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Tag Archives | Music Cloud

Herbie Hancock mit Tal Wilkenfeld in Montreux

Vor drei Jahren war für mich Tal Wilkenfeld, damals als Bassistin bei Jeff Beck, die Überraschung des Montreux Jazz Festivals. Dieses Jahr war sie mit Herbie Hancock da, was ich gerade im letzen Moment noch gesehen habe und mir, obwohl das Konzert bereits ausverkauft war, glücklicherweise noch ein Ticket zum offiziellen Preis ergattern konnte. Als erste Zugabe spielte die Band den Hancock Klassiker “Chameleon” (YouTube Video): 

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Geschichte(n) und Songs zu Pop Muzik von M

Der 1979er Hit Pop Muzik von M ist typisches One Hit Wonder der Popgeschichte und ein schönes Beispiel dafür, was es alles hinter einem Song zu entdecken gilt.

Der Brite Robin Scott (geb. 1947), Komponist von “Pop Muzik” und Kopf von “M”, war Ende 1960er, Anfang 1970er Jahre als Singer / Songwriter bzw. Folk Musiker unterwegs.

Sein 1969 veröffentlichtes Album “Woman of the Warm Grass” klingt nach Al Stewart und deutet in keiner Art und Weise auf seinen späteren Megahit hin, was allerdings die Qualität dieser Songs nicht mindert. Weiter unten im 8Tracks Mix gibt es zwei Beispiele aus “Woman of the Warm Grass” zum reinhören.

Währen der 70er Jahre war Robin Scott als Troubadour unterwegs und hat als Musiker und Komponist an diversen Projekten gearbeitet. So konnte er 1972 eine Multimedia Produktion (was immer das bedeuten mag) unter den Namen “The Voice” bei BBC Radio 3 ausstrahlen und hat ein Musical mit dem Titel “Heartaches & Teardrops” geschrieben. Die Angaben zu diesen beiden Projekten stammen aus seiner selbst vertriebenen Kurzbio. Ob das Musical je aufgeführt wurde, lässt sich aufgrund meiner online Quellen nicht wirklich eruieren, aber es darf wohl bezweifelt werden. Toll wäre es natürlich, diese “The Voice” Sendung aus den BBC Archiven im Zugriff zu haben…tja…

Ab Ende 1975 oder Anfang 1976 hat er dann als Manager und Produzent der Britischen Rock, Funk und New Wave Band “Roogalator” gewirkt. Einer der Songs, die Roogalator während dieser Zeit und unter Mitwirklung von Scott veröffentlicht haben war Cincinati Fatback (auch im 8Tracks Mix weiter unten) mit Julian Scott dem Bruder von Robin, der später auch bei Pop Muzik am Bass auftauchen wird. 

Weil Virgin das erste Album von Roogalator nicht ins Programm aufnehmen wollte, hat Robin Scott sein eigenes Label Do-it Records gegründet bei welchem 1979 Adam and the Ants ihr Debut Album “Dirk Wears White Socks” veröffentlicht haben und auch Yello einige frühe Arbeiten (Discography bei Discogs) verbreiteten.

Ab 1978 arbeitet Robin Scott als Produzent in Paris wo er mit seiner Partnerin Brigit Novik (Brigitte Vinchon) lebte. Brigit Novik ist die Background Sängerin bei Pop Muzik und anderen “M” Songs und im offiziellen Video als Studiosängerin zu sehen.

In Paris hat er sowohl den Song der ersten “M” Single “Moderne Man“, als auch “Pop Muzik” aufgenommen. Moderne Man war zwar damals kein Erfolg beschieden, mir gefällt der Song trotzdem. 

Mit “Pop Muzik” gelang dann 1979 der internationale Durchbruch. Der Song war Nr. 2 in UK und Nr. 1 der Charts in den USA. Das folgende Album “New York – London – Paris – Munich“, dessen Titel einer Zeile aus dem Song “Pop Muzik” entstammt wurde in Montreux in den legendären Mountain Studios aufgenommen. Mitgewirkt haben dabei unter anderem der Drummer Phil Gould, der spätere Mitbegründer von Level 42, Garry Barnacle der später neben vielen anderen bekannten 80s Bands auch oft mit Level 42 arbeite, sowie David Bowie, der zu der Zeit offenbar in Montreux lebte und einige Handclaps beigetragen habe.

Das Baby auf dem Plattencover ist übrigens die Tochter von Robin Scott, sie heisst Berenice Scott und ist heute als Musikerin unter anderem mit Phil Gould dem jetzt ehemaligen Level 42 Drummer unterwegs. So schliesst sich der Kreis :-).

In den 80er Jahren gab es eine Plagiatskontroverse um den Song “Pop Muzik” die aber lustigerweise nicht mal von Robin Scott angezettelt wurden. Huey Lewis hat Ray Parker Jr. verklagt, weil er der Meinung war, dass der Song “Ghostbusters” eigentlich von seinem “I Want a New Drug” abgekupfert sei. Die beiden haben sich zwar geeinigt, sind dann aber 2001 wieder vor Gericht gelandet, weil Huey Lewis sich nicht an die Geheimhaltungsabmachungen gehalten habe. Tzzz… haben die nichts besseres zu tun?

Da streiten sich zwei um Urheberrechte, dabei haben eigentlich beide offensichtlich bei Robin Scotts “Pop Muzik” abgeguckt. Diesen hat das allerdings scheinbar nicht gekümmert. Ihr könnt die Songs im 8Track Mix unten hören und Euch selber ein Bild machen.

U2 hat Ende der 1990er Jahre den Song “Pop Muzik” in einer Remix Version von Steve Osborne als Eröffnungssong für die Konzerte währen der PopMart Tour eingesetzt. Zum dreissig Jahre Jubiläum des Songs im letzten Jahr , wie auch in den 1990er Jahren ist je eine Remix CD erschienen. Auf der der ersten “Pop Muzik – The Remix Album” finden wir unter anderem den besagten Osborne Mix und, eher amusant, eine Demo Tape Aufnahme von 1978 von Robin Scott himself, die Ihr auch auf dem 8Track Mix hier findet.

Tracklist

(Offenbar können aufgrund von Lizenzbestimmungen von 8Tracks die Songs pro Besucher nur das erste Mal in der vorgesehenen Reihenfolge angehört werden, danach spielt der Zufall :-)

  1. The Sound of Rain von Robin Scott
  2. Woman of the Warm Grass von Robin Scott
  3. Cincinati Fatback von Roogalator
  4. Moderne Man von M
  5. Year of the Cat – Al Stewart
  6. Ghostbusters – Ray Parker Jr.
  7. I Want a New Drug – Huey Lewis
  8. Pop Muzik – Demotape von Robin Scott von 1978

Weitere Links

 

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Alin Coen an der re:publica 2010

Gestern Abend hat im Friedrichspalast an der re:publica die Singer/Songwriterin Alin Coen ein wunderbares Konzert gegeben. Ich hatte zum Glück meine Lumix dabei und habe hier mal schnell einen ersten Song aus dem Hotelzimmer ins Netz gejagt, weitere folgen… Viel Spass und mehr von ihr gibt’s hier und hier. Ich hoffe natürlich, dass wir sie bald mal in Zürich begrüssen dürfen, im Papiersaal zum Beispiel.

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Gizelle Smith, Aad Hollander Trio from Hell, Oliver Szalatnay, Admiral James T. – 13.2.2010

Gestern Abend war es wieder mal schwierig sich zwischen Helsinki und Moods zu entscheiden. Zum Glück liegen die beiden Klubs so nahe beieinander. Nach den ersten zwei Funk Sets von Gizelle Smith & The Mighty Mocambos im Helsinki, haben wir uns dann noch den Abschluss des kuentschli.ch / Stolze Open Air Abends im Moods mit dem Aad Hollander Trio from Hell & Gästen zu Gemüte geführt. Ich habe wieder das eine oder andere für das Protokoll aufgezeichnet, gebe allerdings zu, dass ich war etwas zu faul um mich gut zu positionieren, darum mehr Köpfe und weniger Licht als sonst.

Gizelle Smith & Mighty Mocambos im Helsinki (YouTube Video):

Aad Hollander Trio from Hell mit Oliver Szalatnay am Banjo im Moods (YouTube Video):

 

Aad Hollander Trio from Hell mit Admiral James T. im Moods (YouTube Video):

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Google erklärt, wann bei Blogger Music Blogs gelöscht werden

Ein paar Wochen nach der Geschichte mit Sebis gesperrtem Youtube Account, haben wir lesen können, dass Google diverse Music Blogs, die auf Googles Blog Service Blogger.com gehosted waren, aufgrund Copyright Problemen gelöscht habe, und zwar ohne vorherige Warnung.

Auf dem offiziellen Blogger Blog von Google erklärt das Unternehmen unter welchen Umständen solche Blogs gelöscht werden:

Sobald eine Beanstandung bei Google eintrifft, werde der Blogger per E-Mail und auf seinem Blogger Dashboard darüber informiert und der Blogpost, um den es sich handelt wird in den “Draft” Modus gesetzt, damit dieser vom Autor entfernt werden kann. Wenn mehrere Beanstandungen zu demselben Blog eintreffen und Google keine Anhaltspunkte hat, dass es sich um fehlerhafte Beanstandungen handelt, wir der Blog gelöscht. 

Wie schon beim Beitrag zur Lösung von Sebis Youtube Account erwähnt, bin ich nicht der Meinung, dass Google hierfür geblamed werden sollte, auch wenn man am Prozess noch Verbesserungen anbringen kann. Ein Unternehmen wie Google muss sich an die Gesetze halten.

Es ist dieses leidige weltweite Urheberrechtssystem das niedergerissen werden muss.

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Warner Music vs. Ukulele Sebi (monsterbazz / @sebinomics)

Sebastiano Mereu (@sebinomics) ist ein passionierter Freizeitmusiker, der sich mit seinen Ukulele Cover Versionen bekannter und weniger bekannter Songs auf YouTube im Verlaufe der letzten Monate eine beachtliche Fangemeinde erspielt hat. Viele der Interpretationen entstehen auch in Zusammenarbeit mit Musikerkollegen und Kolleginnen aus jeder Ecke dieser Welt. Ganz so, wie es Thomas Friedman in Die Welt ist flach beschreibt.

Kürzlich hat die Red Hot Chili Peppers Fansite Stadium-Arcadium.com zusammen mit der Bassfirma des Red Hot Chili Peppers Bassisten Fleabass.com einen Wettbewerb auf Youtube lanciert, zu welchem Sie die Fans aufrufen Songs der Band zu covern um einen signierten Bass von Flea zu gewinnen.

Sebi, der neben der Ukulele auch den Bass zu spielen weiss, hat natürlich nicht lange gezögert und ist dem Aufruf gefolgt. Das ist sein Video für den Wettbewerb:


Red Hot Chili Peppers – Soul To Squeeze (ukulele cover)

SEBI | MySpace Music Videos

Als er allerdings nach ein paar Tagen in einer E-Mail von Google gebeten wird, zwei seiner Videos sofort zu entfernen, weil Warner Music sich bei Youtube gemeldet habe, und seine Red Hot Chili Peppers Cover Versionen als Verstoss gegen die Copyright Bestimmungen deklariert habe, dacht er zuerst an ein Missverständnis.

Sein Video entspricht genau den Bestimmungen, die im Wettbewerb des Red Hot Chili Peppers Bassisten definiert wurden, die Plattenfirma der Band hingegen geht hin und meldet Verstoss gegen die Copyright Bestimmungen. Das sieht dann so aus: (anm: WMG=Warner Music Group)

“We have disabled the following material as a result of a third-party notification from WMG claiming that this material is infringing:

Soul To Squeeze – Red Hot Chili Peppers (bass & ukulele cover)
http://www.youtube.com/watch?v=slH5_PHYb90

…”

Sebi konnte zwar nicht verstehen, warum ausgerechnete sein Video ein Problem darstellen würde, sind doch auch jetzt noch hunderte davon, in der FleabassCompetition Gruppe auf YouTube zu finden. Trotzdem wollte er es sicherheitshalber von seinem Account löschen. Nur konnte er das gar nicht mehr tun. Die YouTube Administratoren hat ihm kurzerhand den Account gesperrt. Ohne Vorwarnung, ohne die zwei Tage abzuwarten, die sie in der ersten E-Mail als Deadline für das Sperren des Accounts angegeben haben.

Viele Monate Aufbau einer Community rund um seinen Youtube Account sind einfach mir nichts, dir nichts, gesperrt worden. Bei Google ist niemand dafür zuständig, bzw. eine Möglichkeit wenigstens zu kommunizieren und die Sache aufzuklären gibt es nicht. Die Chancen, dass sich Sebi jemals wieder in seinen monsterbazz Account einloggen kann, sind wahrscheinlich minimal.

Natürlich könnte man hier als erstes auf die Idee kommen, die “böse Datenkrake Google“dafür an den Pranger zu stellen. Das wäre aber zu kurz gegriffen. Es ist zwar ziemlich mühsam, dass Google hier einfach auf geheiss der Medienindustrie Accounts deaktiviert, nur müssen sie das aufgrund der aktuellen Gesetzgebung wohl tun, bzw. das Risiko ist zu hoch, es nicht zu tun.

Nein, nicht Google bzw. YouTube sind das Problem, sondern das weltweite Urheberrechtesystem auf der einen Seite und die Medienkonzerne wie die Warner Music Group auf der anderen Seite, die offenbar einfach nicht begreifen, dass sie mit Ihrem Verhalten so ziemlich genau das Gegenteil von dem erreichen, was sie eigentlich für Ihre Künstler wollen sollten. 

Nun, deren Zeit ist abgelaufen, es wird zwar noch lange dauern, bis wir von einer wirklich freien Welt sprechen können, aber die Chancen dass es für das “Big Content Business” langfristig vorbei ist, sind sehr gross.

Sebi hat bereits einen neuen Account auf YouTube eröffnet, auch auf anderen Platformen wie MyScpae und Vimeo und er wird weiter seine Ukulele Covers spielen und sich dabei auch nicht fragen, ob ein Song der ihm gefällt eventuell bei der Warner Music Group liegen könnte.

Als Dankeschön har er zwei Warner Love Songs aufgenommen und auf YouTube gestellt. Hier ist der Link zur Nr. 1 und hier die Nr. 2:

Play it again Sebi!

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Das Stylophone

Ein interessantes Retro-Musik Gadget aus den 60er/70er Jahren. Gibt es offenbar auch in einer Neuauflage, in einer Version als Stylophone Beatbox und als Stylophone iPhone App. Hat von Euch jemand eines? Werde auf jeden Fall in Zukunft auf meinen Flohmarkt-Besuchen danach ausschau halten. Auf der Website Stylophonica.com gibt es weitere Infos und natürlich auch bei Wikipedia. Und hier zum Abschluss noch eine Website die damit Werbung macht, dass sie 10 Jahren das Stylophone via Web verkaufen, was ich gerne glaube, aber seht selbst ;-).

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iTunes in der Cloud – so funktioniert’s mit ZumoDrive, JungleDisk, Amazon S3 und EC2

Seit einiger Zeit experimentiere ich damit herum, die iTunes Library in der Cloud zu speichern und von dort zu nutzen. Endlich funktioniert es so wie es sollte, allerdings nicht so, wie ich ursprünglich wollte ;-).

Hier eine Kurzversion für die, die nur schnell wissen wollen wie es geht:

Die iTunes Library besteht einerseits aus den Musik und Video Files und der iTunes Datenbank, sowie den Album Covers und den iPhone / iPod Touch Apps. Der Speicherort der Musik und Videofiles kann in iTunes selbst geändert werden, während alle anderen Daten im selben verzeichnis wie das File iTunes Library.lib sein müssen.

Meine Lösung sieht nun so aus:

Alle Musik und Video Files, üblicherweise im Ordner iTunes Music, werden komplett via ZumoDrive in der Cloud in Amazon S3 gespeichert. Die iTunes Datenbank, die Album Covers und die iPhone Apps werden via JungleDisk in der Cloud in Amazon S3 gespeichert. Alle Files werden in einem zusätzlichen Amazon S3 Bucket gespeichert. Dieser Backup wird über einen Amazon EC2 Server durchgeführt.

Dadurch wird es möglich, immer auf dieselbe vollständige iTunes Library von jedem Computer aus zuzugreifen und diese auch sinnvoll zu nutzen. Ich erkläre gleich warum wir dafür 3 Services benötigen.

Wichtig ist auch noch zu wissen, dass die iTunes Library nicht für den Netzbetrieb konzipiert ist. Man muss immer darauf achten, dass nur immer eine iTunes Applikation auf die Daten zugreifen und nicht mehrere gleichzeitig.

Die involvierten Produkte

Amazon S3 ist einer der Amazon Web Services, welcher vereinfacht dargestellt, einen Online File Speicher zur Verfügung stellt. Das spezielle an diesem Online Speicher ist vor allem, dass die Files automatisch auf verschiedenen Servern von Amazon repliziert werden und dadurch, ausser durch eigenes löschen oder überschreiben, nicht verloren gehen können. Amazon S3 ist aber keine Online Disk indem Sinne, dass man darauf einfach so via WebDav oder FTP zugreifen könnte. Ich gehe hier nicht weiter auf die technischen Details ein, diese können bei Amazon nachgelesen werden. Um Amazon S3 zu nutzen, braucht man einfach einen Amazon Account wie bei den Büchern, und je nach Einsatzgebiet einen der verschiedenen verfügbaren Clients für Mac, Windows, Linux, iPhone, usw. Die Preise sind sehr tief und werden nach Speicher- und Bandbreitennutzung berechnet. 1 Gbyte kostet 15 -18 US Cents pro Monat, je nachdem wo die Daten gespeichert sind. Zusätzlich fallen, wenn auch geringe, Kosten für die Datentransfers an. Die detailierten Preisinformationen befinden sich hier.

JungleDisk ist ein Amazon S3 Client, eine Software für Mac, Windows und Linux die es ermöglicht den Amazon S3 Speicher wie ein Netzlaufwerk zu benutzen. Dabei werden die jeweils aktuellsten Files in einem lokalen Cache gespeichert, sodass ein schneller Zugriff gewährleistet ist. Die Synchonisierung mit dem Amazon S3 Speicher funktioniert im Hintergrund. Zusätzlich bietet JungleDisk einen Webbrowser basierten Zugriff auf die Files Amazon S3 Speicher. Jungle Disk kostet  2$ / Monat.

ZumoDrive ist eine komplette Cloud Storage Lösung bestehend aus Online Speicherplatz und einer Client Software, die diesen Speicherplatz unter Mac und Windows als Netzlaufwerk zur Verfügung stellt. Die Files in der ZumoDrive Cloud werden auch lokal gecached. Die Files die sich beim Zugriff nicht im lokalen Cache befinden können im Gegensatz zu JungleDisk auch gestreamed werden. ZumoDrive ist bis zu 1Gbyte Speicher kostenlos und kostet für 10 Gbyte 2.99$ pro Monat oder für 50 Gbyte 11.99$.

Amazon EC2 sind viruelle Server mit Linux oder Windows Betriebssystem, die über ein Web Interface oder via Web Services gestartet, gestoppt und überwacht werden können und die pro Betriebsstunde bezahlt werden. Die kleinste Windows Variante kostet 0.125$ pro Stunde.

Die ursprünglichen Herausforderungen.

Meine Musiksammlung verwalte ich in iTunes, nicht weil das das beste Programm dafür wäre, sondern weil ich als MP3 Player iPod’s bzw. iPhones einsetze, die ich mit meiner Musik und Videosammlung synchronieren will. Kommt dazu, dass viele Dinge in iTunes wirklich gut gelöst sind und ich sowohl die Podcast Funktionen wir auch iTunesU intensiv nutze. Ich sehe daher für meine Situation derzeit keine Alternative zu iTunes, was ich natürlich auch nicht so toll finde, doch dass ist ein anderes Thema.

Ich arbeite unterwegs oder in verschiedenen Büros und an verschiedenen Computern, in der Regel an Macs und möchte immer auf meine iTunes Library zugreifen können, ohne diese vollständig mitschleppen zu müssen. Ich will zwar jederzeit auf alle 10’000 Songs zugreifen können, brauche aber nicht alle gleichzeitig dabei zu haben. Ich möchte weiterhin, immer wenn ich irgendwo einen neuen Song downloade, diesen ein einziges mal in meine Library integrieren. Danach soll er einfach überall zur Verfügung stehen. Ein typisches Cloud Szenario, also.

Meine Musikfiles benötigen mittlerweile gegen 40Gbyte Speicherplatz, was die Datensicherung, die ich sowiso schon immer stark vernachlässigt habe (und bin dann wohl kaum der einzige :-), zu einem zunehmend mühsamen unterfangen macht. Harddisks gehen aber kaputt, das habe ich schon öfters erlebt, darum schwebt hier immer ein Damoklesschwert über der Musik die mich täglich beglücken soll.

Die ursprüngliche Idee

Als ich für die Archivierung von anderen Files damit begonnen habe JungleDisk und Amazon S3 einzusetzen, dachte ich sofort daran, dass ich ja eigentlich die komplette iTunes Library dort speichern könnte. Das wäre eine sehr einfache Geschichte, es würde einfach eine Weile dauern, bis die 40 Gbyte einmal in der Cloud liegen. In der Tat dauerte der Upload etwa drei Tage, weil es aber hin und wieder Probleme und Abbrüche gab, waren die Files dann erst nach einer Woche alle oben. Dummerweise gab es in der damaligen Version von JungleDisk noch einen Bug der Probleme bei mehr als 1000 Directory Einträgen machte, sodass ich das Experiment vorerst stoppen musste. Als dann dieser Bug behoben war und ich endlich richtig testen könnte, hat sich dann bestätigt, was mir viele prophezeit haben. Die Zugriffsgeschwindigkeit auf Songs, die noch nicht im lokalen Cache liegen, ist zu langsam. Es würde schon gehen, aber irgendwie ist es halt doch nicht sehr angenehmen zwischen zwei Songs zuerst 10 Sekunden zu warten, bis die Musik weiter läuft. Es ist ja nicht so, dass ich nicht wusste, dass diese Files nicht sofort spielen würden, nur dachte ich, dass mich das nicht so stören würde.

Auf der Suche nach Alternativen

Da ich hin und wieder über meine JungleDisk Probleme gezwitschert habe, wurden mir verschiedene Alternativen empfohlen. Fast immer wurde ich auf Dropbox oder SugarSync verwiesen, bis mich dann @philbee auf ZumoDrive aufmerksam gemacht hat.

Warum keine Synch Lösung?

Lösungen wie SugarSync oder Dropbox müssten in der Tat auch funktionieren. Das Problem bei diesen Synch Lösungen ist aber, dass ich immer eine komplette Kopie der Daten auf dem jeweiligen Endgerät führen muss. Das hat zwar den Vorteil, dass das Backup Problem gelöst ist und dass es bestimmt keine Probleme mit der Zugriffsgeschwindigkeit gibt, gleichzeitig aber den Nachteil, dass immer 40 Gbyte des lokalen Speicherplatzes vergeben sind, obwohl ich ja wie gesagt, nie alle Files gleichzeitig benötige. Gerade für den Einsatz von Netbooks ist oder älteren Notebooks ist dieser Ansatz nicht geeignet.

ZumoDrive – Vor- und Nachteile

ZumoDrive bezeichnet ihre Lösung als Hybrid Cloud Storage Solution. Damit ist gemeint, dass die Files zwar in der Cloud liegen, also nicht synchronisiert werden, aber bei Bedarf gestreamt und im lokalen Cache gespeichert werden, sodass im Vergleich mit lokalen Files fast kein Unterschied in der Zugriffsgeschwindigkeit auszumachen ist. Das war eigentlich genau das was ich brauchte. Kommt dazu, dass bei ZumoDrive nur für die Speicherplatzbelegung und nicht noch zusätzlich für den Datentransfer bezahlt werden muss, und sich ZumoDrive für den Einsatz als Speicherort für die iTunes Library selber empfiehlt.

Das Hautproblem bei ZumoDrive ist allerdings dass die Files gemäss eigenen Aussagen zwar bei Amazon S3 und nicht unter dem Bett des Firmengründers gespeichert werden, aber eben nicht mit meinem Amazon S3 Account sondern über ZumoDrive selbst. Das hat den Nachteil, dass die Files weg sind, wenn ZumoDrive den Laden dicht macht. Aus diesem Grund wollte ich ja am liebsten mit JungleDisk arbeiten, damit ich, solange Amazon S3 funktioniert, immer auf Files zugreifen kann, egal ob JungleDisk existiert oder nicht.

Mangels Alternativen und weil ich für dieses Backup Problem eine Lösung im Kopf hatte, habe ich mich dann trotzdem durchgerungen ZumoDrive zu testen. Auch hier dauerte es etwa 3-4 Tage bis meine 40 Gbyte bei ZumoDrive in der Cloud lagen.

Es funktioniert!

Als ich dann das erste Mal iTunes mit der Library von ZumoDrive aus startete, war ich natürlich hoch erfreut zu sehen, dass es wirklich funktionierte. Die MP3 Files wurden sofort gestreamed und darum gab es auch wirklich keine Wartezeiten beim Musik hören. 

Aber doch nicht so, wie ich will…

Bei diesem ersten Test hatte ich allerdings nur die eigentlichen Mediafiles bei ZumoDrive. Die iTunes DB selbst war noch lokal. Die ernüchterung folgte dann gleich sofort, als ich versucht habe die DB Files auch in das ZumoDrive zu legen. iTunes auf dem Mac hat das iTunes Library.lib File wenn es im ZumoDrive lag nicht akzeptiert. Etwas ZumoDrive Help und Forum Einträge lesen hat dann schnell zu Tage gefördert, dass das Konzept von ZumoDrive zwar vorsieht, dass die Mediafiles in der Cloud liegen, die iTunes DB aber jeweils lokal ist und dadurch auf jeder Kiste separat gepflegt werden will. Wenn ich also ein neues File auf einem Computer in die iTunes Mediathek importiere, wird das File zwar zu ZumoDrive kopiert und dadurch auf jedem anderen Computer auch zur Vefügung gestellt, in der Mediathek der anderen Computer ist es aber erst dann vorhanden, wenn es dort auch importiert wird. Für meine Zwecke unbrauchbar.

ZumoDrive für die Mediafiles, JungleDisk für die DB

Ich habe dann noch Tests mit Dropbox und Sugarsynch gemacht um die DB Files, die inkl. der Album Covers und der iPhone Apps, ca 1.5 Gybte benötigen, zu synchronisieren. Damit hätte ich leben können. Aber auch hier gab es dieselben Probleme mit dem Zugriff auf das iTunes Library.lib File. Nur bei JungleDisk funktioniert auch das einwandfrei. Es wird zwar während der Nutzung von iTunes dauernd was zu Amazon S3 hochgeladen, aber es funktioniert und die Datentransferraten sind so tief, dass sie kostenmässig vernachlässigbar sind.

Backup

Die iTunes DB liegt unter meiner Kontrolle auf Amazon S3, da mache ich mir nicht soviele Sorgen, dass diese Files plötzlich nicht mehr da sind. Die MediaFiles hingegen sind auf diesem ZumoDrive. Hier besteht wie schon erwähnt die Gefahr, dass ich auf diese nicht mehr zugreifen kann, wenn ZumoDrive tschüsst.

Ich brauche also trotzdem noch eine Backup Lösung. Zuerst wollte ich einen alten Compi mit externer Disk und Backup Software dazu nutzen, regelmässig einen lokalen Backup der Mediafiles aus ZumoDrive zu machen. Aber eigentlich geht mir das gegen den Strich. Mein Ziel ist es ja völlig weg zu kommen, von eigener Datenspeicher- und Applikationsinfrastruktur. Darum habe ich mir heute schnell einen Windows Server auf Amazon EC2 gestartet. Dieser Server wird in Zukunft regelmässig hochgefahren um einen Backup der MediaFiles auf dem ZumoDrive auf ein S3 Bucket zu machen und gleich noch die anderen Buckets die ich habe zu kopieren, damit ich auch vor Fehlmanipulationen meinerseits geschützt bin.

Kosten

Diese Lösung kostet mich derzeit 11$ pro Monat für 50 Gbyte ZumoDrive Speicherplatz. 2$ pro Monat für den JungleDisk Account (den ich allerdings sowiso schon habe). Und ca. 1$ pro Monat für die Speicherung der iTunes DB auf Amazon S3 und den Datentransfer. Macht zusammen ca. 14$ pro Monat dafür dass ich nun immer und überall auf eine einzige iTunes Library zugreifen kann. Ich kann sogar mein iPhone auf verschiedenen Mac’s synchronisieren und weil ZumoDrive auch noch eine iPhone Applikation anbietet, habe ich als Nebeneffekt, alle ca. 10’000 Songs auch auf dem iPhone im Zugriff. Für die zusätzliche und für einige vielleich eher optionale Datensicherung (siehe unten), muss nochmal mit ca. 10$ pro Monat gerechnet werden. Das ergibt also totale Kosten von ca. 25$ pro Monat inkl. Backup Lösung.

 

 

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