der grossen Telekommunikations- und Medienkonzerne zu erfüllen, uns alle wieder zu reinen Konsumenten zu degradieren, müssen wir uns nicht um die Debattierfähigkeit der Öffentlichkeit fürchten. Gesetzlich verankerte Netzneutralität und der demokratisierte Zugang zu Produktions- und Vertriebstechnologie sorgen dafür, dass Demokratie und Politik im Netz stattfinden können.

Hier sind noch ein paar lesenswerte Links zu den Turbulenzen bei «The New Republic»

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Warum sich Hollywood gegen die Netzneutralität wehrt

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Die MPAA, die Lobbyorganisation der sechs grossen Hollywood-Konzerne, wehrt sich in den USA seit langem gehen die rechtliche Sicherstellung der Netzneutralität. Es scheint auf den ersten Blick unlogisch, läge es doch im Interesse der Inhalte-Anbieter, dass die Inhalte durch die Konsumenten ausgewählt werden können und nicht durch ein paar mächtige ISP’s.

Neben dem Umstand, dass in einer Welt, in welcher die grossen Konzerne untereinander aushandeln, was über das Internet transportiert wird, diejenigen Inhalte- und Dienste-Anbieter die bereits in der Top-Liga spielen, auch wenn Sie etwas höhere Kosten haben, im Vorteil gegenüber neuen Mitbewerbern sind. Anders gesagt, mit etwas Geld, welches man in einer Oligopol-Marktsituation vollständig auf die Konsumenten abwälze kann, lassen sich die lästigen, innovativen kleinen neuen Mitspieler vom Leibe halten.

Es gibt aber noch einen anderen Grund: Wenn die Netzneutralität gesetzlich verankert ist, dürfte es schwieriger werden, die Forderung nach Netzsperren, wie sie Hollywood und die internationalen Musikkonzerne auch in der Schweiz einführen wollen, umzusetzen. Wir können diese Auseinandersetzung im Moment in den USA beobachten und sie wird uns spätestens, wenn der der Bundesrat nächstes Jahr die geplante Urheberrrechtsrevisionsvorlage in die Vernehmlassung schickt, auch in der Schweiz beschäftigen.

Wir müssen uns darüber bewusst sein, dass die Netzsperren, wenn sie einmal eingeführt sind, kaum mehr wieder wegzubringen sind. Es werden dann immer weitere Gründe für Sperrungen von Webinhalten aufgeführt werden. Es bedeutet das Ende des Internets, wie wir es kennen. Darum müssen wir in der Schweiz die Netzneutralität so schnell wie möglich gesetzlich verankern.

(Bildquelle: Pixabay, Public Domain)

(via BoingBoing)

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Es kommt nicht auf die Anzahl Leads an, sondern auf die Abschlussquote

 

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Hier gibt es einen nützlichen Beitrag zum Umgang mit Leads und den Vorteilen von Inbound-Marketing.

  • Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Leads zu generieren, sondern soviel wie der Verkauf verarbeiten kann.
  • Leads aus Inbound-Marketing-Kampagnen sind qualitativ hochwertiger als aus anderen Lead-Gewinnungs-Methoden, darum führen sie eher zu Abschlüssen, verursachen aber auch mehr Arbeit bei der Bearbeitung.
  • Nicht die Anzahl Leads sind entscheidend, sondern die Abschlussquote.

Den ganzen Artikel “Wie viele Leads benötigt Ihr Vertriebsteam?” gibt es im Hubspot Blog

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Es gibt keine “Spezialdienste” im Internet

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Die Deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel will offenbar keine Netzneutralität in Deutschland und in der EU. Sie will ein Zwei-Klassen-Internet welches neben den “normalen” Internet auch eine sogenannte Überholspur für Spezialdienste zulässt. Auch die grossen ISP’s in der Schweiz, an vorderster Front die Swisscom, die zu 51% dem Schweizer Volk gehört, haben ähnliche Vorstellungen von der Zukunft des Netzes. Die Bundeskanzlerin sagte:

und es geht um das wichtige Thema Netzneutralität. Hierbei hat sich die Bundesregierung zu einem gemeinsamen Verständnis zusammengerauft, wie ich einmal sagen will. Dabei geht es um zwei Dinge: sowohl um das freie, gut zugängliche Internet als auch um das innovationsfreundliche Internet.
Was heißt „innovationsfreundliches“ Internet? Es bedeutet, dass es eine bestimmte Sicherheit für Spezialdienste gibt. Diese Spezialdienste werden zunehmen, aber sie können sich nur entwickeln, wenn auch berechenbare Qualitätsstandards zur Verfügung stehen. Diese beiden Seiten muss man zusammenbringen. Ich glaube, dass uns das in den Verhandlungen in Brüssel in kurzer Zeit gelingen kann. Deutschland drückt hierbei sehr auf das Tempo. Denn wenn Sie das fahrerlose Auto haben wollen oder wenn Sie bestimmte telemedizinische Anwendungen haben wollen – um nur zwei Beispiele zu nennen –, dann müssen Sie natürlich eine fehlerfreie und immer gesicherte Datenübertragung haben. Ansonsten können Sie diese Anwendungen überhaupt nicht durchführen. Deshalb brauchen wir beides, das freie Internet und das qualitätssichere Internet für Spezialdienste.

An dieser Sichtweise sind zwei Dinge grundlegend falsch:

1) Es gibt keine Spezialdienste, sondern es gibt einfach verschiedene Dienste im Internet. Der Witz der Netzneutralität ist ja genau, dass es hier keine Unterscheidung gibt. Und diese braucht es auch nicht, denn wenn genügend Bandbreite verfügbar ist, funktioniert jeder Dienst einwandfrei.

2) Es gibt keinen Gegensatz zwischen einem freiem Internet und einem innovationsfreundlichen Internet. Diese Geschichte wurde von den grossen ISP’s erfunden um die Politik dazu bringen, sich in ihrem Sinne zu verhalten. In einem neutralen Internet können sowohl die grossen Provider wie auch alle anderen Unternehmen und Menschen auf dieser Welt Innovationen entwickeln. Im Merkelnetz können dies nur noch Vodafone und die Deutsche Telekom.

(Bild: CC-BY-SA 3.0, Bearbeitung von By א (Aleph) (Own work) [CC-BY-SA-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons)

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Preisunterschiede von über 250% für Getränke am HB Zürich – oder der Preis ist nicht das einzige Differenzierungsmerkmal

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Eine 0.5l Flasche Cola Zero kostet am HB Zürich beim Buffet-Express CHF 4.60. Exakt dasselbe Produkt kostet nur 300 Meter weiter, bzw. zwei Geschosse tiefer in der Migros CHF 1.30, was einer Differenz von 254% (vom tieferen Preis aus gerechnet) entspricht.

Das ist für mich überhaupt kein Problem, denn es liegt ja an mir zu entscheiden, wo ich meine Getränke kaufe.

Der Grund warum ich hier darauf aufmerksam mache liegt darin, dass ja immer wieder behauptet wird, dass der eine Anbieter auf einem Markt gegenüber einem anderen mit einem tieferen Preis chancenlos sei. Oder, dass derjenige Käufer der sich nicht nach dem tiefsten Preis richtet nicht rational im Sinne der Ökonomen handelt.

Wie mein Beispiel hier zeigt, sind beide Aussagen falsch. In der Regel gibt es neben dem Preis noch viele weitere Gründe, die ein Käufer für den Kaufentscheid in Betracht zieht, das ist auch im Internet so. Das ist zwar eigentlich eine Binsenwahrheit, die aber oft, insbesondere wenn Menschen über Online-Märkte sprechen, vergessen geht.

(Bildquelle: Pixabay – Public Domain)

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Warum Teleclub Play von Swisscom nicht mit Netflix vergleichbar ist, aber Swisscom möchte, dass wir das glauben.

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Die Swisscom hat heute Ihr Videostreaming-Angebot Teleclub Play lanciert. Das Angebot soll, genauso wie MyPrime von UPC Cableom, ein Konkurrenzprodukt zu Netflix sein. Bei diesem Vergleich ist aber einiges schief und die beiden ISP’s wissen das auch.

Netflix kann ich völlig unabhängig vom Internet-Anbieter beziehen. Die beiden neuen Angebote sind aber jeweils nur in Zusammenhang mit dem Internet-Abo der Provider erhältlich. Ein UPC Cablecom Kunde kann kein Teleclub Play Abo wählen und ein Swisscom Kunde kann kein MyPrime Abo nutzen.

Wenn sie ernsthaft in Konkurrenz auf dem Flatrate-Videomarkt treten wollten, würden diese Produkte als reine IP-Lösungen unabhängig vom Internet-Anschluss vermarktet. Das ist aber nicht der Fall.

Der Grund liegt darin, dass die grossen ISP’s eine Welt schaffen wollen in welcher der Internet-Zugang mit Inhalten und Diensten gekoppelt ist, weil in einem solchen Markt ein viel stärkerer Lock-In-Effekt spielt.

Darum wehren sie sich auch mit Händen und Füssen gegen eine gesetzlich regulierte Netzneutralität.

Die Geschichte, dass Swisscom in Konkurrenz zu Netflix und anderen US-Anbietern stehen ist geschickt aufgebaut, um den Heimatschutzreflex der Politik zu triggern.

 

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Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) und ihre Bedeutung für die Schweiz

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Und gleich noch ein Hinweis in Sachen EMRK. Das Zentrum für Menschenrechtsbildung der Pädagogischen Hochschule Luzern hat das Lehrmittel “Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) und ihre Bedeutung für de Schweiz – Eine Einführung für junge Leute” veröffentlicht. Die Broschüre kann hier im PDF Format heruntergeladen werden. Das Büchlein ist längst nicht nur für Schülerinnen und Schüler interessant und bietet einen kurzen und informativen Überblick über die Geschichte und die wichtigsten Artikel der EMRK. Einziger Wermutstropfen ist, dass die Inhalte nicht als open Content publiziert wurden, bzw. sich aus dem Impressum nicht erschliessen lässt, wie diese genutzt werden können.

(via @SchutzfaktorM)

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Helen Keller im Tagesgespräch und humanrights.ch

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Heute war die Schweizer Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Helen Keller, anlässlich des 40-Jahre Jubiläums des Schweizerischen Beitritts zur Europäischen Menschenrechtskonvention zu Gast im Tagesgespräch von SRF. Sie hat sehr eindrücklich dargestellt, warum die EMRK wichtig ist.

Wer sich über die Menschenrechte in der Schweiz informieren möchte, ist mit der Informationsplattform humanrights.ch bestens bedient. Hier findet man z.B. auch eine Liste aller Urteile die Schweiz betreffend seit 1979. Wir lesen dort:

Von 1974 bis Ende 2013 wurden vom EGMR insgesamt 5’611 Beschwerden aus der Schweiz entschieden. Die überwiegende Anzahl dieser Beschwerden wurde vom EGMR für ungültig erklärt. In nur 86 der zugelassenen Fälle hat der Gerichtshof eine Verletzung der Konvention durch die Schweiz festgestellt. Dies entspricht in etwa 1.5% der eingereichten Beschwerden.

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Für Taxis gibt es keine Zukunft, denn das Netz ist die Plattform

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Es ist derzeit en vogue, sich über den sogenannten Plattform-Kapitalismus auszulassen. Uber, Airbnb, aber letztendlich auch Facebook, Twitter, Google oder Amazon werden als Totengräber unserer Gesellschaft gebrandmarkt. Disruption wird allmählich zum Unwort. Innovation wird ihm wohl bald folgen. Dabei wäre es aus gesellschaftspolitischer Sicht wünschbar, dass die Chancen für einen grundlegenden Wandel der sozialen Ordnung erkannt würden, anstatt sich auf Nebenschauplätzen für den Erhalt von bestehenden Herrschaftsstrukturen einzusetzen.

Es ist natürlich richtig, jede technologische Entwicklung kritisch und politisch zu begleiten. Dabei ist es aber angebracht, dass wir versuchen zu verstehen, wie diese Entwicklung die strukturellen Grundlagen verändert. Das Internet, oder besser die totale digitale Vernetzung von allen Dingen, die der Mensch herstellt und nutzt, inklusive seiner technischen Hilfsmittel zur Kommunikation, zeigt in ihrer prinzipiellen Konzeption vor allem in eine Richtung: Entmachtung der Zentren. Dezentralisierung und Ent-Hierachisierung. Diese Entwicklung ist zu begrüssen, sie hilft den Menschen sich zu befreien; sie hat das Potential in ferner Zukunft den Kapitalismus und den Nationalismus zu überwinden.

Es sieht zwar im Moment in vielerlei Hinsicht danach aus, dass eine gegenteilige Entwicklung im Gang ist. Sowohl die technisch/wirtschaftlichen als auch die politischen Zentren scheinen an Macht zu gewinnen und sich laufend zu vergrössern. Wir sollten allerdings davon ausgehen, dass dies eine vorübergehende Erscheinung ist, die vor allem damit zu tun hat, dass die neuen dezentralen, dynamischen und netzwerkartigen Strukturen erst am Entstehen sind.

Die bestehenden Machtsysteme versuchen natürlich einer solchen Veränderung entgegen zu treten. Dabei sind kapitalistische und politische Interessen in der Regel gleichgeschaltet. Auch wenn die Uber-Macher ihre staatskritische, rechts-libertäre Haltung in den Vordergrund stellen und auch wenn die politischen Mandatsträger und ihre Beamten in Europa sich für die Erhaltung des Status-Quo für die Taxifahrer einsetzen, wollen beide im Prinzip dasselbe: Herrschaftsverhältnisse entweder aufrecht erhalten oder neue schaffen.

Eine Gesellschaft hingegen, die auf hierarchiefreier, dezentraler Organisation aufbaut, bietet den Menschen neue Möglichkeiten sich ebendiesen Herrschaftsverhältnissen zu entledigen. Der Hauptgrund liegt darin, dass sich durch die neuen Kommunikationsmöglichkeiten Menschen mit Bedürfnissen und Menschen, die diese befriedigen wollen, ohne Vermittler finden und ihre Transaktion durchführen können. Auf dieser Basis können sowohl wirtschaftliche wie auch politische Strukturen so gestaltet werden, dass sie den Menschen als mündiges und autonomes Wesen respektieren.

Damit keine Missverständnisse aufkommen. Autonome, mündige Menschen sind nicht per se Egoisten. Ich rede hier weder einer Entsolidarisierung mit den Schwächeren, noch einem Sozialdarwinismus das Wort, sondern einer besseren und gerechteren Verteilung der Macht und damit einhergehend einer Befähigung der Menschen, sich zu entwickeln, sich als aktiven Teil ihrer politischen Gesellschaft einzubringen und sich an deliberativen Prozessen zu beteiligen. Dabei werden natürlich einige bestehende Strukturen und Konzepte über die Klippen springen müssen. Und auch wenn wir erst ganz am Anfang dieser Entwicklung stehen, sind wir laufend Zeugen davon, wie diese grundlegenden Veränderungen wirken.

Taxi-Fahrer wird es wahrscheinlich bald nicht mehr geben, damit sollten wir uns abfinden. Das hat aber nichts mit Uber oder anderen Plattformen zu tun, sondern damit, dass durch die Vernetzung die Kommunikation zwischen den Menschen neu organisiert werden kann.

Angebote, wie die von Uber und anderen ‘Plattform-Kapitalisten’ werden wohl in Bälde als echte dezentrale Alternativ-Lösungen verfügbar sein und sich dabei ähnlichen Konzepten bedienen wie Bitcoin. Dann gibt es keinen mehr, der dazwischen die Hand aufhält, sondern nur noch das Netzwerk als Plattform. Trotzdem werden die Taxis das wohl nicht überleben.

Denn was spricht dagegen, dass Menschen, die in ihren Autos von A nach B fahren noch jemanden mit nehmen, der auch nach B fahren will? Ob sie sich dann untereinander darüber einigen, ob der Eine dem Anderen dafür eine Entschädigung schuldig ist, geht ausser die beiden betroffenen Transaktionspartner niemanden etwas an.

Taxis gibt es nur aus dem Grund, weil es vor der digitalen Vernetzung der Menschen nicht so einfach möglich war, dass sich die, die gerade ein Fahrzeug fahren mit denen die gerne mitfahren würden, finden und absprechen können. Jetzt ist das möglich und darum brauchen wir keine Taxis mehr.

Ich verstehe gut, dass das für die Betroffenen Taxi-Fahrer unangenehm ist und ich bin auch der Meinung, dass es zu den Aufgaben einer Gesellschaft gehört, Menschen in Bedrängnis zu helfen. Nur ist den Taxi-Fahrern nicht geholfen, wenn wir Ihnen vorgaukeln, dass schon alles gut kommt, wenn nur ‘Uber’ ein wenig reguliert wird. Es wäre viel sinnvoller und auch im Sinne der Taxi-Fahrer, wenn wir Ihnen klar machen würden, dass es dereinst keine Taxi-Fahrer mehr brauchen wird und dass wir Ihnen helfen wollen, dass sie trotzdem zu ihrem Einkommen kommen. Das bedeutet, dass sie befähigt werden sollen, in der veränderten Umgebung ein Einkommen zu erwirtschaften und nicht sie zu Abhängigen einer Regulatoren-Bürokratie zu machen. Auch hier bietet das Internet neue Möglichkeiten für die Weiterbildung und persönliche Entwicklung des Einzelnen. Dass die Gemeinschaft die notwendigen Ressourcen für die individuelle Begleitung der direkt Betroffenen dieses Veränderungsprozesses solidarisch aufbringen muss, versteht sich von selbst.

Die Tendenz jeder Veränderung die durch die digitale Vernetzung ausgelöst wird, mit einer sofortigen Regulierung zur Erhaltung der bestehenden Strukturen zu begegnen, führt dazu, dass die aktuellen Macht- und Herrschaftsverhältnisse gefestigt werden. Eine Regulierung der Plattformen verhindert oder erschwert zumindest den späteren Eintritt der dezentralen Lösungen, die diese Plattform-Anbieter wieder zum Verschwinden bringen würden. Die Gesetze, die wir heute zum Schutz der betroffenen des Wandels erlassen, werden morgen von den beherrschenden Plattform-Anbietern dazu benutzt, sich die dezentrale Konkurrenz vom Leibe zu halten.

Man kann das natürlich alles als naiven Technik-Utopimus vom Tisch fegen. Denn es ist in der Tat so, dass Technik und damit auch die Digitalisierung sowohl für Wünschbares als auch für Unerwünschtes eingesetzt werden kann. Auch richtig ist, dass wir keine Voraussagen über die Zukunft machen können, denn der handelnde Mensch bestimmt, was geschehen wird. Doch gerade deshalb ist es wichtig, darüber zu diskutieren, welche positiven Aspekte der digitalen Revolution erkennbar sind und wie wir diesen zum Durchbruch verhelfen wollen. Wenn wir uns hauptsächliche auf die Vermeidung oder Verminderung der negativen Auswirkungen konzentrieren, werden wir keine grundlegenden Verbesserungen erreichen, sondern nur die bestehende soziale Ordnung auf einem anderen Niveau erhalten.

Den Wandel zu gestalten heisst zuallererst, ihn zu begrüssen, denn es bietet sich die seltene Gelegenheit für eine grundlegende Neugestaltung der sozialen Strukturen. Das bedeutet nicht, nicht zu regulieren, sondern es bedeutet so zu regulieren, dass einer positiven Zukunftsvision zum Durchbruch verholfen werden kann. Das Ziel heisst: “Mehr Freiheit und mehr Gerechtigkeit für mehr Menschen” und nicht “keine Veränderung für Taxi-Fahrer”.


Diesen Beitrag habe ich am 11. September 2014 erstmals auf medium.com publiziert. Er wird hier zu archivzwecken reposted.
Bildquelle: Pixabay

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