Einblick in eine aussergewöhnliche Schule

Im Interview mit Olaf-Axel Burow erfahren wir wie die ASW eine Schule in Deutschland in der Nähe von Waldshut organisiert ist:

Es gibt keine Schulbücher, keine Klassenräume, kaum noch klassischen Unterricht. Jede und jeder arbeitet im eigenen Tempo: mit Kompetenzrastern, das ist Unterrichtsstoff, der in drei Leistungsstufen unterteilt ist. Der Schüler entscheidet, auf welcher Ebene er arbeiten will. Es gibt keine Klassenarbeiten, keine Noten bis zur neunten Klasse. Auch entscheidet der oder die Lernende, welche Leistungsstufe in einem bestimmten Fachgebiet erreicht werden soll. Er oder sie geht dann zur Lehrkraft und wünscht sich einen Test. Danach gibt es einen differenzierten Gelingensnachweis. Besteht der Schüler den nicht, wird er gecoacht, um sich zu verbessern.

Lernatelier an der ASW – Bildquelle: Pressematerial ASW

Die Kinder beginnen als „Lernstarter“ mit verhältnismäßig wenig Rechten, dann werden sie „Durchstarter“ und erreichen die Stufe „Lernprofi“. Das muss man sich erarbeiten. Die Lernprofis können tendenziell in die Schule kommen und gehen, wann sie wollen. Ein entscheidender Faktor: Die Lehrkräfte müssen bei vollem Deputat nur noch zwölf Stunden unterrichten, weil Schüler im hohen Maße selbstgesteuert arbeiten. In der übrigen Zeit kümmern sich die Lehrkräfte um die Lernplattform, das Coaching und die Gestaltung der Schule. Zentral für diese neuartige Schule ist das Lernatelier: ein Großraum für 250 Schüler. Hier hat jeder Lernende einen eigenen Arbeitsplatz mit i-Pad. Ein Drittel der Zeit arbeiten die Schüler allein – unterstützt mit der frei zugänglichen Lernplattform. Ein weiteres Drittel wird in projektübergreifen Teams gearbeitet. Es gibt von den Lehrkräften Inputs bei neuem Stoff. Die Schüler gehen nicht in den Unterricht, sondern an ihren Arbeitsplatz, wo sie in ihrem Tempo arbeiten. Es ist ein ganz anderes Bild von Schule, als wir es seit 200 Jahren kennen.

Ähnliches sind wir derzeit bei uns in Kölliken mit den Lernlandschaften auch am Einführen. Zwei Lernlandschaften mit je drei Klassen sind bereits provisorisch eingerichtet. Wenn das neue Oberstufenzentrum steht, werden wir in der Oberstufe mit drei Lernlandschaften arbeiten.

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